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Die Hand-Fuß-Mund Krankheit: von der Infektion bis zur Behandlung

von Jacqueline Esser
Hand-Fuß-Mund Krankheit

Die Hand-Fuß-Mund Krankheit ist eine hochansteckende Viruserkrankung. Hauptsächlich tritt sie im Kindesalter auf, kann jedoch auch Erwachsene betreffen. Im Zuge des Krankheitsverlauf zeigt sich ein schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschenbildung. Hand-Fuß-Mund (HFM) heilt in der Regel komplikationslos ab.

Charakteristisch für diese Virusinfektion ist der Hautausschlag, der sich später in kleine Bläschen wandelt. Dem meist örtlich begrenzten Ausschlag auf Händen, Füßen und dem Mund, verdankt die Krankheit ihren Namen. Nach 10 Tagen heilt die Hand-Fuß-Mund Krankheit ab, bleibt jedoch auch Wochen danach noch ansteckend. Eine Impfung gegen die Erreger und Verursacher der Infektion, gibt es bis zum heutigen Stand noch nicht. Eine vollständige Immunisierung durch eine durchlebte Erkrankung ist ebenfalls kaum möglich, da es viele verschiedene Erregerstämme gibt, die zur HFM führen.

Hand-Fuß-Mund Viren gibt es überall

Die Hand-Fuß-Mund Krankheit wird durch verschiedene Erregerstämme der Enteroviren verursacht. Diese Viren kommen in der Umwelt auf natürliche Weise vor, sind jedoch für den menschlichen Organismus ein ernster Krankheitserreger. Von Mensch zu Mensch wird das Virus via Tröpfcheninfektion übertragen. Dabei gelangen infizierte Speicheltröpfchen, durch Niesen, Husten, und dem Sprechen in die Luft. Werden diese Tröpfchen nun eingeatmet, oder gelangen über den Mund (z.B. beim Küssen) auf die Schleimhäute eines Anderen, wird dieser angesteckt. Die Viren verteilen und vermehren sich rasant. Auch die Flüssigkeit aus den Bläschen ist höchstinfektiös – und stellt ein hohes Ansteckungsrisiko dar.

Ansteckung

Nicht zu unterschätzende Ansteckungsrate

Eine Vielzahl der Hand-Fuß-Mund Infektionen entstehen jedoch nicht durch den direkten Kontakt mit Erkrankten. Die Infektionskette wird auch durch die Schmierinfektion vergrößert. Dabei stecken sich Betroffene mit der Krankheit an, weil sie Oberflächen oder Gegenstände anfassen, welche mit Enteroviren kontaminiert sind. Die infektiösen Sekrete bleiben auf Oberflächen haften und gelangen so zur nächsten Person. Durch unzureichende Handhygiene (regelmäßiges und richtiges Händewaschen) werden die Viren verteilt. Gerade durch das im Alltag häufige Berühren des Gesichts, gelangen die Viren schnell an die Schleimhäute in Mund und Nase.

Auch nach Wochen, werden im Stuhl noch HFM-Erreger ausgeschieden

Besonders tückisch an der Hand-Fuß-Mund Erkrankung ist die Tatsache, dass auch der Stuhl Viren enthält, und somit ebenfalls hochansteckend ist. Das Wickeln von Kindern, oder Kindern nach dem Stuhlgang beim abputzen helfen, stellt ein hohes Ansteckungsrisiko für Erwachsene dar. Hier sollte bei den Kindern, sowie den Erwachsenen, auf eine gute Hygiene geachtet werden. Doch auch wenn nach 10 Tagen der Ausschlag abgeklungen und die Krankheit überstanden ist, gibt es weiterhin eine Ansteckungsgefahr. Über den Stuhl scheidet der Körper noch Wochen nach einer überstandenen Infektion, eine Vielzahl von Viren aus.

Symptome

Die ersten Symptome zeigen sich nach ca. 3-10 Tagen

Die Inkubationszeit kann zwischen 3 und 10 Tagen variieren. Zuerst zeigen sich grippeähnliche Symptome, wie Hals- und Gliederschmerzen, Fieber, Appetitlosigkeit und starke Müdigkeit. Erst 1-2 Tage danach bildet sich der Hautausschlag. Es entstehen unterschiedlich große, rote Flecken im Mundbereich. Betroffen sind zuerst die Zunge, das Zahnfleisch, die Mundschleimhaut und die direkte Region um den Mund herum. Aus den Flecken entstehen die mit infektiösem Sekret gefüllten Bläschen. Wenige Stunden später sind auch auf den Händinnenflächen und an den Fußsohlen Bläschen zu erkennen. Nach der Bildung der Bläschen kann ein deutlicher Juckreiz entstehen. Das Aufkratzen dieser Bläschen sollte jedoch vermieden werden, da das Sekret hochansteckend ist. Außerdem können durch das Aufkratzen Narben zurück bleiben.

