Musik begleitet uns Menschen tatsächlich in unterschiedlichsten Formen schon seit Jahrtausenden. Heute hören wir Musik in allen Lebenslagen: im Auto, im Büro oder natürlich zu Hause. So sind also auch unsere Kinder jeden Tag von Musik umgeben – und davon profitieren sie ungemein.

Musik kann uns beflügeln, ausgleichen und sogar ein wenig glücklich machen. Sie beeinflusst uns auf eine sehr intensive – emotionale Weise. Das spürt jeder, der sie hört. So geht es natürlich auch unseren Kindern. Läuft Musik im Hintergrund können wir beobachten, wie intensiv sie darauf reagieren. Sie tanzen, springen, singen und erfreuen sich quasi auf „Knopfdruck“. Kinder lieben Melodien und Rhythmen – und können sich schon sehr früh darin fallen lassen.

Die motorische Entwicklung mit Hilfe von Musik fördern

Schon im Säuglingsalter spielt Musik eine wichtige Rolle. Babys haben große Freude daran, mit ihrem Mund Geräusche entstehen zu lassen, und hauen mit Vorliebe Bausteine aufeinander, um Töne hervorzurufen. Ja liebe Eltern, bereits das ist in gewisser Weise Musizieren.



Baby macht mit einer Rassel Musik
Bild: © Maria Sbytova / Fotolia

Wer sein Baby gerne in der motorischen Entwicklung fördern möchte, darf bereits ab dem Moment, in dem es greifen kann, Rasseln und Klangstöcke anbieten. Einerseits fasziniert sie die Möglichkeit, mit diesen Dingen unglaublich tolle Geräusche machen zu können. Aber darüber hinaus werden sie auch schnell herausfinden, dass Klänge ganz unterschiedlich sein können, wenn man ein Instrument nur ganz leicht – oder etwas fester benutzt. Durch das Erwecken der natürlichen Neugierde eurer Kinder, fördert ihr dann ganz nebenbei (und trotzdem aktiv) die motorische Entwicklung. Und zwar gleichzeitig die Grobmotorik und die Feinmotorik.

Und damit es den Kleinen im Laufe der ersten Monate nicht allzu langweilig wird, gibt es ganz viele tolle Instrumente. Von einfachen Trommeln, über Triangeln, bishin zum Xylofon, eignet sich eigentlich alles, um ein Baby – und euer Kind, bei musikalischer Laune zu halten.

Auch mit wachsendem Alter ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass jedes Instrument eine gewisse Form von koordinierter Motorik voraussetzt. Je früher der kindliche Körper also angefangen hat, sich auch musikalisch mit fein- und grobmotorischen Dingen auseinanderzusetzen, umso leichter fällt Kindern später das Erlernen eines komplexen Musikinstruments.

Musik für die kognitive Entwicklung

Bereits die kleinsten Kinder laufen vor sich hersummend durch die Gegend, wenn sie besonders gute Laune haben. Die meisten Kinder lieben Musik über alles. Und wie bei uns Erwachsenen, werden Kinder geradezu von Musik geleitet. Sie werden animiert, sich zu bewegen und mitzusingen. Und auch für den Geist und die Seele ist Musik wie ein vitaminreicher Gaumenschmaus. Denn sie beflügelt Kinder und lässt ihre Laune deutlich steigen.

Fröhliches Kind hört Musik
Bild: © MNStudio / Fotolia

Auch kognitiv fördert und fordert Musik also unsere Kinder. Um ein Lied mitsingen zu können, muss man Melodie und Text verinnerlichen. Bei den allermeisten Kindern ist dieser Lernprozess absolut frustfrei. Sie geben innerhalb ihrer aktuellen Möglichkeiten wieder, was sie gehört haben und sich behalten konnten. Darüber hinaus wird die Fantasie angeregt. Im Laufe der Zeit entwickeln sich ganz eigene Melodien und Texte.

Musik bietet im kognitiven Bereich klare Strukturen durch fest vorgegebene Melodien und Texte. Gleichzeitig ist die Musik für Kinder aber auch vollkommen frei von vorgegebenen Richtlinien, wenn Eltern zulassen, dass ihre kleinen Musiker unbeschwert über tonale Grenzen schreiten. 

Musik für die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern

Musik wirkt auf uns Menschen (zum Teil auch nachgewiesenermaßen auf Tiere) geradezu magisch. Sie weckt Gefühle, die wir sogar mit Bildern und Erinnerungen knüpfen. Das gilt übrigens auch für rein instrumentale Musik.

Man denke an Teenager, die sich mit knallhartem und lautstarkem „Krach“ den Kopf freiblasen. Oder an unzählige Situationen voller Liebeskummer oder Trauer, in denen wir es nicht ertragen können, bestimmte Lieder zu hören, weil wir uns vielleicht zu sehr darin verlieren könnten. Musik ist also in manchen Situationen Balsam und Sprengstoff zugleich.

Für Kinder ist Musik jedoch glücklicherweise nur in enorm seltenen Fällen mit solch einschneidenden Erlebnissen verknüpft. Aber auch sie lernen zum Beispiel schon beim Anschauen eines Films, die tiefergehende Verknüpfung von Musik und Emotion kennen. 

Lehrer und Erzieher bestätigen immer wieder die unglaubliche Wirkung von Musik auf das gesamte Sozialverhalten von Kindern und Schülern. Musikunterricht stärkt die Gemeinschaft und verändert die Art des Umgangs untereinander. Musik- und Tanzprojekte können sogar die allgemeine Lernmotivation einer ganzen Gruppe steigern.

Schwangere Frau mit Kopfhörern am Babybauch
Übrigens kann man auch schon während der Schwangerschaft erleben, dass Babys Musik wirklich genießen können (Bild: © auremar / Fotolia)

Musik ist also auch schon für Kinder -nach Innen und Außen – ein sehr intensives Erlebnis. Unabhängig von „musischem Talent„, kann man ein Kind kaum auf intensivere Weise so vielfältig aktivieren und fördern, wie durch das Hören und Machen von Musik. Übrigens ist es dabei auch vollkommen egal, ob beim Vorsingen des „Gute-Nacht-Liedes“ (durch Mama oder Papa), jeder Ton astrein sitzt! Singende Eltern sind einfach immer und überall der absolute Hit!


 


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