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Polio bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Impfung

Polio bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Impfung

Polio ist in Deutschland selten geworden. Viele Eltern kennen die Erkrankung nur noch unter ihrem früher gebräuchlichen Namen Kinderlähmung. Dass sie hier kaum noch auftritt, ist vor allem der Impfung zu verdanken.

Harmlos ist die Infektion deshalb nicht. Polioviren können das Nervensystem angreifen und bleibende Lähmungen verursachen. Die meisten Infizierten haben allerdings keine oder nur leichte Beschwerden. Dadurch kann das Virus unbemerkt weitergegeben werden.

Polioviren wurden zuletzt auch im deutschen Abwasser nachgewiesen. Erkrankungsfälle waren mit diesen Funden bislang nicht verbunden. Sie zeigen allerdings, warum ein vollständiger Impfschutz weiterhin wichtig ist.

Polio auf einen Blick

  • Erreger: Polioviren
  • Übertragung: hauptsächlich über kleinste Stuhlreste an Händen, Lebensmitteln oder Gegenständen
  • Inkubationszeit: meist 3 bis 35 Tage
  • Symptome: häufig keine Beschwerden, ansonsten Fieber, Halsweh, Kopf- oder Muskelschmerzen
  • Schwerer Verlauf: Hirnhautentzündung oder schlaffe Lähmungen
  • Behandlung: keine gezielte Therapie gegen das Virus
  • Schutz: Impfung mit einem inaktivierten Impfstoff
  • Standardimpfung: mit 2, 4 und 11 Monaten sowie eine Auffrischung zwischen 9 und 16 Jahren
  • Wichtig: Plötzliche Muskelschwäche, Lähmungen sowie Atem- oder Schluckprobleme sind ein Notfall

Was ist Polio?

Polio ist eine Infektionskrankheit, die durch Polioviren verursacht wird. Der medizinische Name lautet Poliomyelitis.

Die Viren vermehren sich zunächst im Rachen und im Darm. Von dort können sie in seltenen Fällen in das zentrale Nervensystem gelangen. Befallen sie dort Nervenzellen, die für die Steuerung der Muskeln zuständig sind, können Lähmungen entstehen.

Polio kann Menschen in jedem Lebensalter treffen. Die Bezeichnung Kinderlähmung entstand, weil früher besonders viele Kinder erkrankten. Polio ist aber keine Erkrankung, die ausschließlich Kinder betrifft.

Ist jede Infektion mit Polioviren eine Kinderlähmung?

Nein. Eine Infektion mit Polioviren führt nur selten zu den bekannten Lähmungen.

Bei der großen Mehrheit der Infizierten treten überhaupt keine Beschwerden auf. Die Betroffenen können die Viren trotzdem eine Zeit lang ausscheiden und an andere Menschen weitergeben.

Ein kleinerer Teil entwickelt leichte, grippeähnliche Beschwerden. Nur bei einem sehr kleinen Anteil greift das Virus das Nervensystem an. Dann kann es zu einer Hirnhautentzündung oder zu Lähmungen kommen.

Poliovirus-Infektion und paralytische Kinderlähmung sind daher nicht dasselbe. Die Kinderlähmung ist die seltene, besonders schwere Verlaufsform der Infektion.

Wie werden Polioviren übertragen?

Polioviren werden hauptsächlich auf fäkal-oralem Weg übertragen. Das bedeutet: Die Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und gelangen anschließend über den Mund in den Körper eines anderen Menschen.

Eine Ansteckung ist beispielsweise möglich durch:

  • unzureichend gewaschene Hände nach dem Toilettengang oder Wickeln
  • verunreinigte Lebensmittel
  • verunreinigtes Trinkwasser
  • gemeinsam benutzte Gegenstände
  • engen Kontakt bei mangelnden hygienischen Bedingungen

Zu Beginn der Infektion befinden sich die Viren auch im Rachen. In dieser Phase kann eine Übertragung über Speichel oder feinste Tröpfchen ebenfalls möglich sein. Gründliches Händewaschen ist deshalb wichtig. Es ersetzt allerdings logischerweise nicht die Impfung.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Zwischen der Ansteckung und den ersten Beschwerden können etwa 3 bis 35 Tage vergehen. Bei schweren Verläufen mit Lähmungen beträgt die Inkubationszeit häufig ungefähr 7 bis 14 Tage.

