Euer Baby wird in seinen ersten 14 Lebensmonaten acht große Wachstumsschübe durchleben, welche aber nicht mit dem körperlichen Wachstum zusammenhängen, sondern mit der Entwicklung des Gehirns und dem damit verbundenen Erwerbs neuer Fähigkeiten. Also handelt es sich dabei eigentlich um Entwicklungsschübe. Da diese Schübe im „Volksmund“ jedoch Wachstumsschübe genannt werden, benutzen wir diesen Begriff auch hier.

Baby und Mutter Hand in Hand Nahaufnahme. Mutterliebe.
Babys brauchen vom ersten Tag an viel Nähe und Liebe. (Bild: © jchizhe / Adobe Stock)

Jeder Wachstumsschub (Entwicklungsschub) kann für ein Baby emotional enorm aufwühlend sein. Wenn es also wieder einmal besonders unruhig wird, dann steckt es sehr wahrscheinlich mitten in einem Schub. Aber keine Sorge, in dieser Artikelreihe lest ihr alles darüber, wie ihr euer Baby in jedem der acht Schübe innerhalb des ersten Lebensjahres, auf die richtige Weise umsorgt und beschäftigt, damit es sich wieder rundum wohl fühlt.

Was ist dran, an den Wachstumsschüben?

Viele Eltern haben enormen Respekt vor diesen Schüben. Nicht ganz verwunderlich, da ihre kleinen Lieblinge innerhalb des ersten Lebensjahres, in acht zeitlich begrenzten Phasen, schlecht schlafen, sehr wenig trinken, oder schlicht emotional am seidenen Faden hängen werden.

Vereinzelt wird es auch immer wieder Babys geben, welche entweder mit einem speziellen Schub (oder gleich mit allen) sehr gut zurecht kommen. Dass es auch eher ausgeglichene Menschen gibt, zeigt sich mitunter schon ab dem Babyalter. In diesen Fällen ist es nicht so, als gäbe es die Schübe für das Baby nicht. Denn sie sind fester Bestandteil unserer „Entwicklungs-Genetik„. Sie laufen halt nur sehr ruhig und unbemerkt ab.

Da Babys teils vollkommen unterschiedlich auf die Wucht ihrer eigenen Entwicklung reagieren, gibt es auch Eltern und Wissenschaftler, welche an der Bedeutung dieser Schübe zweifeln. Richtig ist, dass man sein Kind – auch in der Entwicklung – nicht zu sehr auf die Goldwaage legen sollte. Denn abgesehen von Wachstumsschüben, haben Babys und Kinder, bei vielen Dingen ihre eigenen Bedürfnisse, Geschwindigkeit und Steckenpferde. So gibt es Babys, welche kaum krabbeln, weil sie in dieser Zeit sehr auf etwas anderes fixiert sind. Die ersten Schritte werden jedoch dadurch nicht zwingend später stattfinden. All diese Dinge machen das erste Lebensjahr mit Baby ganz besonders spannend.

Im Video: Angst vor dem Wachstumsschub? Das muss nicht sein!

(Video startet eventuell nach einer kurzen Werbung)


Jeder Wachstumsschub bei Babys fast zeitgleich

Die Wachstumsschübe finden mehr oder weniger bei jedem Kind zur gleichen Zeit statt. Sie beginnen mit der 5. Lebenswoche (wobei man dabei vom errechneten Entbindungstermin und nicht dem tatsächlichen Geburtstermin ausgeht) und enden um die 56. Lebenswoche. Bei diesen Schüben findet eine Entwicklung im Gehirn statt, welche die Kinder relativ früh spüren, und deren Welt auf den Kopf stellt. Es entwickelt neue Fähigkeiten, lernt seinen Körper besser kennen und seine Sinne werden – Stück für Stück – weiter ausreifen.

Anzeichen für den Beginn eines Wachstumsschubes lassen sich leicht deuten. Die Kinder sind nörgeliger, weinen viel und suchen den Schutz bei ihren Bezugspersonen. Auch das Ess- und Schlafverhalten wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Sie schlafen weniger und schlechter, und essen mehr oder gar nichts mehr.

Ich kann mich erinnern, dass ich mir damals große Sorgen um meine Tochter machte, weil sie nicht mehr schlief und kaum etwas aß. Meine Sorge war, dass sie krank sein könnte. Also ging ich zum Kinderarzt, der mich lächelnd begrüßte und mir erklärte, dass es bloß ein Wachstumsschub ist – welcher diese „Nebenwirkungen“ mit sich bringt.

About the Author

Jacqueline Esser

Erzieherin, Mutter, Autorin

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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