2018 kündigte die EU-Kommission an, die Zeitumstellung abzuschaffen. Darauf bezog sich unsere damalige Meldung. Viele Menschen hofften damals, dass das Hin und Her mit den Uhren bald vorbei sein würde. Doch auch Jahre später stellen wir sie weiter zweimal im Jahr um. Was ist aus den Plänen geworden?
Update vom 19. Oktober 2026: Dieser Beitrag entstand 2018 anlässlich der angekündigten Abschaffung der Zeitumstellung. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Die Pläne wurden bis heute nicht umgesetzt. Wir haben den damaligen Bericht deshalb um den aktuellen Stand und die Gründe für den Stillstand ergänzt.
Was wurde damals angekündigt?
Der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wollte den Wechsel zwischen Sommerzeit und Winterzeit beenden.
Vorausgegangen war eine öffentliche Online-Befragung der EU-Kommission. 84 Prozent der Teilnehmenden sprachen sich für die Abschaffung aus. Die Kommission kündigte daraufhin eine Änderung der Regeln an. Im September 2018 legte sie den entsprechenden Vorschlag vor.
Das folgende Archivvideo gehört zur damaligen Meldung und zeigt die Ankündigung aus dieser Zeit. Den heutigen Stand erklären wir im Anschluss.
Warum blieb die Abschaffung stecken?
Auf die Ankündigung folgten ein Gesetzesvorschlag und die Zustimmung des EU-Parlaments. Zur tatsächlichen Abschaffung kam es anschließend aber nicht: Die Regierungen der EU-Länder haben sich bis heute auf keinen gemeinsamen Weg geeinigt.
Im März 2019 sprach sich das Parlament dafür aus, die Umstellung 2021 zu beenden. Danach fehlte die Einigung im Rat der EU, in dem die nationalen Regierungen vertreten sind. Der Rat erklärt zum bisherigen Verfahren, dass dafür eine ausreichend große Mehrheit der Mitgliedstaaten nötig ist. Solange diese fehlt, bleiben die alten Regeln bestehen.
Offen ist vor allem, welche Uhrzeit künftig dauerhaft gelten soll. Die Länder könnten sich für Sommerzeit oder Winterzeit entscheiden. Diese Entscheidungen müssen aber zusammenpassen. Sonst könnten zwischen Nachbarländern neue Zeitunterschiede entstehen. Das würde etwa Zugfahrpläne, grenzüberschreitende Arbeitswege und den Warenverkehr komplizierter machen.
Die EU-Kommission berichtet inzwischen von einer weiteren Untersuchung, die auf Wunsch der Mitgliedstaaten in Auftrag gegeben wurde. Sie soll die Entscheidung unterstützen und voraussichtlich bis Ende 2026 vorliegen. Ein verbindlicher Termin für die Abschaffung ergibt sich daraus noch nicht.
Aus dem angekündigten Ende der Zeitumstellung wurde also ein festgefahrenes Vorhaben. Die damaligen politischen Schritte haben bis heute nichts daran geändert, dass wir die Uhren weiter zweimal im Jahr umstellen.
Was bedeutet das für Familien?
Für die kommende Herbstumstellung bleibt es beim Zurückstellen: In der Nacht auf den 25. Oktober wird aus 3 Uhr wieder 2 Uhr.
Für Kinder kann das zunächst früheres Aufwachen und frühere Müdigkeit am Abend bedeuten. Unser Ratgeber Zeitumstellung mit Kindern: Den Wechsel zur Winterzeit erleichtern erklärt, wie ihr den Schlafrhythmus behutsam begleiten könnt.
Quellen und weitere Informationen
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