Infizierte können Polioviren bereits vor dem Auftreten erster Beschwerden ausscheiden. Im Stuhl lassen sich die Viren häufig noch mehrere Wochen nachweisen.

Da viele Infektionen unbemerkt verlaufen, kann das Virus weitergegeben werden, ohne dass die betroffene Person von ihrer Infektion weiß.

Welche Symptome kann Polio verursachen?

Die meisten Infektionen verursachen keine erkennbaren Krankheitszeichen. Treten Beschwerden auf, erinnern sie zunächst oft an einen gewöhnlichen Infekt.

Möglich sind:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall oder Bauchschmerzen
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • ein allgemeines Krankheitsgefühl

Diese Beschwerden sind unspezifisch. Sie können bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Hinweise zur Einordnung erhöhter Temperatur findet ihr in unserem Beitrag über Fieber bei Babys und Kindern.

Kann Polio eine Hirnhautentzündung verursachen?

In seltenen Fällen greift die Infektion das Nervensystem an, ohne dass Lähmungen auftreten. Dabei kann sich eine nicht eitrige Hirnhautentzündung entwickeln.

Mögliche Warnzeichen sind:

  • hohes Fieber
  • starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Rückenschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • wiederholtes Erbrechen
  • starke Unruhe oder auffällige Schläfrigkeit

Eine Hirnhautentzündung kann unterschiedliche Ursachen haben. Auch andere Viren und Bakterien kommen als Auslöser infrage. Besonders schnell können beispielsweise Erkrankungen durch Meningokokken verlaufen. Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung benötigt das Kind sofort medizinische Hilfe.

Wie zeigen sich polio­bedingte Lähmungen?

Eine paralytische Polio beginnt manchmal, nachdem sich die ersten Beschwerden bereits gebessert haben. Dann steigt das Fieber erneut an. Gleichzeitig können starke Muskel-, Rücken- oder Nackenschmerzen auftreten.

Typisch sind plötzlich einsetzende schlaffe Lähmungen. Dabei verlieren einzelne Muskeln oder Muskelgruppen an Kraft und Spannung.

Die Lähmungen:

  • betreffen häufig die Beine
  • können auf einer Körperseite stärker sein
  • sind meist ungleichmäßig verteilt
  • gehen häufig mit verminderten Reflexen einher
  • können sich innerhalb kurzer Zeit ausbreiten

Auch die Arme, die Rumpfmuskulatur und die Atemmuskulatur, können betroffen sein. Werden Nerven im Bereich des Hirnstamms geschädigt, sind außerdem Schluck-, Sprech- und Atemprobleme möglich.

Nicht jede Muskelschwäche ist Polio. Plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen sollten aber wirklich immer sofort ärztlich abgeklärt werden.

Wann müssen Eltern sofort die 112 rufen?

Ruft unverzüglich den Rettungsdienst, wenn euer Kind:

  • plötzlich ein Bein oder einen Arm nicht mehr richtig bewegen kann
  • ohne erkennbare Verletzung nicht mehr stehen oder laufen kann
  • eine schnell zunehmende Muskelschwäche entwickelt
  • Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken hat
  • auffällig leise, undeutlich oder verändert spricht
  • einen steifen Nacken und starke Kopfschmerzen bekommt
  • benommen, verwirrt oder schwer weckbar ist
  • einen Krampfanfall hat
  • insgesamt lebensbedrohlich krank wirkt

Versucht bei plötzlich auftretenden Lähmungen nicht, selbst zur Arztpraxis zu fahren. Eine Beteiligung der Atemmuskulatur kann sich rasch verschlimmern.

Was ist bei einem Polioverdacht zu tun?

