Lasse, Arvid oder Mika: Nordische Jungennamen können weich klingen, ganz kurz sein oder eine alte Geschichte mitbringen. Wir haben 35 schöne Ideen mit Herkunft und Bedeutung für euch gesammelt – vom kleinen Bo bis zum sagenhaften Frithjof.
Vielleicht mögt ihr die Namen aus schwedischen Kinderbüchern oder habt im Urlaub einen Klang entdeckt, der euch seitdem im Kopf bleibt. Hier könnt ihr verschiedene Richtungen vergleichen. Jeder Name führt euch zum ausführlichen Porträt mit mehr Hintergründen und Aussprachehilfen.
Was macht einen Jungennamen nordisch?
Zur nordischen Namenstradition gehören alte nordische Namen ebenso wie Formen, die im Norden heimisch geworden sind.
Bei Björn und Erik führt die Geschichte ins Altnordische. Lasse gehört dagegen zur lateinischen Laurentius-Familie, Mika über Mikael zum hebräischen Michael. Wenn euch ein nordischer Name gefällt, können Klang und Herkunft also in verschiedene Richtungen weisen.
Mit Skandinavien sind im üblichen Sprachgebrauch vor allem Dänemark, Norwegen und Schweden gemeint. „Nordisch“ ist weiter gefasst und schließt auch Finnland und Island ein. Deshalb haben Mika und Taavi ihren Platz in unserer Auswahl. Rein norddeutsche oder friesische Namen nehmen wir nicht allein wegen ihres nördlichen Klangs dazu.
Ihr sucht lieber nach einem bestimmten Anfangsbuchstaben? Dann könnt ihr in unserem Vornamenverzeichnis weiterstöbern.
Kurze nordische Jungennamen
Bo, Mats oder Ole: Diese Namen sind kurz geschrieben, haben beim Sprechen aber ihren ganz eigenen Rhythmus.
Bo und Mats kommen mit einer Silbe aus, Ole und Arne mit zwei. Achtet beim Vergleichen darauf, wie sich der Name zusammen mit eurem Nachnamen anhört.
| Bo | Zwei Buchstaben und eine alte nordische Geschichte: Bo führt über Búi zu „wohnen“. Die Bedeutung wird etwa als „Bewohner“ oder „der Sesshafte“ wiedergegeben. Im Deutschen hört ihr ein langes O. In anderen Sprachen hat Bo weitere Herkunftswege. |
| Finn | Die nordische Linie geht auf eine alte Volksbezeichnung zurück. Daneben gibt es die irisch-gälische Herkunft mit der Bedeutung „weiß“, „hell“ oder „blond“. Finn klingt im Deutschen einsilbig mit kurzem I; Fynn ist eine verwandte Schreibweise. |
| Lars | Die skandinavische Form von Laurentius bedeutet ursprünglich „aus Laurentum stammend“. Der alte Ortsname wird mit Lorbeer verbunden. Lars hat im Deutschen eine Silbe und einen deutlich hörbaren Schluss. Lasse gehört zur selben Namensfamilie. |
| Mats | Eine schwedische und norwegische Kurzform von Matthias. Über die ältere hebräische Namenswurzel gehört die Bedeutung „Gabe Gottes“ dazu. Im Deutschen klingt Mats mit kurzem A. Die dänische Form Mads ist eng verwandt. |
| Nils | Ein skandinavischer Name aus der Nikolaus-Familie. Die griechischen Bestandteile ergeben die Bedeutung „Sieg des Volkes“. Nils bleibt beim Sprechen einsilbig. Vielleicht kennt ihr ihn auch aus Selma Lagerlöfs Geschichte von Nils Holgersson. |
| Ole | Die skandinavische Form gehört zur Olaf-Familie und hat altnordische Wurzeln. Ihre Bedeutung wird als „Nachkomme des Vorfahren“ erklärt. Im Deutschen klingt Ole mit langem O und zwei Silben: O-le. Olav und Olaf sind verwandte Formen. |
| Sven | Dieser alte nordische Name bedeutet „Junge“ oder „Jüngling“. Im Deutschen wird Sven in einer Silbe mit kurzem E gesprochen. Im Norden begegnen euch auch Formen wie Svein, Sveinn und Svend; Svenja ist eine weibliche Form. |
| Arne | In der nordischen Namenslinie bedeutet Arne „Adler“. Daneben kann die Form im Deutschen zu Arnold gehören. Die deutsche Aussprache hat zwei Silben: AR-ne. Aarne und Árni sind verwandte nordische Formen. |
Vertraute Namensformen aus dem Norden
Manche nordischen Namen begannen als Kurz- oder Koseform und werden heute auch eigenständig vergeben.
