Wer sich dafür entscheidet, die Eltern zu Hause zu pflegen, übernimmt eine große Verantwortung. Für die Pflegebedürftigen ist es eine große Erleichterung, in der vertrauten Umgebung bleiben zu dürfen oder zu einem Kind ziehen zu können. Damit die Pflege der Eltern in den eigenen vier Wänden klappt, müssen Sie sich bewusst sein, welche Herausforderungen und Veränderungen Ihnen bevorstehen.

Die Eltern zu Hause pflegen – was kommt auf Sie zu?

Rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut – durch pflegende Angehörige, professionelle Pflegekräfte sowie mithilfe der Leistungen ambulanter Pflegedienste. Der regelmäßige Kontakt zur Familie, der Verwandtschaft und den Nachbarn gibt Ihren Eltern das Gefühl, trotz körperlicher Gebrechen und eventuell eingeschränkter geistiger Leistungsfähigkeit dazuzugehören.

Für die Kinder bedeutet die Pflege zu Hause eine große körperliche und psychische Herausforderung. Vieles hängt davon ab, wie stark die Pflegebedürftigkeit der Eltern ist. Ist die Mobilität stark eingeschränkt, ist die Belastung höher. Um Familie, Berufstätigkeit und Elternbetreuung unter einen Hut zu bekommen, ist eine gute Organisation notwendig. Neben der Pflege der Eltern sind anfallende Haus- und Gartenarbeiten zu erledigen. Die Zubereitung von Mahlzeiten, Arzt- und Friseurbesuche sowie gemeinsame Freizeitaktivitäten nehmen viel Zeit in Anspruch.

Kinder, die ihre Eltern pflegen, fragen sich, ob es ausreicht, was sie für Ihre Eltern tun. Umgekehrt möchten die Eltern ihren Kindern nicht zur Last fallen und trauen sich nicht, ihre Bedürfnisse offen zu äußern. Es ist wichtig, dass die eigenen Eltern das maximale Maß an Selbstständigkeit behalten. Es ist nötig, alte Gewohnheiten zu ändern. Mitunter kann dies ein schmerzhafter Prozess sein.

Vom Bad bis zum Treppenlifter – Umbaumaßnahmen und Anschaffungen

Unabhängig davon, ob sich die Pflegebedürftigkeit der Eltern über einen längeren Zeitraum ankündigt oder ein Pflegefall akut eintritt, ist es ein Schock. Haben Sie im Vorfeld in Gedanken durchgespielt, welche räumlichen und baulichen Veränderungen notwendig sind, sind Sie gut vorbereitet. Vielfach sind die Verkehrswege innerhalb der Wohnung für einen Rollator oder Rollstuhl zu eng. Abhilfe schaffen das Umstellen von Möbeln, die Umnutzung von Räumen sowie bauliche Veränderungen. Ein Treppenlifter leistet wertvolle Hilfe.

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Viele pflegebedürftige Menschen haben Probleme mit den Beinen. Eine der häufigsten Umbaumaßnahmen betrifft das Badezimmer. Eine ebenerdige Dusche mit Sitzgelegenheit, Haltegriffe und eine begehbare Badewanne sind einige der Ausstattungselemente, die ein altersgerechtes Badezimmer erfüllen muss. Sind die Eltern in der Lage, sich eigene Mahlzeiten zuzubereiten, ist ein Sitzarbeitsplatz in der Küche wichtig, um lange Stehzeiten bei der Vorbereitung der einzelnen Zutaten zu vermeiden.

In einem klassisch gebauten Haus ist es nicht immer möglich, das Treppensteigen komplett zu vermeiden. Sind Ihre Eltern nicht mehr imstande, eine Treppe alleine zu bewältigen, ist ein Treppenlifter eine praktische Lösung. Ein Treppenlifter für die Innen- oder Außentreppe erweitert den Bewegungsradius und hilft, Stürze zu vermeiden. Selbst schwer in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen und Rollstuhlfahrer können einen Treppenlifter benutzen. Moderne Treppenlifter sind in der Lage, steile Anstiege und Kurventreppen sicher und zuverlässig zu bewältigen. Im Vorfeld sind folgende Fragen zu beantworten, bei denen Ihnen ein Fachmann zur Seite steht:

  • Wird ein Innen- oder Außenlift benötigt?
  • Wie viele Etagen soll der Treppenlifter überwinden?
  • Soll der Innen- oder Außenlift besondere Ausstattungsmerkmale besitzen?
  • Ist die Treppe gerade oder kurvig?
  • Welchen Neigungswinkel besitzt die Treppe?
  • Welches Budget steht für die Anschaffung von einem Innen- oder Außenlift zur Verfügung?
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Ein wichtiger Punkt ist die ständige Erreichbarkeit. Ein Hausalarm, der mit einer Rettungsleitstelle verbunden ist und über ein Armband am Handgelenk verständigt werden kann, sorgt für ein beruhigendes Gefühl. Sind Sie nicht zu Hause, können Ihre Eltern im Notfall eigenständig Hilfe rufen. Eine gute Ergänzung zum Hausalarm ist ein seniorengerechtes Handy, in das Sie sämtliche wichtigen Telefonnummern im Voraus einspeichern können.

Welche finanziellen Unterstützungen helfen Ihnen?

Werden durch die Pflege die eigene Familie und Freunde vernachlässigt, drohen unerwartete Konflikte. Sie sollten von Anfang an sämtliche Hilfsleistungen in Anspruch nehmen, die Ihnen rechtlich zustehen und die zu Ihrer Entlastung beitragen. Wie viel Geld und Hilfsmittel ein pflegebedürftiger Elternteil von der Pflegeversicherung erhält, hängt vom Pflegegrad Ihrer Eltern ab. Es gibt insgesamt 5 Pflegegrade. Der Pflegebedarf wird von einem Gutachter festgelegt, der folgende Lebensbereiche im Einzelnen betrachtet und nach einem Punkteschema beurteilt:

  • Die Mobilität
  • Die Fähigkeit zur Selbstversorgung
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Kommunikative und geistige Fähigkeiten
  • Der Umgang mit Belastungen und Erkrankungen
  • Die vorhandenen sozialen Kontakte und die Gestaltung des Alltagslebens

Sollten Sie mit der Festlegung des Pflegegrades nicht einverstanden sein, ist es möglich, Widerspruch bei der Pflegekasse einzulegen. Ihre pflegebedürftigen Eltern haben die Wahl zwischen einer Pflegesachleistung, das heißt der Pflege durch einen professionellen Pflegedienst, und einer Geldleistung. Diese können Ihnen Ihre Eltern – in Form eines Pflegegeldes – als finanzielle Anerkennung für die Pflege zu Hause zukommen lassen.

Für den altersgerechten Umbau eines Badezimmers und WCs gibt es Unterstützung über die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) über das Förderprogramm „Altersgerechtes Bauen“. Die Höhe beträgt maximal 5.000 Euro bei 50.000 Euro förderfähiger Investitionssumme. Höher fällt der Zuschuss aus, wenn eine komplette Wohneinheit barrierefrei und altersgerecht ausgebaut wird. Er liegt bei maximal 6.250 Euro bzw. 12,5 Prozent von 50.000 Euro förderfähiger Investitionssumme. Die Pflegeversicherung gewährt ebenfalls Zuschüsse zur Verbesserung des Wohnumfeldes und für Pflegehilfsmittel in Höhe von maximal 4.000 Euro pro Maßnahme. Einzelne Hilfsmittel – wie ein Rollator – werden nach Verordnung durch einen Arzt von der Krankenkasse genehmigt.

Eltern zu Hause pflegen mit professioneller Hilfe

Entscheiden Sie sich für die Pflege der Eltern zu Hause, müssen Sie sich der weitreichenden Konsequenzen bewusst sein. Umbaumaßnahmen wie die Installation von einem Treppenlifter oder die Neugestaltung des Badezimmers erleichtern Ihnen das Leben. Die Pflege selbst erfordert einen hohen Zeitaufwand und es gilt eine Vielzahl bürokratischer Hürden zu bewältigen. Holen Sie sich professionelle Hilfe, beispielsweise durch einen Pflegedienst, ins Boot, laufen Sie nicht Gefahr, mit der Pflege überfordert zu sein.


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Über den Autor

Torsten Esser

Torsten hat das Vollzeit-Papa-Diplom. Er hat einen kleinen Sohn und eine Stieftochter, die er liebt, als wäre es seine eigene. Darüber hinaus hat er acht Semester lang "Soziale Arbeit" studiert. Mit einer unübertroffenen Mischung aus Wissen und Bauchgefühl, ist er der geborene Autor für dieses Magazin. Und ganz nebenbei kümmert er sich als Gründer und Inhaber von 1-2-family.de um alle Belange des Magazins.

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