Ein begründeter Verdacht muss unverzüglich ärztlich abgeklärt werden. Ruft vorher in der Kinderarztpraxis, beim Gesundheitsamt oder unter 116117 an. Geht nicht unangekündigt in ein Wartezimmer.

Teilt am Telefon mit:

  • welche Beschwerden aufgetreten sind
  • wann sie begonnen haben
  • ob eine Reise ins Ausland stattgefunden hat
  • ob das Kind Kontakt zu einer möglicherweise infizierten Person hatte
  • welche Polioimpfungen im Impfpass dokumentiert sind

Bis zur Klärung sollte das Kind zu Hause bleiben und keinen engen Kontakt zu anderen Menschen haben. Achtet besonders auf sorgfältige Handhygiene nach dem Toilettengang und nach dem Wickeln.

Wie wird Polio diagnostiziert?

Beschwerden allein reichen für eine sichere Diagnose nicht aus. Plötzliche schlaffe Lähmungen können auch andere Ursachen haben.

Für den Nachweis von Polioviren werden vor allem Stuhlproben untersucht. Häufig sind mehrere Proben erforderlich. Zusätzlich können Abstriche aus dem Rachen und weitere Untersuchungen notwendig sein.

Bei Anzeichen einer Hirnhautentzündung oder einer Beteiligung des Nervensystems, werden möglicherweise Blut und Nervenwasser untersucht. Bildgebende Untersuchungen können helfen, andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.

Wie wird Polio behandelt?

Es gibt kein Medikament, das Polioviren gezielt aus dem Körper entfernt. Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und dem Schweregrad der Erkrankung.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Bettruhe und Schmerzbehandlung
  • Versorgung mit Flüssigkeit
  • Überwachung von Atmung und Kreislauf
  • Unterstützung der Atmung
  • Behandlung von Schluckstörungen
  • Physiotherapie
  • ergotherapeutische Unterstützung
  • orthopädische Hilfsmittel
  • längerfristige Rehabilitation

Antibiotika wirken nicht gegen Polioviren. Sie helfen nur, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt.

Können Lähmungen wieder verschwinden?

Ein Teil der Muskelfunktionen kann sich in den Wochen und Monaten nach der Erkrankung erholen. Das hängt davon ab, wie stark die zuständigen Nervenzellen geschädigt wurden.

Manche Lähmungen bleiben dauerhaft bestehen. Mögliche Folgen sind:

  • Muskelschwäche
  • verkürzte oder verformte Gliedmaßen
  • Fehlstellungen der Gelenke
  • Einschränkungen beim Gehen
  • chronische Schmerzen
  • Atemprobleme
  • Schluckstörungen

Eine früh begonnene und langfristig angepasste Rehabilitation kann dabei helfen, vorhandene Fähigkeiten möglichst gut zu erhalten oder wiederzugewinnen.

Was ist das Post-Polio-Syndrom?

Bei manchen Menschen treten Jahrzehnte nach einer früheren paralytischen Polio neue Beschwerden auf. Das wird als Post-Polio-Syndrom bezeichnet.

Möglich sind:

  • eine zunehmende Muskelschwäche
  • starke Erschöpfung
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • geringere körperliche Belastbarkeit
  • Atem- oder Schluckprobleme

Das Post-Polio-Syndrom ist keine neue Infektion. Betroffene sind dadurch nicht wieder ansteckend.

Kommt Polio in Deutschland noch vor?

Die letzten in Deutschland erworbenen Erkrankungen durch Polio-Wildviren wurden 1990 erfasst. Die letzten importierten Fälle traten 1992 auf. Die europäische Region gilt seit 2002 als frei von einer dauerhaften Übertragung des Wildvirus.

Ausgerottet ist Polio weltweit jedoch noch nicht.

Seit Ende 2024 wurden in Deutschland mehrfach impfstoffabgeleitete Polioviren vom Typ 2 im Abwasser gefunden. Im Oktober 2025 wurde außerdem in einer Abwasserprobe aus Hamburg ein Polio-Wildvirus vom Typ 1 nachgewiesen. Es war genetisch mit Viren aus Afghanistan verwandt.

