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Hib bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Impfung

Hib bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Impfung

Die Abkürzung Hib steht für Haemophilus influenzae Typ b. Der Name klingt nach Grippe. Mit dem Influenzavirus hat der Erreger jedoch nichts zu tun. Hib ist ein Bakterium, das vor allem für ungeimpfte Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden kann.

Die Infektion kann eine Hirnhautentzündung, eine Blutvergiftung, oder eine schwere Kehldeckelentzündung verursachen. Letztere kann innerhalb kurzer Zeit die Atemwege blockieren. Durch die Impfung sind solche Erkrankungen in Deutschland selten geworden. Trotzdem sollten Eltern die wichtigsten Warnzeichen kennen.

Hib auf einen Blick

  • Erreger: Bakterium Haemophilus influenzae Typ b
  • Übertragung: hauptsächlich über Tröpfchen und Atemwegssekrete
  • Besonders gefährdet: ungeimpfte Säuglinge und Kleinkinder
  • Mögliche Erkrankungen: Hirnhautentzündung, Kehldeckelentzündung, Sepsis und Lungenentzündung
  • Behandlung: unverzüglich mit Antibiotika im Krankenhaus
  • Impfung: Bestandteil der Sechsfachimpfung
  • Impftermine: mit 2, 4 und 11 Monaten
  • Notfallzeichen: Atemnot, auffällige Atemgeräusche, starke Schluckbeschwerden, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle

Was ist Haemophilus influenzae Typ b?

Haemophilus influenzae ist eine Gruppe von Bakterien. Einige besitzen eine schützende Kapsel und werden in die Typen a bis f eingeteilt. Andere Stämme haben keine solche Kapsel.

Der Typ b wird als Hib abgekürzt. Er kann besonders schwere Erkrankungen verursachen, wenn er aus dem Nasen-Rachen-Raum in das Blut, das Nervensystem oder andere normalerweise keimfreie Bereiche gelangt.

Medizinisch wird dann von einer invasiven Hib-Infektion gesprochen. „Invasiv“ bedeutet, dass der Erreger nicht nur auf einer Schleimhaut sitzt, sondern tiefer in den Körper eingedrungen ist.

Ist Hib eine Grippe?

Nein. Der Name des Bakteriums ist historisch entstanden. Als Haemophilus influenzae entdeckt wurde, hielten Forschende den Erreger zunächst für die Ursache der Grippe. Später stellte sich heraus, dass eine echte Grippe durch Influenzaviren ausgelöst wird.

Hib ist dagegen ein Bakterium. Auch die Behandlung unterscheidet sich. Bei einer schweren Hib-Erkrankung werden Antibiotika eingesetzt. Gegen Grippeviren wirken Antibiotika nicht.

Wie wird Hib übertragen?

Hib-Bakterien werden vor allem über Atemwegssekrete übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen kleine erregerhaltige Tröpfchen in die Umgebung.

Eine Ansteckung ist außerdem möglich durch:

  • engen Kontakt von Angesicht zu Angesicht
  • direkten Kontakt mit Speichel oder Nasensekret
  • gemeinsam benutzte Trinkgefäße
  • verunreinigte Hände
  • Gegenstände, an denen Atemwegssekrete haften

Manche Menschen tragen die Bakterien im Nasen-Rachen-Raum, ohne selbst krank zu sein. Sie können den Erreger trotzdem weitergeben.

Die genaue Inkubationszeit lässt sich nicht sicher bestimmen. Das liegt leider auch daran, dass die Bakterien (wie hier oben beschrieben) eine Zeit lang unbemerkt im Nasen-Rachen-Raum vorkommen können. Nach einer neuen Ansteckung kann sich eine Erkrankung innerhalb weniger Tage entwickeln.

Wie lange ist Hib ansteckend?

Eine Ansteckung ist möglich, solange sich die Bakterien im Nasen-Rachen-Raum befinden. Das kann auch noch der Fall sein, wenn die eigentlichen Beschwerden schon nachgelassen haben.

Nach Beginn einer wirksamen Antibiotikabehandlung gelten Erkrankte allerdings normalerweise nach 24 Stunden nicht mehr als ansteckend. Ob der Kontakt zu anderen Menschen wieder möglich ist, sollte trotzdem ärztlich, beziehungsweise mit dem Gesundheitsamt, geklärt werden.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für eine schwere Hib-Erkrankung?

