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Elterngeld: Vom Antrag bis zur ersten Überweisung

von Torsten Esser
Veröffentlicht: Letztes Update
Das Elterngeld

Nur wenige Monate liegt die große Freude über den positiven Schwangerschaftstest zurück und schon gibt es viel zu tun. Nicht nur will das Baby im Bauch seiner Mutter gut versorgt werden. Auch stehen viele Vorbereitungsmaßnahmen an, die dem Kleinen einen guten Start in sein Leben ermöglichen sollen. Eine Maßnahme ist die Beantragung des Elterngeldes. Mit ihr starten Eltern am besten schon vor der Geburt, um Stress zu vermeiden. Diese Schritte sind notwendig:

1: Unterlagen zusammenstellen

Dieser Schritt kann sehr gut schon während der Schwangerschaft erledigt werden. Jedoch nicht zu früh, denn gerade der Bezugszeitraum für das Elterngeld ist wichtig. Arbeitet die Schwangere, muss sie ihre letzten zwölf Einkommensnachweise vor der Geburt des Kindes zusammenstellen. Dennoch hilft es, schon vor dem Mutterschutz einen Ordner anzulegen, in dem alle wichtigen Dokumente gesammelt werden können. Hier hinein gehören die angesprochenen Einkommensnachweise oder auch Steuerbescheide, Bescheinigungen zu Elternzeit und Mutterschaftsgeld, Personalausweis-Kopien der künftigen Eltern und nach der Geburt dann auch die Geburtsurkunde des Babys.

2: Die Form des Elterngeldbezuges festlegen

Nicht nur der Umstand, dass Beleghebammen in Deutschland immer seltener werden, zwingt Schwangere und ihre Partner dazu, sich schon in der Zeit vor der Geburt intensiv zu beraten. Auch die Art des Elterngeldbezuges nämlich ist ein Punkt, der vor allem über die finanzielle Situation nach der Geburt entscheidet.

Junges Paar erwartet Baby
Beide oder nur einer? Paare sollten besprechen, wie der Elterngeldbezug aussehen soll. (Bild: ©drubig-photo / Fotolia)

Basiselterngeld kann für zwölf Monate gezahlt werden. Nimmt auch der Vater mindestens zwei Monate in Anspruch, verlängert sich der Zeitraum auf 14 Monate, während Alleinerziehenden die gesamten 14 Monate zustehen. Beim Basiselterngeld bekommt der Elternteil, der den Antrag eingereicht hat, zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich ausgezahlt. Die Berechnung erfolgt individuell und wird von der jeweiligen Elterngeldstelle vorgenommen.

Interessant ist aber auch das ElterngeldPlus, bei dem monatlich das halbe Elterngeld gezahlt wird. Hierdurch verlängert sich der Zahlungszeitraum auf insgesamt 28 Monate maximal. Und als wäre das noch nicht kompliziert genug, gibt es auch noch die Partnerschaftsboni, die eine erneute Verlängerung bewirken. „Wenn sich beide Elternteile dazu entscheiden, in 4 aufeinanderfolgenden Lebensmonaten des Kindes gleichzeitig 25 bis 30 Wochenstunden zu arbeiten, erhalten Sie zusätzlich einen Partnerschaftsbonus: Sie haben dann Anspruch auf jeweils 4 weitere Monatsbeiträge Elterngeld Plus.“ (Quelle: https://www.elterngeld.de/)

3: Antrag soweit wie möglich ausfüllen

Damit die Berechnung des Elterngeldes und auch die Bewilligung des Antrages erledigt werden kann, reichen Eltern ein mehrseitiges Formular bei ihrer zuständigen Elterngeldstelle ein. Besonders wichtig ist es hier, die richtige Elterngeldstelle zu kontaktieren, da sich die Formulare je nach Bundesland durchaus unterscheiden können. Die Postleitzahlensuche von familien-wegweiser.de hilft dabei, den passenden Ansprechpartner zu finden.