Die Funde bedeuten nicht, dass sich Menschen über aufbereitetes Abwasser oder Trinkwasser angesteckt haben. Sie zeigen, dass mindestens eine infizierte Person Viren ausgeschieden hatte. Mit den Nachweisen waren bislang keine gemeldeten Polioerkrankungen oder Lähmungsfälle verbunden.

Das Erkrankungsrisiko für die allgemeine Bevölkerung wurde wegen der vorhandenen Impfungen als sehr gering eingeschätzt. Eine zusätzliche allgemeine Auffrischimpfung wurde allein aufgrund des Abwasserfundes nicht empfohlen. Wichtig bleibt, vorhandene Impflücken zu schließen. Aktuelle Angaben dazu findet ihr in den Polio-Informationen des Robert Koch-Instituts .

Was sind impfstoffabgeleitete Polioviren?

In einigen Ländern wird weiterhin ein Polio-Schluckimpfstoff verwendet. Er enthält stark abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Impfviren. Geimpfte Personen können diese vorübergehend mit dem Stuhl ausscheiden.

In Bevölkerungsgruppen mit ausreichend hohem Impfschutz endet die Weitergabe normalerweise schnell. Zirkulieren die Impfviren jedoch über längere Zeit unter vielen ungeimpften Menschen, können sie sich genetisch verändern. In seltenen Fällen erlangen sie dabei wieder die Fähigkeit, Lähmungen auszulösen.

Daraus können sogenannte zirkulierende impfstoffabgeleitete Polioviren entstehen.

Wichtig ist die Unterscheidung: Der in Deutschland verwendete Polioimpfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren. Er kann weder Polio auslösen noch impfstoffabgeleitete Viren hervorbringen.

Gibt es die Schluckimpfung in Deutschland noch?

Nein. In Deutschland wird seit 1998 ausschließlich ein inaktivierter Polioimpfstoff verwendet. Er wird gespritzt und enthält abgetötete Virenbestandteile.

Viele Erwachsene erinnern sich noch an den früheren Werbesatz „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam“. Der damalige Lebendimpfstoff half entscheidend dabei, Polio zurückzudrängen. Wegen des sehr seltenen Risikos einer impfstoffbedingten Erkrankung wurde er hier durch den inaktivierten Impfstoff ersetzt.

Welche Polioimpfung empfiehlt die STIKO?

Die Polioimpfung wird bei Babys normalerweise als Bestandteil der Sechsfachimpfung verabreicht. Diese schützt gleichzeitig vor:

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Polio
  • Haemophilus influenzae Typ b
  • Hepatitis B

Für reif geborene Babys empfiehlt die STIKO Impfungen im Alter von:

  • 2 Monaten
  • 4 Monaten
  • 11 Monaten

Für Frühgeborene, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden, ist eine zusätzliche Dosis vorgesehen. Sie erhalten die Impfungen normalerweise mit:

  • 2 Monaten
  • 3 Monaten
  • 4 Monaten
  • 11 Monaten

Zwischen der vorletzten und der letzten Dosis sollen mindestens sechs Monate liegen.

Einzelheiten zu weiteren Bestandteilen der Sechsfachimpfung findet ihr in unseren Beiträgen über Diphtherie bei Kindern, Tetanus und Wundschutz sowie Keuchhusten bei Babys und Kindern.

Wann wird die Polioimpfung aufgefrischt?

Kinder und Jugendliche sollen zwischen dem 9. und 16. Geburtstag eine Auffrischimpfung erhalten. Sie wird häufig gemeinsam mit den Auffrischungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten verabreicht.

Wurde die Grundimmunisierung oder Auffrischung versäumt, sollte sie möglichst bald nachgeholt werden. Eine einmal begonnene Impfserie muss normalerweise nicht neu gestartet werden. Vorhandene Impfungen zählen weiter.

Die Kinderarztpraxis kann anhand des Impfpasses prüfen, welche Dosen fehlen und welche Abstände eingehalten werden müssen.

Benötigen Erwachsene weitere Polioimpfungen?