Besonders gefährdet sind ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Kinder unter fünf Jahren. Das höchste Risiko besteht im Säuglings- und frühen Kleinkindalter.

Ein erhöhtes Risiko haben außerdem Menschen:

  • ohne Milz oder mit eingeschränkter Milzfunktion
  • mit bestimmten Störungen des Immunsystems
  • mit schweren chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen
  • in bestimmten Ausbruchssituationen
  • mit weiteren gesundheitlichen oder sozialen Risikofaktoren

Geimpfte Kinder sind sehr gut vor invasiven Erkrankungen durch den Typ b geschützt. Die Impfung schützt allerdings nicht vor allen anderen Haemophilus-influenzae-Stämmen.

Welche Erkrankungen kann Hib auslösen?

Hib kann verschiedene Organe befallen. Zu den besonders schweren Krankheitsbildern gehören:

  • bakterielle Hirnhautentzündung
  • Kehldeckelentzündung
  • Blutvergiftung
  • Lungenentzündung
  • Gelenkentzündung
  • Knochenentzündung
  • Entzündung des Herzbeutels
  • Entzündungen des Unterhautgewebes

Die Beschwerden hängen davon ab, welcher Bereich des Körpers betroffen ist. Invasive Hib-Erkrankungen können sich innerhalb kurzer Zeit verschlimmern.

Welche allgemeinen Symptome können auftreten?

Zu Beginn sind die Beschwerden nicht immer eindeutig. Möglich sind:

  • plötzliches Fieber
  • starke Müdigkeit
  • auffällige Reizbarkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Trinkverweigerung
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • ein starkes Krankheitsgefühl
  • schnelle oder erschwerte Atmung

Diese Symptome können viele Ursachen haben. Hinweise zur Einordnung findet ihr in unserem Ratgeber über Fieber bei Babys und Kindern. Entscheidend ist der Gesamtzustand. Wirkt ein Kind ungewöhnlich schwer krank oder verschlechtert sich der Zustand schnell, benötigt es dringend medizinische Hilfe.

Woran lässt sich eine Hib-Hirnhautentzündung erkennen?

Eine durch Hib verursachte Hirnhautentzündung beginnt häufig plötzlich. Bei älteren Kindern können folgende Beschwerden auftreten:

  • hohes Fieber
  • starke Kopfschmerzen
  • Nacken- oder Rückensteifigkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • wiederholtes Erbrechen
  • Benommenheit
  • Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen

Bei Babys sind die Zeichen häufig weniger typisch. Möglich sind:

  • ungewöhnliche Schläfrigkeit
  • schrilles oder ungewohntes Schreien
  • Trinkverweigerung
  • häufiges Erbrechen
  • eine schlaffe oder steife Körperhaltung
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Krampfanfälle
  • eine vorgewölbte oder gespannte Fontanelle
  • ein rasch schlechter werdender Allgemeinzustand

Eine fehlende Nackensteifigkeit schließt eine Hirnhautentzündung bei einem Baby übrigens nicht aus. Nicht jede bakterielle Meningitis wird durch Hib verursacht. Weitere mögliche Erreger sind beispielsweise Meningokokken oder Pneumokokken. Anhand der Beschwerden allein lässt sich der Erreger nicht zuverlässig bestimmen.

Was ist eine Kehldeckelentzündung?

Der Kehldeckel liegt am Eingang des Kehlkopfs. Beim Schlucken verhindert er, dass Nahrung in die Luftröhre gelangt.

Entzündet sich der Kehldeckel durch Hib, kann er stark anschwellen. Dadurch werden die Atemwege immer enger. Eine solche Epiglottitis kann sich innerhalb weniger Stunden zu einem lebensbedrohlichen Notfall entwickeln. Seit Einführung der Hib-Impfung ist diese Erkrankung bei Kindern jedoch glücklicherweise sehr selten geworden.

Welche Warnzeichen sprechen für eine Kehldeckelentzündung?