Vielleicht entdeckt ihr hier eine Verbindung zu einem Namen aus eurer Familie: Lasse gehört zu Lars, Henrik zu Heinrich und Jens zu Johannes. Die Formen bringen jeweils einen anderen Klang mit.
| Bosse | Was heute ein eigener Vorname sein kann, ist eine schwedische Koseform von Bo. Damit führt die Namensgeschichte ebenfalls zum Wohnen und zur Bedeutung „Bewohner“. Bosse klingt im Deutschen BOS-se, mit kurzem O und zwei Silben. |
| Jonte | Eine schwedische Koseform etwa von John oder Jonatan. Je nach Ausgangsname heißt Jonte sinngemäß „Gott ist gnädig“ oder „Gott hat gegeben“. Im Deutschen wird das E am Ende mitgesprochen: JON-te. |
| Kalle | Die schwedische Kurzform von Karl ist auch in Finnland gebräuchlich. Über Karl wird der Name meist mit „Mann“ erklärt. Kalle hat zwei Silben mit Betonung am Anfang. Eine bekannte Buchfigur ist Astrid Lindgrens Meisterdetektiv Kalle Blomquist. |
| Lasse | Die nordische Koseform von Lars wird auch im Finnischen verwendet. Über Laurentius führt sie zur Bedeutung „aus Laurentum stammend“ und zur Verbindung mit Lorbeer. Im Deutschen hört ihr zwei Silben und ein kurzes A: LAS-se. |
| Mattis | Eine unter anderem norwegische und schwedische Form von Matthias. Ihre Bedeutung lautet „Gabe Gottes“. Mattis klingt im Deutschen MAT-tis. Wer mit „Ronja Räubertochter“ aufgewachsen ist, erinnert sich vielleicht an Ronjas Vater mit diesem Namen. |
| Malte | Der im Norden gebräuchliche Name wird häufig als Kurzform von Helmold erklärt. Dessen Bestandteile stehen für „Helm“ und „Herrschaft“. Die Herleitung ist nicht abschließend geklärt. Im Dänischen gibt es auch die Schreibweise Malthe; im Deutschen klingt der Name MAL-te. |
| Henrik | Eine im skandinavischen Sprachraum gebräuchliche Form von Heinrich. Die älteren germanischen Bestandteile werden als „Haus“ und „Herrscher“ erklärt. Im Deutschen klingt Henrik HEN-rik. Die Schreibweise Hendrik enthält zusätzlich ein D. |
| Niklas | Niklas gehört wie Nils zur Nikolaus-Familie und bedeutet „Sieg des Volkes“. Der Name ist im deutschen und nordischen Sprachraum zu Hause. Zwei Silben und die Betonung am Anfang machen im Deutschen NIK-las daraus; Niclas ist eine andere Schreibweise. |
| Jens | Die dänische Form von Johannes hat hebräische Wurzeln und bedeutet „Gott ist gnädig“. Jens wird im Deutschen in einer Silbe gesprochen. Wenn ein Johannes in eurer Familie eine Rolle spielt, könnt ihr mit Jens an diese Namensgeschichte anknüpfen. |
Ähnliche Geschichte, anderer Klang
Lars und Lasse gehören zusammen, ebenso Bo und Bosse. Mats und Mattis führen beide zur Matthias-Familie. Sprecht die verwandten Formen einmal direkt nacheinander aus: Oft hört ihr dabei schnell, welche besser zu eurem Nachnamen passt.
Alte nordische Namen mit besonderen Geschichten
Ein Adler, ein Bär oder der Donnergott Thor: Hinter diesen Namen stehen alte Wörter und Erzählungen.
