Baby im Wachstumsschub
Bildquelle: Rainer Sturm  / pixelio.de

12. Lebenswoche: Der dritte Wachstumsschub, beginnt meist zwischen der 11. und 12. Lebenswoche. Er endet je nach Kind bereits nach ein paar Tagen oder einer Woche.

In diesem Schub erkennen Babys das erste Mal fließende Übergänge. Der Ball, der durch den Raum von A nach B rollt, ist nicht mehr nur ein Ball, sondern ein rollender Ball. Er wird nun mit lautem Gelächter verfolgt und bejubelt. Meine Tochter erkannte ab diesem Zeitpunkt, dass wenn ich ein Spucktuch auf meine Brust legte, danach die Flasche kommt, und war sichtlich aufgeregt und kaum ruhig auf dem Arm zu halten.

Nun ist der richtige Zeitpunkt um Rituale einzuführen. Das kann das Kuscheln vor dem zu Bett gehen sein, oder jeden Abend das gleiche Schlaflied, das Mama dem Baby vorsingt. Die Kinder verknüpfen jetzt diese Rituale mit dem zu Bett gehen und können sich frühzeitig darauf vorbereiten.


Im Video: Keine Angst vor den Schüben!


Auch die Bewegungen der Kinder, mit den Armen und den Beinen, werden nun fließender. Sie versuchen gezielt gegen einen Gegenstand, zb. die Figur am Mobile, zu schlagen. Das klappt jedoch nicht immer, weil sie die Distanz zwischen ihrer Hand und dem Gegenstand noch nicht einschätzen können.

Die eigene Stimme als Spielzeug

Mit 12 Wochen entdecken eure Babies ihre eigene Stimme und den Übergang von leisen zu lauten Tönen. Das hat zur Folge, dass sie den ganzen Tag erzählen und vor allem kreischen. Sie Toben sich dabei richtig aus und „verwöhnen“ ihre Eltern mit lauten, leisen, noch lauteren bis hin zu schrillen Tönen, die ein Glas zum zerspringen bringen könnten. Auch wenn dies für Mama, Papa und den lieben Nachbarn zur Geduldsprobe wird, solltet ihr euer Kind dabei nicht maßregeln oder sein Spielen mit der Stimme unterbinden. Es ist Teil der kognitiven Entwicklung und sollte ausgelebt werden dürfen. Das Baby trainiert die Stimmbänder und Lippen- und Zungenmuskeln. Es ist die erste Form echter Kommunikation.

Tipps für den Alltag

Lasst eure Kinder so oft es geht, nackt strampeln. Das fördert die Körperwahrnehmung und den Bewegungsdrang euer Kinder. Falls nacktes strampeln durch die Jahreszeit nur bedingt möglich ist, solltet ihr euren Kindern leichte Kleidung anziehen, damit sie sich möglichst frei bewegen können.

Rituale erleichtern ab sofort den Alltag eures Kindes. Sie dienen als Orientierungspunkte und geben Sicherheit. Ein Ritual muss keine stundenlange Prozedur sein, sondern kann schon das Einschalten des Nachtlicht und das darauf folgende Beginnen der Spieluhr sein, wenn es jeden Abend gleichermaßen stattfindet. Mit der Zeit werden sich automatisch immer mehr Rituale in das gemeinsame Leben schleichen. Auch für die Eltern bedeuten sie eine gleichbleibende liebevolle Beschäftigung mit dem Kind.

Da euer Kind nun anfängt mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren, könnt ihr ihm antworten und dazu ermutigen, mehr zu „erzählen“. Schon in diesem Stadium der Entwicklung wird ein Meilenstein für die spätere Sprachentwicklung gesetzt. Damit ist der dritte Wachstumsschub – bis zu diesem Punkt – einer der bisher kommunikativsten Entwicklungsphasen.


Artikelreihe: Die Wachstumsschübe

0. Jeder Schub eine neue Fähigkeit

1. Wachstumsschub  – Wahrnehmung

2. Wachstumsschub  – Muster

3. Wachstumsschub  – fließende Übergänge

4. Wachstumsschub  – Ereignisse

5. Wachstumsschub  – Zusammenhänge

6. Wachstumsschub  – Kategorien

7. Wachstumsschub  – Reihenfolge

8. Wachstumsschub  – Programme


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