Am Sonntag, 25. Oktober 2026, werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Für Eltern heißt das leider nicht automatisch eine Stunde mehr Schlaf. Wacht euer Kind sonst um sechs auf, kann es nach der Zeitumstellung schon um fünf hellwach sein. Mit ein paar kleinen Änderungen könnt ihr eurem Kind helfen, sich an die neue Zeit zu gewöhnen.
Ihr müsst dafür euren Familienalltag nicht komplett umkrempeln. Kleine Schritte und vertraute Einschlafrituale für Kinder können helfen. Und falls ihr vorher gar nicht dazu kommt: Auch nach dem Wochenende könnt ihr die Zeiten Stück für Stück anpassen.
Aktualisiert am 19. Oktober 2026. Die Termine gelten für Deutschland.
Zeitumstellung im Oktober 2026 auf einen Blick
- Wann? In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026.
- In welche Richtung? Um 3 Uhr wird die Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt.
- Was bedeutet das? Die Nacht dauert eine Stunde länger. Nach der Uhr wird es morgens früher hell und abends früher dunkel.
- Für Kinder: Müdigkeit und Hunger richten sich nicht sofort nach der neuen Uhrzeit.
Warum sind Kinder nach der Zeitumstellung so früh wach?
Die Uhr lässt sich schnell verstellen. Bis die innere Uhr eures Kindes mitmacht, kann es ein bisschen dauern.
Hat euer Kind bisher von 19 bis 6 Uhr geschlafen, entspricht das direkt nach dem Zurückstellen 18 bis 5 Uhr. Vielleicht reibt es sich schon vor dem Abendessen die Augen. Am nächsten Morgen steht es dann putzmunter neben eurem Bett, während ihr gerne noch schlafen würdet. Euer Kind kann nichts dafür. Sein Körper hat sich nur noch nicht an die neue Uhrzeit gewöhnt.
Die American Academy of Pediatrics erklärt, dass gerade jüngere Kinder nach der Herbstumstellung früher müde und früher wach sein können. Wie deutlich eine Familie das merkt, ist unterschiedlich. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel gut zurecht, andere brauchen mehrere Tage.
So könnt ihr die Winterzeit schrittweise vorbereiten
Wenn euer Kind empfindlich auf veränderte Zeiten reagiert, könnt ihr den Rhythmus vor der Herbstumstellung langsam nach hinten verschieben.
Gemeint ist: etwas später schlafen gehen, nicht früher. Das Nationwide Children’s Hospital empfiehlt für den Herbst kleine Schritte von etwa zehn bis 15 Minuten. Auch Aufstehzeiten und Tagesschlaf können sich nach und nach verschieben, soweit euer Alltag das zulässt.
Ein Beispiel für eine bisherige Bettzeit um 19 Uhr: Ihr beginnt mit 19.15 Uhr, später mit 19.30 Uhr und danach mit 19.45 Uhr. Wenn euer Kind gut damit zurechtkommt, könnt ihr bis Samstag 20 Uhr erreichen. Nach der Zeitumstellung entspricht das wieder 19 Uhr. Das ist eine Orientierung, kein fester Stundenplan.
Gebt eurem Kind für jeden Schritt einen oder mehrere Tage Zeit. Ihr müsst die volle Stunde nicht unbedingt bis Sonntag schaffen. Sind die Aufstehzeiten wegen Kita oder Schule fest, darf die spätere Bettzeit nicht einfach zu weniger Schlaf führen. Dann lasst euch lieber etwas mehr Zeit.
Ist euer Kind abends deutlich müde, haltet es nicht gegen seine Bedürfnisse wach. Auch den Mittagsschlaf müsst ihr für die Zeitumstellung nicht streichen. Schaut dabei immer auf euer Kind: Ein bisschen länger wach zu bleiben, sollte sich für euch beide noch gut anfühlen.
Was hilft am Wochenende der Zeitumstellung?
Plant möglichst wenig Druck ein. Haltet am Abend an den Dingen fest, die eurem Kind guttun: vorlesen, kuscheln oder noch ein bisschen vom Tag erzählen.
- Abends beim Gewohnten bleiben: Zähneputzen, Schlafanzug, eine Geschichte und Kuscheln können in derselben Reihenfolge stattfinden. Ihr verschiebt bei Bedarf die Zeit, nicht das ganze Ritual.
- Tagsüber rausgehen: Ein Spaziergang oder Spielen draußen bringt Bewegung und Tageslicht. Beides unterstützt einen guten Schlafrhythmus. Wildes Toben direkt vor dem Zubettgehen kann dagegen wieder aufdrehen.
