Der Riesenbärenklau zählt zu den absolut giftigsten Pflanzen, denen man hierzulande begegnen kann. Bei Hautkontakt kann es zu schwersten Reaktionen kommen. Das heimtückische: erst innerhalb der kommenden Tage nach Kontakt zeigen sich die Folgen der Berührung. Für spielende Kinder in freier Natur ist der Riesenbärenklau deshalb eine heimtückische Gefahr!

Was macht den Riesenbärenklau so gefährlich?

Das giftige Gewächs, welches mitunter auch als Herkulesstaude oder Herkuleskraut benannt wird, enthält sogenannte photosensibilisierende Furocumarine. Dieser Stoff dient der Pflanze als Abwehrstoff und ist hochgiftig. Nach Kontakt von Haut und Riesenbärenklau verbleibt das Gift vorläufig unbemerkt auf der Haut. Erst innerhalb der kommenden Tage, in Verbindung mit Sonneneinstrahlung (deshalb photosensibilisierend), zeigen sich mitunter Verbrennungen ersten bis zweiten Grades.

Die wenigsten Menschen kommen jedoch nur mit einer Hautrötung bzw. Hautreizung davon. In den meisten Fällen kann man von einer sehr schmerzhaften Blasenbildung (bullösen Dermatitis) ausgehen. Diese Blasen können wochenlang nässende und entzündliche Wunden hervorrufen.

Neben den recht bekannten Reaktionen der Haut, kann es an sehr warmen Tagen schon in der Nähe des Riesenbärenklaus zu akuter Atemnot kommen. Denn die Furanocumarine werden dann von der Pflanze in die Umgebungsluft abgegeben. Wer sich dann über einen längeren Zeitrum in unmittelbarer Nähe aufhält, spürt relativ sicher eine Beeinträchtigung. Menschen mit einer Vorbelastung der Bronchien, können danach bis zu drei Wochen an einer akuten Bronchitis leiden.

Neben all diesen gesundheitlichen Folgen – nach einer Begegnung mit dem Riesenbärenklau, können grundsätzlich Fieber und Kreislaufzusammenbrüche auftreten. Und wenn das nicht schon alles genug wäre, stehen Furocumarine im Verdacht krebserregend zu sein!

Der Riesenbärenklau – eine besondere Gefahr für Kinder!

 Bild: Udo Schmidt aus Deutschland [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Kleiner Junge steht 1977 ahnungslos unter einem Riesenbärenklau|Bild: Udo Schmidt aus Deutschland [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Ein besondere Gefahr für Kinder ist, dass der Riesenbärenklau (Giftpflanze) einerseits keine optisch abschreckende Pflanze ist, und andererseits nur selten eine direkte Vergiftungs- oder Schmerzreaktion auslöst. Im Gegensatz zu einer Pflanze wie der Brennessel, folgt kein direkter/akuter Schmerz.

So kommt es zu vielen Situationen, in denen Kinder bei ihren Eltern oder beim Arzt davon erzählen, dass sie im Schatten des Gewächses gespielt haben, oder gar die Äste der Pflanze als Spielutensil benutzt haben.

Aber auch die kleineren „Geschwister“ des Riesenbärenklau sind nicht ganz ungefährlich. So können sowohl der Wiesen-Bärenklau, als auch der Berg-Bärenklau, ähnliche gesundheitliche Reaktionen auslösen. Jedoch nicht ganz in dem Maße wie ihr großer Bruder. Zu finden sind diese kleineren Arten des Bärenklau häufig an Wegrändern  oder begrünten Verkehrsinseln.

Eltern sollten also bestenfalls versuchen, ihre Kinder auf das grundlegende Aussehen der charakteristischen weißen Blüten jeglicher Bärenklaugewächse zu trimmen! Einerseits sollten sich Kinder so weit wie möglich davon fernhalten, und darüber hinaus einem Erwachsenen bescheid geben, wenn sie solch eine Pflanze entdeckt haben. 


ACHTUNG:

Zur Beseitigung des Riesenbärenklau ist zwingend entsprechende Schutzkleidung erforderlich! 


Über den Autor

Torsten Esser

Torsten hat das Vollzeit-Papa-Diplom. Er hat einen kleinen Sohn und eine Stieftochter, die er liebt, als wäre es seine eigene. Darüber hinaus hat er acht Semester lang "Soziale Arbeit" studiert. Mit einer unübertroffenen Mischung aus Wissen und Bauchgefühl, ist er der geborene Autor für dieses Magazin. Und ganz nebenbei kümmert er sich als Gründer und Inhaber von 1-2-family.de um alle Belange des Magazins.

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