Dieser Beitrag wurde uns von Jana Kühnler zugesendet. Jana kommt aus Berlin, ist bereits mit 19 Jahren junge Mutter geworden und kann sich spätestens seit der Geburt ihrer zweiten Tochter als waschechte Schreibaby-Expertin bezeichnen. Auf ihrem Blog fasst sie ihr mit viel Nerven, Hingabe und Liebe angesammeltes Wissen, zu hilfreichen Tipps für Eltern mit schreienden Babys zusammen.


Ich habe mich so sehr auf die Geburt meiner großen Tochter gefreut. Nach einer schweren Schwangerschaft war ich einfach nur froh, als ich sie dann im Arm halten durfte. Die ersten Tage und Wochen habe ich wie in einer Wolke gelebt. Dann bin ich daraus jedoch schnell erwacht.

Die ersten Wochen zu Hause mit meiner Tochter waren eine wirklich schöne Zeit. Ich kann nicht behaupten, dass sie ein sehr ruhiges Baby war. Es war jedoch nichts, was mich beunruhigt hätte. Nach einigen Wochen jedoch habe ich gemerkt, dass sie verhältnismäßig viel schreit. Über den Tag ging es, wenn es dann aber Abend wurde, hat sie gar nicht mehr aufgehört.

Langsam aber stetig nahm das Schreien immer mehr zu. Ich bekam sie kaum noch beruhigt und geriet an meine Grenzen. Ich war noch sehr jung bei meiner großen Tochter und dachte natürlich, dass es an mir liegt. Die ganze Zeit ging ich davon aus, dass ich etwas falsch gemacht habe.

Alle Versuche brachten nichts

Ich habe viele verschiedene Dinge probiert, um meine Tochter zu beruhigen. Angefangen von stundenlangem Herumtragen über Fencheltee bis hin zum Singen der verschiedensten Lieder. Nichts hat geholfen. Ich habe krampfhaft an unserem Ritual festgehalten – auch dann noch, als ich kaum mehr die Augen offen halten konnte. Meine Nerven lagen blank. Es gab Momente, da habe ich sie einfach in die Wiege gelegt und bin in einen anderen Raum gegangen, nur um dort auf einem Stuhl zusammenzusinken und ebenfalls zu weinen.

Das Schreien des eigenen Kindes geht tief ins Mark. Wenn es wochenlang über mehrere Stunden anhält, dann geht es jedoch noch viel weiter. Ich konnte oft nicht mehr, bin an meine Grenzen gegangen.

Der Gang zum Arzt brachte keine Hilfe

Natürlich habe ich auch den Arzt aufgesucht. Ich sollte ein Schreiprotokoll führen. Ich sollte aufschreiben, was und wie viel sie trinkt und ich sollte zum Orthopäden gehen. Alles habe ich gemacht, doch auch der Arzt wusste nicht weiter. Für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass es an mir lag. Es musste an mir liegen. Ich war nicht in der Lage, mein Kind zu beruhigen. Mit jedem Tag wurde ich weniger, verlor an Selbstbewusstsein und Kraft.

Meine Tipps für betroffene Eltern!

Die Wende kam, als ich wieder einmal nicht konnte. Sie schrie und schrie immer weiter. Also habe ich sie mitten in der Nacht in den Wagen gelegt, auf die Seite und eng ein Kissen um sie gesteckt. Dann bin ich einfach los gelaufen. Sie schrie die ersten Meter weiter, sie schrie auch noch nach ein paar Minuten aber langsam beruhigte sie sich.

Auch an den folgenden Abenden fuhr ich wieder mit ihr durch die Gegend. Dann probierte ich es, sie zu Hause auf die Seite oder auf den Bauch in die Wiege zu legen und sie eng einzupacken. Es funktionierte. Ich weiß letztendlich nicht, was genau den Ausschlag gegeben hat. Aber für mich war es der Moment damit zu beginnen, mich über Schreibabys zu informieren.


Tipps für betroffene Eltern gibt es viele. Ein paar davon würde ich gerne hier lassen. Es muss nicht heißen, dass das Schreien besser wird, denn jedes Kind ist individuell. Aber manchmal kann es den Eltern schon helfen, nicht untätig zu sein:

  • Akzeptieren Sie, dass Ihr Baby anders ist und sagen Sie sich, dass Sie keine Schuld tragen.
  • Geben Sie Ihrem Baby immer mal wieder einen Moment, sich selbst zu beruhigen.
  • Suchen Sie möglichst früh den Arzt auf.
  • Machen Sie Pausen – geben Sie Ihr Baby dem Partner, einer Freundin oder der Oma und atmen Sie für eine halbe Stunde durch.
  • Schaffen Sie Rituale – achten Sie mit einem Schreibaby auf einen festen Tagesablauf.
  • Schließen Sie Überreizung aus – oft sind betroffene Babys stark sensibel und schon wenige Menschen, Geräusche oder Veränderungen können für Probleme sorgen.
  • Nehmen Sie eine Schreiambulanz in Anspruch – bevor Sie über Ihre Grenzen hinausgehen, holen Sie sich hier Hilfe.

Denken Sie immer daran: Ihr Baby möchte Sie nicht ärgern. Es braucht Sie, Ihre Nähe und Ihre Geduld!


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Gastartikel

Das hier ist ein Gastartikel. Er wurde lediglich von uns veröffentlicht - jedoch nicht von unserem Autorenteam verfasst.

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