Bei einigen ist die Bedeutung gut zu erklären, bei anderen gibt es mehrere mögliche Herleitungen. Bei Gustav etwa ist die ältere Herkunft bis heute umstritten.
| Arvid | In dem nordischen Namen stecken alte Wörter für „Adler“ und „Baum“ beziehungsweise „Wald“. Arvid hat zwei Silben; die Betonung liegt am Anfang. Arved und Arwid sind verwandte Formen. Die Wortbestandteile geben dem Namen einen Naturbezug. |
| Björn | Der Name bedeutet „Bär“ und geht auf das Altnordische zurück. Björn wird im Deutschen in einer Silbe gesprochen. Die norwegisch-dänische Schreibweise Bjørn verwendet ein Ø. Bjarne gehört zur selben alten Namensfamilie. |
| Bjarne | Die nordische Form führt über Bjarni ebenfalls zur Bedeutung „Bär“. Anders als Björn hat Bjarne im Deutschen zwei Silben: BJAR-ne. Der Anfang wird zusammen gesprochen, das E am Ende bleibt hörbar. So klingt dieselbe alte Namenswurzel deutlich weicher. |
| Erik | Ein altnordischer Name mit der Deutung „der allein Herrschende“ oder „der immer Herrschende“. Erik hat im Deutschen zwei Silben und ein langes E am Anfang. Verwandte Formen sind Eric, Eirik und Erich. |
| Gustav | Ein schwedischer Klassiker mit umstrittener älterer Herkunft. Eine mögliche Deutung lautet „Stütze der Gauten“; daneben wird eine Verbindung zum slawischen Gostislav diskutiert. Im Deutschen klingt der Name GUS-taf. Gustaf ist eine weitere Schreibweise. |
| Holger | Die altnordischen Bestandteile stehen für „kleine Insel“ und „Speer“. Über skandinavische Formen kam der Name auch ins Deutsche. Holger hat hier zwei Silben mit Betonung am Anfang. |
| Thore | Die skandinavische Form gehört zu einer alten Namensfamilie mit Bezug auf den Donnergott Thor. Als mögliche Erklärung wird „Thors Kämpfer“ genannt. Im Deutschen klingt Thore TOO-re; das TH wird hier wie T gesprochen. Tore ist eine nahe Schreibweise. |
| Viggo | Ein skandinavischer Name, dessen altnordische Wurzel víg „Kampf“ oder „Krieg“ bedeutet. Daraus ergibt sich die freie Deutung „Kämpfer“. Im Deutschen hört ihr meist WIG-go. Der Name wird im Dänischen, Schwedischen und Norwegischen verwendet. |
| Frithjof | Der Name geht auf die altnordischen Wörter für „Frieden“ und „Dieb“ zurück. Die wörtliche Bedeutung lautet daher „Friedensdieb“. Eine alte Sage trägt den Namen weiter. Im Deutschen klingt Frithjof ungefähr FRIT-jof; Fritjof und Fridtjof sind verwandte Schreibweisen. |
Finnische Formen und weitere nordische Favoriten
Mika und Taavi führen nach Finnland; Filip, Sören oder Hugo begegnen euch auch in anderen Teilen des Nordens.
Viele dieser Namen haben eine lange Geschichte in mehreren Ländern. Ihre ältesten Wurzeln reichen etwa ins Hebräische, Griechische oder Germanische zurück.