Alle Erwachsenen sollten eine vollständige Grundimmunisierung und mindestens eine Auffrischimpfung nachweisen können. Fehlende Impfungen werden nachgeholt.

Weitere Auffrischungen können bei einem erhöhten Risiko empfohlen werden. Das betrifft beispielsweise:

  • Reisende in Regionen mit Poliovirus-Nachweisen
  • Personal in Gemeinschaftsunterkünften für Menschen aus Risikogebieten
  • medizinisches Personal mit engem Kontakt zu Erkrankten
  • Laborpersonal, das mit Polioviren arbeitet

Welche Empfehlung für eine Reise gilt, hängt vom Reiseziel, der Aufenthaltsdauer und dem Zeitpunkt der letzten Impfung ab. Einige Länder verlangen einen dokumentierten Impfnachweis. Lasst euch deshalb rechtzeitig reisemedizinisch beraten und beachtet die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes.

Wie gut schützt die Impfung?

Eine vollständig durchgeführte Impfserie schützt sehr zuverlässig vor einer Polioerkrankung und den gefürchteten Lähmungen.

Der inaktivierte Impfstoff erzeugt jedoch nicht bei allen Menschen einen vollständigen Schutz der Darmschleimhaut. Geimpfte Personen können sich deshalb unter Umständen vorübergehend im Darm infizieren und das Virus ausscheiden. Sie bleiben dabei normalerweise selbst vor der Erkrankung geschützt.

Das ist ein wichtiger Grund, die Impfquote in der gesamten Bevölkerung hochzuhalten. Menschen mit fehlendem oder unvollständigem Impfschutz können sonst gefährdet sein.

Welche Impfreaktionen können auftreten?

Nach der Polioimpfung oder der verwendeten Kombinationsimpfung kann es zu vorübergehenden Impfreaktionen kommen.

Möglich sind:

  • Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Unruhe
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- oder Gliederschmerzen
  • leichtes Fieber
  • Magen-Darm-Beschwerden

Diese Reaktionen zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Sie klingen normalerweise nach wenigen Tagen wieder ab. Schwere allergische Reaktionen sind sehr selten. Bei Atemnot, einer starken Schwellung im Gesicht oder Kreislaufproblemen muss sofort die 112 gerufen werden.

Kann ein geimpftes Kind an Polio erkranken?

Keine Impfung bietet einen absoluten Schutz. Nach einer vollständigen Impfserie ist eine Polioerkrankung jedoch ausgesprochen unwahrscheinlich.

Bei plötzlichen Lähmungen, einer auffälligen Muskelschwäche oder Atemproblemen muss ein Kind unabhängig von seinem Impfstatus sofort untersucht werden. Der Impfschutz darf bei solchen Beschwerden nicht zu einer Verzögerung führen.

Dürfen Kinder mit Polio in die Kita oder Schule?

Bereits bei einem begründeten Verdacht darf ein Kind keine Kita, Schule oder andere Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Die Eltern müssen die Einrichtung unverzüglich informieren.

Auch Personen, die im selben Haushalt leben, können vorübergehend vom Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung ausgeschlossen werden. Das Gesundheitsamt entscheidet abhängig vom Impfstatus, den Untersuchungsergebnissen und der jeweiligen Kontaktsituation über die erforderlichen Maßnahmen.

Eine Rückkehr ist erst möglich, wenn das Gesundheitsamt keine Weiterverbreitung mehr befürchtet.

Ist Polio meldepflichtig?

Ja. Der Verdacht auf Poliomyelitis, die bestätigte Erkrankung und ein Todesfall müssen in Deutschland gemeldet werden. Auch der direkte oder indirekte Nachweis von Polioviren ist meldepflichtig, sofern er auf eine akute Infektion hinweist.

Die Meldung übernehmen normalerweise die behandelnde Praxis, das Krankenhaus oder das untersuchende Labor. Eltern müssen zusätzlich die Kita oder Schule informieren, wenn ihr Kind erkrankt oder ein entsprechender Verdacht besteht.


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