Mögliche Anzeichen sind:

  • plötzliches hohes Fieber
  • starke Halsschmerzen
  • große Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Speichel, der aus dem Mund läuft
  • eine kloßige oder auffällig leise Stimme
  • pfeifende oder ziehende Geräusche beim Einatmen
  • deutliche Atemnot
  • große Angst oder Unruhe
  • eine nach vorn gebeugte, aufrechte Körperhaltung
  • blasse oder bläulich wirkende Haut

Das Kind vermeidet möglicherweise das Hinlegen, weil es im Sitzen besser Luft bekommt.

Was dürfen Eltern bei einer vermuteten Kehldeckelentzündung nicht tun?

Ruft sofort die 112 und haltet das Kind möglichst ruhig. Lasst es in der Position bleiben, in der es am besten atmen kann.

Wichtig ist:

  • Drückt die Zunge nicht herunter.
  • Schaut nicht selbst tief in den Rachen.
  • Legt das Kind nicht gegen seinen Willen hin.
  • Gebt ihm nichts zu essen oder zu trinken.
  • Versucht nicht, selbst einen Gegenstand aus dem Hals zu entfernen.
  • Fahrt bei deutlicher Atemnot nicht selbst zur Klinik.

Eine Untersuchung des Rachens kann das Kind aufregen und die Atemnot verstärken. Die Atemwege müssen von medizinischem Fachpersonal gesichert werden. Daher bitte keine Zeit verlieren – und Hilfe dazuholen.

Woran kann eine Hib-Sepsis erkannt werden?

Gelangen die Bakterien in die Blutbahn, kann eine Sepsis entstehen. Dabei reagiert der gesamte Körper auf die Infektion. Organe und Kreislauf können innerhalb kurzer Zeit geschädigt werden.

Mögliche Warnzeichen sind:

  • sehr schnelles oder erschwertes Atmen
  • ein auffällig schneller Puls
  • kalte Hände und Füße
  • blasse, fleckige oder marmorierte Haut
  • starke Schläfrigkeit
  • Verwirrtheit
  • Teilnahmslosigkeit
  • Kreislaufprobleme
  • kaum noch Urin
  • ein rasch schlechter werdender Zustand

Ein Hautausschlag muss bei einer Hib-Sepsis nicht auftreten. Wartet deshalb nicht auf sichtbare Flecken, wenn das Kind bereits schwer krank wirkt.

Wann müssen Eltern sofort die 112 rufen?

Ruft unverzüglich den Rettungsdienst, wenn euer Kind:

  • Atemnot oder auffällige Atemgeräusche hat
  • kaum noch schlucken kann und Speichel aus dem Mund läuft
  • eine bläuliche Färbung an Lippen oder Haut entwickelt
  • schwer weckbar, verwirrt oder bewusstlos ist
  • einen Krampfanfall hat
  • einen steifen Nacken und starke Kopfschmerzen bekommt
  • deutliche Kreislaufprobleme zeigt
  • innerhalb kurzer Zeit immer schwerer krank wirkt
  • als Baby ungewöhnlich schlaff ist oder eine vorgewölbte Fontanelle hat

Bei weniger schweren, aber unklaren Beschwerden könnt ihr die Kinderarztpraxis oder außerhalb ihrer Sprechzeiten die 116117 kontaktieren. Vermutet ihr eine Kehldeckelentzündung, Hirnhautentzündung oder Sepsis, ist die 112 die richtige Anlaufstelle.

Wie wird eine Hib-Erkrankung festgestellt?

Bei einem dringenden Verdacht beginnt die Behandlung im Krankenhaus sofort. Die Therapie darf nicht unnötig aufgeschoben werden, während noch auf sämtliche Untersuchungsergebnisse gewartet wird.

Für die Diagnose können unter anderem untersucht werden:

  • Blut
  • Nervenwasser
  • Abstriche
  • Flüssigkeit aus einem entzündeten Gelenk
  • andere Proben aus dem betroffenen Körperbereich

Im Labor wird geprüft, ob Haemophilus influenzae vorhanden ist. Wenn möglich, wird anschließend bestimmt, ob es sich tatsächlich um den Typ b handelt.

Wie wird eine invasive Hib-Infektion behandelt?

Schwere Hib-Erkrankungen werden im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt. Diese werden normalerweise direkt über eine Vene gegeben.