| Filip | Diese Form von Philipp wird unter anderem in Schweden und Norwegen verwendet. Die griechische Namenswurzel bedeutet „Pferdefreund“. Im Deutschen hört ihr FI-lip. Die Schreibweise mit F kommt auch in weiteren europäischen Sprachen vor. |
| Jan | Eine Form von Johannes mit der Bedeutung „Gott ist gnädig“. Jan wird unter anderem im Dänischen, Norwegischen und Schwedischen verwendet, ebenso im Deutschen und in anderen Sprachen. Die deutsche Aussprache ist einsilbig mit kurzem A. |
| Jakob | Der biblische Name ist auch im Norden vertraut. Zur hebräischen Herkunft gehören die biblische Deutung „Fersenhalter“ und die mögliche ältere Erklärung „Gott möge schützen“. Im Deutschen hört ihr JA-kop. Jacob ist eine verwandte Schreibweise. |
| Mika | In der finnischen Linie ist Mika eine Kurzform von Mikael und bedeutet „Wer ist wie Gott?“. Im Deutschen klingt der Name MI-ka. Daneben gibt es eine eigenständige japanische Namensgeschichte; deshalb kann Mika je nach Sprache auch ein Mädchenname sein. |
| Sören | Die deutsche und schwedische Form gehört zum dänischen Søren. Über Severinus führt die Geschichte zum lateinischen Wort für „ernst“ oder „streng“. Sören hat im Deutschen zwei Silben: SÖ-ren. |
| Taavi | Eine vor allem finnische und estnische Form von David. Über die hebräische Namenswurzel wird sie als „der Geliebte“ erklärt. Im Finnischen zeigt das doppelte A einen langen Vokal an; die Betonung liegt am Anfang. |
| Ove | Ein im skandinavischen Raum vertrauter Name mit mehreren Herkunftserklärungen. Das schwedische Sprachinstitut Isof nennt eine dänische Entwicklung aus Aghi. Eine eindeutige Bedeutung ist nicht gesichert. Im Deutschen lässt sich Ove O-we mit langem O sprechen. |
| Oskar | Auch im Norden lange gebräuchlich, mit vermutlich irischen Wurzeln. Eine mögliche Deutung lautet „Hirschfreund“; die Herkunft wird unterschiedlich erklärt. Oskar klingt im Deutschen OS-kar. Die Schreibweise Oscar findet ihr ebenfalls in mehreren Sprachen. |
| Hugo | Ein alter germanischer Name mit der Bedeutung „Geist“, „Gedanke“ oder „Verstand“, der auch in Schweden gebräuchlich ist. Im Deutschen klingt Hugo HU-go mit langem U. In anderen Sprachen kann die Aussprache desselben Namens deutlich abweichen. |
So findet ihr euren nordischen Lieblingsnamen
Probiert eure Favoriten beim Rufen, beim Vorstellen und zusammen mit eurem Nachnamen aus.
Ein langsam aufgesagtes „Arvid“ klingt anders als „Arvid, kommst du?“. Schreibt euch zunächst drei Namen auf und sprecht sie über ein paar Tage immer wieder aus. So merkt ihr, welcher euch auch außerhalb der Namensliste gefällt.
Bei Björn und Sören gehört ein Umlaut zur Schreibweise. Bei Bjørn oder Søren steht stattdessen ein Ø. Überlegt gemeinsam, welche Form ihr wirklich verwenden möchtet, und schaut euch ihre Aussprache im Porträt an. Auch bei vertrauten Schreibweisen kann sie sich zwischen den Ländern unterscheiden.
Drei eigene Zweitnamenideen
Bo Henrik · Lasse Oskar · Arvid Mika
Diese Kombinationen sind Vorschläge unserer Redaktion. Mit einem zweiten Vornamen könnt ihr eine weitere Lieblingsform oder einen Namen aus eurer Familie aufnehmen. Sprecht die ganze Verbindung mit dem Nachnamen aus, bevor ihr euch entscheidet.
Weitere Namensideen zum Vergleichen
Vielleicht habt ihr schon einen Favoriten und möchtet noch andere Namen mit ähnlichem Klang kennenlernen.
Wenn euch vor allem kurze Formen gefallen, findet ihr weitere Vorschläge bei unseren kurzen Jungennamen. Die passende Auswahl nordischer Mädchennamen hilft euch beim gemeinsamen Stöbern oder bei der Suche nach einem Geschwisternamen. Einen breiten Überblick bietet außerdem unsere Babynamenliste von A bis Z.
Mika und Bo können euch auch bei der Suche nach einem Namen für beide Geschlechter begegnen. Weitere Beispiele samt Herkunft und Bedeutung findet ihr bei unseren Unisex-Namen.
Häufige Fragen zu nordischen Jungennamen
Quellen und Hinweise zur Auswahl
Die Gruppen sind eine redaktionelle Auswahl nach Klang und Namensgeschichte. Die verlinkten Porträts erläutern Herkunft, Aussprache und Verwendung ausführlicher. Ergänzend haben wir sprachwissenschaftliche Einträge geprüft; mehrere oder unsichere Herleitungen bleiben als solche erkennbar.
Welcher nordische Jungenname bleibt euch im Kopf? Erzählt uns gerne in den Kommentaren von euren Favoriten – oder davon, welcher Name in eurer Familie schon eine besondere Geschichte hat.
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