A-Typische Ausbreitung und andere Symptome

In der Regel beschränkt sich der Hautausschlag auf die drei Gebiete Hand, Fuß und Mund. In manchen Fällen entstehen die Blasen jedoch auch an anderen Stellen, wie dem Knie, dem Genitalbereich und auf dem Rücken. Eine andere Variante ist das Ausbleiben der typischen Symptome, oder eine mildere Form dieser. Zeigt sich dieses Bild, sprechen Mediziner von einem A-Typischen Verlauf. Ärzte gehen aktuell davon aus, dass sich bei HFM ein A-typischer Verlauf bei ca. 80% der Erkrankten zeigt. Besonders bei Erwachsenen und Kindern über einem Alter von 10 Jahren, sei dies zu beobachten. Trotz der geringen Symptome, sind sie ebenso hochansteckend.

Vermehrt zeigt sich einige Wochen nach der HFM-Infektion, das Ablösen der Fuß- und Fingernägel bei ehemals Erkrankten. Der genaue Grund dafür, ist bis jetzt nicht bekannt.

Diagnose

Die Diagnose kann leicht gestellt werden

Bei Verdacht auf Hand-Fuß-Mund, kann zur Diagnose der Kinder- oder Hausarzt aufgesucht werden. Zuerst wird der Krankheitsverlauf bzw. die Anamnese erhoben. Dazu fragt der Arzt die Symptome ab – und seit wann diese bestehen. Wichtig ist ebenfalls die Frage nach dem Impfschutz. Besteht eine Impfung gegen Windpocken und Röteln- können diese ebenfalls Ausschlag verursachenden Krankheiten, sofort ausgeschlossen werden. Nach der Anamnese findet die körperliche Untersuchung statt. Dabei schaut sich der Arzt den Ausschlag und die einzelnen Blasen genau an. Sollte der Arzt nach diesen Untersuchungen keine genaue Diagnose stellen können, kann eine Stuhlprobe für Sicherheit sorgen.

Behandlung

Die Behandlung: Linderung der Symptome

Zur Behandlung der Hand-Mund-Fuß Infektion gibt es keine Medikamente, welche gegen die Viren selbst wirken. Lediglich die Linderung der Symptome steht im Fokus der Behandlung. Dazu kann gegen die Schmerzen und eventuelles Fieber, ein Medikament mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen verabreicht werden. Gegen eventuelle Bläschen im Mund, hilft eine spezielle, leicht betäubende Tinktur, oder das Gurgeln mit Kamillentee. Um die Heilung der Bläschen am Körper zu unterstützen, können diese mit Zinksalbe betupft werden. Wichtig ist, die Blasen nicht mit den bloßen Händen zu berühren. Die Gefahr einer Ansteckung ist dabei zu groß. Stattdessen kann die Salbe gut mit Wattestäbchen aufgetragen werden.

Hand-Fuß-Mund hat keine spezielle Saison

Die Infektion mit den Hand-Fuß-Mund auslösenden Viren, erfolgt ganzjährig und kann keiner bestimmten Jahreszeit oder Saison zugeordnet werden. Der Verlauf und Heilungsprozess kann als schnell und unkompliziert beschrieben werden. Die Infektion dauert vom ersten Auftreten der Symptome, bis zur Heilung der Bläschen, 7-10 Tage. Sobald die Bläschen austrocknen und Krusten bilden, lassen nicht nur die Schmerzen, sondern auch der Juckreiz nach. Erst ab dem Moment, wenn alle Bläschen verheilt sind, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kita oder Schule, sowie der Arbeitsplatz, wieder besucht werden. Viele Kindergärten und Schulen verlangen als Nachweis der Genesung die Vorlage eines ärztlichen Attests.

Schwere Komplikationen sind selten

Hand-Fuß-Mund ist keine generell gefährliche und durch Komplikationen bekannte Krankheit. Trotz der auftretenden Schmerzen, fühlen sich die meisten Erkrankten gut. Nach spätestens 10 Tagen können sie ihrem gewohnten Alltag wieder nachgehen. Dennoch gibt es mehrere Risikogruppen, bei denen Komplikationen auftreten können. Zu ihnen zählen Neugeborene und Säuglinge, sowie immunschwache Personen. Bei ihnen können sich die Viren weiter im Körper verteilen und Schaden anrichten. In Folge dessen kann es zur Hirnhautentzündung (Meningitis) und zu Schäden der inneren Organe kommen. Betroffen sind hier in erster Linie das Herz, die Leber und die Nieren.

Keine Gefahr für das ungeborene Kind

Erkrankt eine schwangere Frau an HFM, stellt die Infektion keine Gefahr für das ungeborene Kind dar. Es ist sogar so, dass bisher nur milde Verläufe in der Schwangerschaft beobachtet werden konnten. Anders liegt es jedoch, wenn eine Infektion kurz vor oder nach der Geburt eintritt. In diesen Fällen besteht ein erhöhtes Risiko, das Neugeborene anzustecken. In diesen Fällen sollte unbedingt ärztlicher Rat und gegebenenfalls eine strikte Beobachtung erfolgen.


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