Abhängig vom Zustand des Kindes können weitere Maßnahmen notwendig sein:

  • Überwachung von Atmung und Kreislauf
  • Sauerstoffgabe
  • Sicherung der Atemwege
  • Flüssigkeit über eine Infusion
  • Behandlung von Krampfanfällen
  • intensivmedizinische Betreuung
  • spätere Physiotherapie oder andere Rehabilitationsmaßnahmen

Eine Kehldeckelentzündung erfordert möglicherweise eine künstliche Sicherung der Atemwege. Die Ärztinnen und Ärzte verhindern damit, dass die zunehmende Schwellung die Atmung blockiert.

Hausmittel können eine invasive Hib-Infektion nicht behandeln.

Welche Folgen kann eine Hib-Erkrankung haben?

Wird die Erkrankung früh erkannt und behandelt, erholen sich viele Kinder vollständig. Eine Hib-Hirnhautentzündung kann dennoch bleibende Schäden hinterlassen.

Mögliche Folgen sind:

  • Hörverlust
  • Krampfanfälle
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Lern- und Konzentrationsprobleme
  • Einschränkungen der Bewegung
  • andere neurologische Schäden

Nach einer überstandenen Hirnhautentzündung sind deshalb ärztliche Nachkontrollen wichtig. Dazu gehört häufig eine Überprüfung des Hörvermögens.

Was passiert nach engem Kontakt zu einer erkrankten Person?

Nicht jede kurze Begegnung führt automatisch zu besonderen Maßnahmen. Entscheidend sind die Nähe, die Dauer des Kontakts, der Impfstatus und das persönliche Erkrankungsrisiko. Eine vorsorgliche Antibiotikabehandlung kann unter anderem empfohlen werden:

  • für ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Kinder unter fünf Jahren nach engem Kontakt in einer Gemeinschaftseinrichtung
  • für Menschen mit einem erhöhten Risiko für eine schwere Hib-Erkrankung
  • für sämtliche Haushaltsmitglieder, wenn dort ein unzureichend geschütztes Kind unter fünf Jahren lebt
  • für Haushaltsmitglieder, wenn eine besonders gefährdete Person dort lebt
  • unter bestimmten Bedingungen für ganze Gruppen in einer Kita-Ausbruchssituation

Das Gesundheitsamt oder die behandelnde Praxis entscheidet, wer diese Chemoprophylaxe benötigt. Gebt einem Kind niemals vorsorglich übrig gebliebene Antibiotika aus dem eigenen Haushalt.

Fehlende Hib-Impfungen sollten bei Kindern unter fünf Jahren möglichst bald nachgeholt werden. Eine Impfung ersetzt die angeordnete Antibiotikabehandlung nach einem engen Kontakt nicht.

Welche Hib-Impfung empfiehlt die STIKO?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Hib-Impfung für alle Säuglinge. Sie wird üblicherweise als Bestandteil der Sechsfachimpfung verabreicht.

Diese Kombinationsimpfung schützt gegen:

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Polio
  • Haemophilus influenzae Typ b
  • Hepatitis B

Für reif geborene Babys sind Impfungen vorgesehen im Alter von:

  • 2 Monaten
  • 4 Monaten
  • 11 Monaten

Frühgeborene, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden, erhalten eine zusätzliche Dosis. Für sie gelten üblicherweise die Impftermine:

  • 2 Monate
  • 3 Monate
  • 4 Monate
  • 11 Monate

Zwischen der vorletzten und der letzten Dosis müssen mindestens sechs Monate liegen.

Weitere Informationen zu den Bestandteilen der Sechsfachimpfung findet ihr in unseren Beiträgen über Polio bei Kindern, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten.

Was gilt bei versäumten Hib-Impfungen?

Fehlende Impfungen sollen möglichst bald nachgeholt werden. Die allgemeine Nachholimpfung wird für Kinder bis zum fünften Geburtstag empfohlen.

Wird ein ungeimpftes Kind erst im Alter von einem bis vier Jahren gegen Hib geimpft, reicht normalerweise eine einzelne Dosis aus.

Ab dem fünften Geburtstag wird die Hib-Impfung nicht mehr allgemein empfohlen. Ausnahmen gelten insbesondere für Menschen ohne funktionierende Milz und für bestimmte gefährdete Personen in einer Ausbruchssituation.

Eine Impfserie muss bei längeren Abständen normalerweise nicht neu begonnen werden. Die Kinderarztpraxis kann anhand des Impfpasses feststellen, welche Dosis noch fehlt.