Antrag auf Elterngeld als Formular zum Ausfüllen
Einige Informationen können schon frühzeitig auf dem Antragsformular vermerkt werden. (Bild: ©Dan Race / Fotolia)

Ausgefüllt kann dann schon alles, was bekannt ist. Kontodaten, Adressinformationen und der persönliche Plan bezüglich Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus sind dann bereits eingetragen. Nach der Geburt geht die Fertigstellung des Antrages dann deutlich schneller von der Hand.

4: Antrag bei der zuständigen Elterngeldstelle einreichen

Sobald das Baby geboren wurde, kann der Elterngeldantrag eingereicht werden. Hierfür benötigen Eltern noch die Geburtsurkunde, die sie vom zuständigen Standesamt speziell für die Beantragung des Elterngeldes ausgestellt bekommen. Hier genügt keine Kopie!

Alle notwendigen Unterlagen und Nachweise werden gemeinsam mit dem fertig ausgefüllten Antrag in einen großen Umschlag gelegt und entweder per Post zur Elterngeldstelle geschickt oder persönlich abgegeben. Da die meisten jungen Eltern in der ersten Zeit lieber zu Hause bleiben, bietet sich der Postweg besonders an.

Um sicherzugehen, dass der Antrag auch wirklich ankommt, sollte er per Einschreiben verschickt werden.

5: Abwarten, bis die Bearbeitung erfolgt

Zu diesem Zeitpunkt ist das Wichtigste bereits erledigt. Eltern können sich jetzt intensiv mit ihrem Baby beschäftigen und die Kennenlernzeit genießen. Wie lange die Bearbeitung des Elterngeldantrages dauert, kann nicht pauschal gesagt werden. Je nach Auslastung der jeweiligen Elterngeldstelle ist es möglich, dass bis zu acht Wochen vergehen. Wenn der Elterngeldstelle noch Unterlagen fehlen, werden diese nachgefordert. Das kann die Bearbeitungsdauer natürlich deutlich verlängern. Daher ist das sorgfältige Zusammenstellen aller Dokumente auch in finanzieller Hinsicht wichtig.

Da während dieser Zeit keine Geldmittel fließen und die Familie von einem Gehalt leben muss, sollte ein kleines Finanzpolster bereitstehen. Auch wenn das Elterngeld dann für drei Monate rückwirkend ausgezahlt werden kann, verhindern Paare so, dass Geldsorgen die Freude am Elternsein trüben.

6: Das erste Geld kommt

Ist der Antrag dann endlich bearbeitet, schickt die Elterngeldstelle einen positiven Bescheid und gibt Auskunft über die letztendliche Höhe der Auszahlung. Dann gibt es für Paare nichts mehr zu tun und die erste Überweisung inklusive der rückwirkenden Auszahlungen wird auf das angegebene Konto überwiesen.

frau sitzt am küchentisch und liest einen brief
Der letztendliche Bescheid gibt Auskunft über die konkreten Zahlungen. (Bild: ©contrastwerkstatt / Fotolia))

Es kann sein, dass sich im Laufe der Zeit noch Änderungen ergeben und dass das ausgewählte Modell nicht mehr passt. Sollte das der Fall sein, können Eltern problemlos einen Änderungsantrag stellen. Die hier relevanten Neuerungen gelten nicht erst ab dem Zeitpunkt des Antrages, sondern können auch für drei Monate rückwirkend geltend gemacht werden.

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2 Kommentare

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Bredelin 9. Juli 2020 - 17:25

Bis zu acht Wochen? Schön wäre es ja. Meine Frau hat (vor Corona) 4 Monate gewartet bis das Geld ausgezahlt wurde, ich warte derzeit ebenfalls seit drei Monaten und habe noch keinen Cent gesehen. Das Puffer sollte also sicherheitshalber etwas dicker sein wenn irgend möglich.

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Fräuleinwundervonkillekille 25. August 2020 - 17:30

Hallo wie du sagtest das war vor Corona da hat man sich auf die Situation erst spielen müssen und jeder musste auf verzögerte Bearbeitungen bei Anträgen warten .

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