Masern, Windpocken, Scharlach oder Keuchhusten: Viele Kinderkrankheiten beginnen mit Beschwerden, die zunächst wie ein gewöhnlicher Infekt wirken. Diese Übersicht hilft euch dabei, typische Symptome einzuordnen, Warnzeichen zu erkennen und schnell zum passenden ausführlichen Ratgeber zu gelangen.
Der Begriff „Kinderkrankheiten“ ist keine fest umrissene medizinische Gruppe. Gemeint sind meist ansteckende Erkrankungen, die früher besonders häufig schon im Kindesalter auftraten. Dahinter können Viren, Bakterien oder – wie bei Krätze – Parasiten stecken. Auch Jugendliche und Erwachsene können erkranken. Manche Infektionen verlaufen bei ihnen sogar schwerer.
Schnell zum passenden Bereich
Besonders wichtige Kinderkrankheiten
Einige Erkrankungen sind besonders ansteckend, können sehr schnell schwer verlaufen oder treffen Babys und kleine Kinder stärker.
Die folgenden Ratgeber führen euch direkt zu Symptomen, Ansteckung, Behandlung, Impfungen oder Prophylaxe. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose.
Masern bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Impfung
Meningokokken bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Impfung
Keuchhusten bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Behandlung
RSV bei Babys und Kindern: Symptome, Warnzeichen und Prophylaxe
Kinderkrankheiten mit Ausschlag oder Hautveränderungen
Ein Hautausschlag kann bei mehreren Kinderkrankheiten auftreten. Aussehen, Reihenfolge und Begleitsymptome geben Hinweise, reichen allein aber nicht für eine sichere Diagnose.
Wichtig ist das Gesamtbild: Hat das Kind Fieber? Wo beginnt der Ausschlag? Juckt er? Gibt es Bläschen, Halsschmerzen oder Veränderungen im Mund? Unser Beitrag über Fieber bei Babys und Kindern hilft euch, die Körpertemperatur und den Allgemeinzustand besser einzuordnen. Bei Verdacht auf eine hochansteckende Erkrankung solltet ihr die Kinderarztpraxis vor dem Besuch anrufen.
Röteln bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Impfung
Drei-Tage-Fieber bei Kindern: Symptome, Ausschlag und Ansteckung
Röteln und Ringelröteln sind nicht dasselbe. Die Erkrankungen werden von unterschiedlichen Viren ausgelöst. Beide sind besonders in der Schwangerschaft wichtig, weil eine Infektion das ungeborene Kind gefährden kann.
Husten, Atemwege und schwere Infektionen
Husten, Schnupfen und Fieber kommen bei Kindern häufig vor. Entscheidend ist, wie das Kind atmet, trinkt und auf seine Umgebung reagiert.
Eine harmlose Erkältung lässt sich zu Beginn nicht immer sicher von Grippe, RSV, Keuchhusten oder einer anderen Atemwegsinfektion unterscheiden. Unser Vergleich Grippe, Erkältung oder grippaler Infekt zeigt euch die wichtigsten Unterschiede. Atemnot, bläuliche Lippen, auffällige Atempausen oder eine rasche Verschlechterung sind keine normalen Erkältungszeichen.
Magen-Darm-Infektionen bei Kindern
Bei Erbrechen und Durchfall verlieren Babys und kleine Kinder besonders schnell Flüssigkeit.
Noroviren und Rotaviren können sehr ansteckend sein. Achtet darauf, ob euer Kind ausreichend trinkt und regelmäßig Urin ausscheidet. Trockene Lippen, eine trockene Zunge, ungewöhnliche Müdigkeit oder deutlich weniger nasse Windeln können auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten. Bei Babys oder einem schlechten Allgemeinzustand solltet ihr früh ärztlichen Rat einholen.
Weitere Erkrankungen, vor denen Impfungen schützen können
Gegen einige schwere Infektionskrankheiten gibt es wirksame Impfungen. Gegen andere Kinderkrankheiten steht keine Impfung zur Verfügung.
Welche Impfungen in welchem Alter empfohlen werden, legt die Ständige Impfkommission fest. Der Impfpass zeigt, welche Dosen bereits dokumentiert sind und wo Schutz fehlen könnte. Die Kinderarztpraxis kann prüfen, welche Impfungen oder Nachholimpfungen für euer Kind anstehen.
Wie werden Kinderkrankheiten übertragen?
Es gibt nicht den einen Übertragungsweg für alle Kinderkrankheiten.
- Über die Luft oder Tröpfchen: zum Beispiel bei Masern, Keuchhusten oder Grippe.
- Über Hände, Gegenstände oder Körperflüssigkeiten: zum Beispiel bei Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder Magen-Darm-Infektionen.
- Durch engen Hautkontakt: zum Beispiel bei Krätze.
- Über Wunden: Tetanus entsteht, wenn Sporen des Erregers in eine Wunde gelangen. Die Erkrankung wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Händewaschen, richtiges Husten und Niesen, getrennte Handtücher sowie eine gute Lebensmittel- und Toilettenhygiene können das Ansteckungsrisiko senken. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt jedoch vom jeweiligen Erreger ab.
Was gilt für Kita und Schule?
Ob und wie lange ein Kind eine Gemeinschaftseinrichtung nicht besuchen darf, hängt von der Erkrankung ab.
Bei bestimmten Infektionen gelten Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes. Informiert Kita oder Schule frühzeitig, wenn eine ansteckende Erkrankung festgestellt wurde oder ein begründeter Verdacht besteht. Die Kinderarztpraxis oder das Gesundheitsamt kann euch sagen, wann der Besuch wieder möglich ist und ob Kontaktpersonen besondere Maßnahmen benötigen.
Wann braucht ein Kind schnell medizinische Hilfe?
Ruft sofort die 112, wenn euer Kind schwer Luft bekommt, nicht richtig ansprechbar ist, einen Krampfanfall hat oder sich sein Zustand innerhalb kurzer Zeit stark verschlechtert.
Weitere Warnzeichen, die sofort medizinisch abgeklärt werden müssen, sind:
- bläuliche Lippen oder Haut
- Bewusstseinsstörungen oder starke Teilnahmslosigkeit
- Nackensteife
- schwere Atemnot oder auffällig angestrengte Atmung
- ein Kind, das gar nicht trinken kann oder deutliche Zeichen eines Flüssigkeitsmangels zeigt
- ein außergewöhnlich schweres Krankheitsgefühl oder ein Zustand, der euch große Sorge macht
Ist die Situation dringend, aber nicht lebensbedrohlich, erreicht ihr außerhalb der Praxiszeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Wenn ihr unsicher seid oder euer Kind ungewöhnlich krank wirkt, holt lieber einmal zu früh ärztlichen Rat.
Warum der Impfpass wichtig ist
Impfungen verhindern nicht jede Infektion. Sie schützen aber vor mehreren Erkrankungen, die schwere Komplikationen verursachen können.
Die Empfehlungen verändern sich, wenn neue Erkenntnisse oder neue Schutzmöglichkeiten hinzukommen. Deshalb lohnt es sich, den Impfpass regelmäßig in der Kinderarztpraxis prüfen zu lassen. Das ist auch dann sinnvoll, wenn Impfungen verspätet begonnen oder einzelne Termine verpasst wurden.
Diese Übersichtsseite soll euch schnell zum passenden Thema führen. Für Diagnose, Behandlung und die Entscheidung über Impfungen ist immer die individuelle ärztliche Beratung entscheidend.
Quellen
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