Benötigen Kinder später eine Hib-Auffrischung?

Nach einer vollständig abgeschlossenen Impfserie ist für gesunde Kinder normalerweise keine weitere Hib-Auffrischung vorgesehen.

Eine Ausnahme kann bestehen, wenn das Kind keine Milz hat oder die Milz nicht richtig arbeitet. Auch bei besonderen Ausbruchssituationen können zusätzliche Empfehlungen ausgesprochen werden.

Schützt die Impfung vor allen Haemophilus-influenzae-Infektionen?

Nein. Die Hib-Impfung schützt gezielt vor Haemophilus influenzae Typ b. Sie verhindert nicht jede Infektion durch andere bekapselte oder unbekapselte Stämme des Bakteriums.

Auch andere Erreger können eine Hirnhaut-, Kehlkopf- oder Lungenentzündung verursachen. Deshalb müssen entsprechende Warnzeichen unabhängig vom Impfstatus ernst genommen werden.

Welche Impfreaktionen können auftreten?

Nach der Sechsfachimpfung kann es vorübergehend zu Impfreaktionen kommen. Möglich sind:

  • Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Reizbarkeit oder Unruhe
  • vorübergehend weniger Appetit
  • Kopf- oder Gliederschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Fieber

Die Reaktionen klingen gewöhnlich innerhalb weniger Tage wieder ab.

Sehr selten treten schwere allergische Reaktionen auf. Bei Atemnot, einer starken Schwellung im Gesicht oder Kreislaufproblemen muss sofort die 112 gerufen werden.

Kann ein vollständig geimpftes Kind trotzdem erkranken?

Impfdurchbrüche sind möglich, aber selten. Außerdem kann ein Kind durch einen anderen Haemophilus-influenzae-Typ oder einen ganz anderen Erreger erkranken.

Zeigt ein Kind Anzeichen einer Hirnhautentzündung, einer Sepsis oder einer gefährlichen Verengung der Atemwege, muss es sofort medizinisch untersucht werden. Das gilt auch bei vollständig dokumentierter Impfung.

Was gilt für Kita und Schule?

Bei einer Hib-Hirnhautentzündung oder einem entsprechenden Verdacht, darf das Kind keine Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Die Eltern müssen die Kita oder Schule unverzüglich informieren.

Auch für enge Haushaltskontakte können vorübergehend besondere Regeln gelten. Das Gesundheitsamt prüft den Impfstatus und entscheidet, ob eine vorsorgliche Antibiotikabehandlung oder ein zeitweiser Ausschluss notwendig ist.

Die Rückkehr in die Einrichtung sollte erst erfolgen, wenn ärztlich beziehungsweise vom Gesundheitsamt bestätigt wurde, dass keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist.

Ist eine Hib-Erkrankung meldepflichtig?

Der direkte Nachweis von Haemophilus influenzae aus Blut oder Nervenwasser wird in Deutschland namentlich an das Gesundheitsamt gemeldet. Das Labor übernimmt diese Meldung.

Gemeinschaftseinrichtungen müssen außerdem über eine Hib-Hirnhautentzündung oder einen entsprechenden Verdacht informiert werden. So kann das Gesundheitsamt mögliche Kontaktpersonen schnell ermitteln und notwendige Schutzmaßnahmen veranlassen.

Was bedeutet der Hib-Ausbruch in Hamburg?

Seit September 2024 wurde in Hamburg ein länger anhaltender Ausbruch invasiver Hib-Erkrankungen beobachtet. Ein RKI-Bericht vom 30. April 2026 beschrieb 37 mögliche Fälle. Bei 32 davon waren die Bakterienstämme genetisch eng miteinander verwandt.

Die Übertragung fand nach damaligem Stand überwiegend unter Erwachsenen mit Drogengebrauch und Wohnungslosigkeit statt. Der Ausbruch bedeutet deshalb nicht, dass Hib plötzlich allgemein in Kitas oder Familien grassiert.

Er war jedoch ein Grund dafür, die Empfehlungen für besonders gefährdete Kontaktpersonen und Risikogruppen zu erweitern. Für Kinder bleibt vor allem wichtig, die reguläre Impfserie rechtzeitig abzuschließen.


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