- Bildschirme rechtzeitig weglegen: In der letzten Stunde vor dem Schlafengehen möglichst auf Handy, Tablet und Fernsehen verzichten. Vorlesen oder ruhige Musik helfen beim Herunterkommen.
- Sehr frühe Wachphasen ruhig begleiten: Wenn es noch Nacht ist, reicht gedämpftes Licht. Eine große Spielrunde müsst ihr nicht starten. Ist euer Kind wach und braucht euch, seid trotzdem für es da.
Macht den Schlafraum zum Schlafen möglichst ruhig und dunkel. Wenn der Tag beginnt, dürfen Vorhänge und Rollläden wieder auf. Der Wechsel zwischen Licht am Tag und Dunkelheit in der Nacht hilft dem Körper bei der Orientierung.
Zeitumstellung mit Baby: Bedürfnisse gehen vor Uhrzeiten
Gerade junge Babys haben noch keinen verlässlichen Tagesrhythmus. Ein fester Zeitplan hilft euch dann oft wenig.
Achtet auf Hunger, Müdigkeit und das Bedürfnis nach Nähe. Stillen oder Fläschchen sollten nicht hinausgezögert werden, nur weil die Uhr eine andere Zeit zeigt. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit zum Babyschlaf empfiehlt, den Tagesablauf an den individuellen Bedürfnissen des Babys auszurichten und ein hungriges Baby nachts ruhig zu füttern.
Hat euer älteres Baby schon recht feste Zeiten zum Essen und Schlafen, könnt ihr diese nach und nach anpassen. Bleibt dabei flexibel. Braucht euer Baby gerade mehr Nähe oder schläft es unruhig, dürft ihr auf diese Bedürfnisse eingehen. Es muss sich nicht an einen Plan halten.
Wie lange dauert die Umgewöhnung?
Viele Kinder finden innerhalb weniger Tage bis etwa einer Woche in den neuen Rhythmus. Eine feste Frist gibt es aber nicht.
Schaut vor allem darauf, wie es eurem Kind tagsüber geht. Wenn es ausreichend schläft, gut spielt und insgesamt zufrieden ist, müsst ihr nicht jede Abweichung von der Wunschzeit korrigieren. Ist es morgens längst ausgeschlafen, bringt eine weitere Stunde im Bett euch beiden wenig.
Kommt ihr auch nach der ersten Woche kaum zur Ruhe? Ist euer Kind tagsüber sehr erschöpft oder seid ihr selbst langsam am Ende eurer Kräfte? Dann sprecht mit eurer Kinderarztpraxis. Schreibt vorher für einige Tage auf, wann euer Kind schläft und wie es ihm tagsüber geht. Das kann beim Gespräch helfen.
Und was gilt bei der Umstellung auf Sommerzeit?
Im Frühjahr geht es in die andere Richtung: Dann wird die Uhr vorgestellt, und die Nacht ist eine Stunde kürzer.
Zur Vorbereitung können Schlafens- und Aufstehzeiten deshalb schrittweise etwas früher liegen. Die Tipps für den Herbst lassen sich also nicht unverändert übernehmen. Draußen ist es abends außerdem länger hell; ein abgedunkelter Schlafraum kann das Einschlafen erleichtern.
Ist die Zeitumstellung nicht längst abgeschafft?
Nein. Die bisherige Regelung gilt weiterhin. Ein verbindlicher Termin für die letzte Zeitumstellung steht nicht fest.
Die EU-Kommission hatte die Abschaffung vorgeschlagen, das Europäische Parlament unterstützte den Vorschlag. Für die Umsetzung fehlt aber weiterhin eine Einigung im Rat der EU. Was aus der damaligen Ankündigung wurde, erklären wir in unserem aktualisierten Beitrag zur geplanten Abschaffung der Zeitumstellung.
Gebt euch und eurem Kind ein paar Tage Zeit. Die neue Uhrzeit muss nicht schon am ersten Sonntag perfekt funktionieren. Mit euren vertrauten Abläufen findet ihr nach und nach wieder in euren Alltag.
Quellen und weitere Informationen
- Europäische Kommission: Termin und Stand der Abschaffungspläne
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt: Zeitzonen und Sommerzeit
- Nationwide Children’s Hospital: Vorbereitung auf die Herbstumstellung
- American Academy of Pediatrics: Zeitumstellung und Kinderschlaf
- BIÖG: Gute Voraussetzungen für die Nacht
- BIÖG: Tipps zum Babyschlaf
- IQWiG: Die innere Uhr und die Bedeutung des Lichts
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