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Gustav: Bedeutung, Herkunft und ein schwedischer Klassiker

Gustav: Bedeutung, Herkunft und ein schwedischer Klassiker

Gustav gehörte in Deutschland schon vor 1900 zu den häufigen Jungennamen. Nach einer längeren ruhigen Phase wird er wieder öfter gewählt. Seine schwedische Geschichte führt zu Königen und Künstlern – bei der ursprünglichen Wortbedeutung sind sich die Namenforscher allerdings nicht einig.

Wenn Ihr alte Namen neu entdeckt, könnten Euch auch Bruno und Emil gefallen. Einen größeren Überblick findet Ihr in unserer Babynamenliste von A bis Z.

Gustav auf einen Blick

Bei Gustav ist die schwedische Namenstradition klarer als die genaue Bedeutung.

HerkunftAus dem Schwedischen; ältere Wurzeln nicht eindeutig geklärt
Mögliche DeutungenUnter anderem „Stütze der Gauten“, „Stab Gottes“ oder Verbindung zum slawischen Gostislav
VerwendungMännlicher Vorname
AusspracheIm Deutschen GUS-taf, mit Betonung am Anfang
Internationale FormenGustaf, Gustave und Gustavo
Möglicher RufnameGustel

Warum hat Gustav mehrere Bedeutungen?

Für den alten Namen werden unterschiedliche Herkunftswege vorgeschlagen.

Eine Erklärung verbindet ihn mit nordischen Wörtern für die Gauten und einen Stab beziehungsweise eine Stütze. Die Gauten waren eine Bevölkerungsgruppe in Skandinavien. Daraus wird etwa „Stütze der Gauten“ abgeleitet. Andere Namenslexika nennen „Stab Gottes“.

Daneben wird eine Verbindung zum slawischen Namen Gostislav erwogen. Dieser enthält Wörter für einen Gast und für Ruhm. Keine dieser Erklärungen gilt als abschließend gesichert. Wenn Ihr Gustav auswählt, könnt Ihr seine Geschichte mögen, ohne Euch auf eine einzige Übersetzung festlegen zu müssen.

Ein alter Name kehrt zurück

Gustav war schon beliebt, lange bevor heutige Familien ihn als Retro-Namen entdeckten.

Knud Bielefeld beschreibt Gustav als einen der häufigen Babynamen vor 1900. Zwischen 1945 und 2005 wurden nach seiner Auswertung nur wenige Kinder so genannt. Inzwischen begegnet ihm der Name wieder häufiger in Geburtsmeldungen.

Gustav bringt damit einen ähnlichen Wiederentdeckungscharakter mit wie einige andere ältere Jungennamen. Das bedeutet keine Rückkehr zu einer bestimmten Mode in jedem Ort: Die bundesweite Entwicklung kann sich von Eurem persönlichen Umfeld unterscheiden.

Gustav, Gustaf oder Gustavo?

Die internationalen Formen behalten den Namen gut erkennbar bei.

Gustaf ist eine schwedische Schreibvariante. Im Französischen heißt der Name Gustave, im Italienischen, Spanischen und Portugiesischen Gustavo. Eine weibliche Form ist Gustava. Im Deutschen hört Ihr am Ende meist ein f, obwohl Gustav mit v geschrieben wird.

Gustel ist als Kurzform belegt. Ihr könnt den Namen ebenso gut vollständig verwenden: Gustav besteht im Deutschen aus zwei Silben. Der Wechsel zwischen Schreibweise und Aussprache am Ende ist seine auffälligste kleine Besonderheit.

Von schwedischen Königen zu Gustav Klimt

Gustav ist auch in der europäischen Kulturgeschichte fest verankert.

Mehrere schwedische Könige trugen den Namen, darunter Gustav Vasa im 16. Jahrhundert. Ein ganz anderer bekannter Gustav war der österreichische Maler Gustav Klimt. Sein Bild „Der Kuss“ gehört zu den berühmten Werken im Wiener Belvedere.

Vielleicht kennt Ihr das goldene Paar schon von einem Kalender oder einem Kunstdruck. Hinter Gustav steckt damit sowohl eine königliche Namenstradition als auch eine Verbindung zur Malerei.


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