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Koffein und Alkohol in der Stillzeit: Was gilt?

Koffein und Alkohol in der Stillzeit: Was gilt?

Auf deinen Kaffee musst du in der Stillzeit meist nicht verzichten. Es kommt darauf an, wie viel Koffein du über den Tag zu dir nimmst. Alkohol kann deinem Baby schaden. Deshalb lautet die Empfehlung, während der Stillzeit darauf zu verzichten. Falls du schon etwas getrunken hast, erfährst du hier, was vor der nächsten Stillmahlzeit wichtig ist.

Für den Durst ist Wasser eine gute Wahl. Stell dir zum Stillen ruhig ein Glas in Reichweite und trink, wenn du durstig bist. Du musst keine feste Literzahl schaffen. Mehr dazu und zu einfachen Mahlzeiten findest du in unserem Beitrag zur Ernährung in der Stillzeit.

Wie viel Kaffee kann ich trinken?

Für die Stillzeit werden insgesamt höchstens 200 Milligramm Koffein am Tag empfohlen. Das Koffein aus Tee, Cola, Schokolade und anderen Getränken oder Lebensmitteln zählt dabei mit.

Was heißt das für deinen Kaffee? Zwei Becher Filterkaffee mit jeweils etwa 200 Millilitern kommen dieser Menge oft schon nahe. Wie viel Koffein tatsächlich darin steckt, hängt aber auch von der Sorte und der Zubereitung ab. Ein großer, starker Kaffee lässt sich deshalb nicht mit einer kleinen Tasse gleichsetzen. Bei deinem Lieblingskaffee können die Angaben auf der Packung oder eine Nachfrage im Café helfen.

Auch Cola, Tee und Eistee enthalten Koffein

Wenn du neben Kaffee noch Cola oder Tee trinkst, zählt deren Koffein mit.

Das gilt für schwarzen und grünen Tee und auch für Eistee, der daraus hergestellt wurde. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt dir, ob Tee oder Koffein enthalten ist. Auch Schokolade enthält etwas Koffein.

Eine große Dose Energy-Drink und ein Kaffee dazu können zusammen schon mehr Koffein enthalten, als für die Stillzeit empfohlen wird. Schau deshalb auf die Koffeinmenge in der ganzen Dose. Die Angabe auf dem Etikett bezieht sich häufig nur auf 100 Milliliter.

Sollte ich meinen Kaffee nach dem Stillen trinken?

Du musst deine Stillmahlzeiten nicht nach dem Kaffee richten.

Wenn du ihn gern nach dem Stillen trinkst, ist das in Ordnung. Bis dein Baby wieder Hunger hat, ist das Koffein aber nicht unbedingt abgebaut. Wichtiger ist, wie viel du insgesamt über den Tag trinkst.

Besonders junge Babys brauchen länger, um Koffein abzubauen. Falls dein Baby sehr unruhig ist oder schlecht in den Schlaf findet, kannst du einige Tage weniger Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke trinken. Schau, ob sich dadurch etwas verändert. Solche Schwierigkeiten können viele Gründe haben; dein Kaffee muss nicht dahinterstecken.

Hält die Unruhe an, könnt ihr euch in der Kinderarztpraxis oder bei einer Stillberatung Unterstützung holen. Falls dein Baby zu früh geboren wurde, frag die Fachleute, die euch begleiten, welche Koffeinmenge für euch passt.

Hat dein Baby Hunger, brauchst du es wegen einer Tasse Kaffee nicht warten zu lassen. Die Abstände zwischen Stillmahlzeiten können ganz unterschiedlich sein.

Warum sollte ich auf Alkohol verzichten?

Alkohol kann deinem Baby schaden. Deshalb wird empfohlen, während der Stillzeit darauf zu verzichten.

Über die Muttermilch nimmt dein Baby einen Teil des Alkohols auf. Seine Leber ist noch nicht ausgereift und baut ihn langsamer ab als der Körper eines Erwachsenen.

Alkohol kann dazu führen, dass dein Baby schlechter trinkt, ungewöhnlich schläfrig wird oder sein Schlaf gestört ist. Bei größeren oder wiederholt hohen Alkoholmengen können auch Wachstum und Entwicklung beeinträchtigt werden. Außerdem kann Alkohol den Milchfluss erschweren.

Wenn du bereits etwas getrunken hast, geht es jetzt darum, dein Baby vor Alkohol in der Milch zu schützen und seine nächste Mahlzeit sicher zu überbrücken. Während dein Körper den Alkohol abbaut, sinkt auch sein Gehalt in der Muttermilch. Die folgenden Hinweise helfen dir für diese Situation; die Empfehlung zum Verzicht bleibt bestehen.

Schon etwas getrunken – was mache ich jetzt?

Für die nächste Stillmahlzeit kommt es darauf an, wie viel du getrunken hast und wie lange das her ist.

Vielleicht möchte dein Baby früher trinken, als du erwartet hast. Dann kann eine andere Person beim Füttern helfen.

Diese Schritte helfen dir, die Pause bis zum nächsten Stillen zu überbrücken:

  • Schau auf die Menge. Ein kleines Glas Wein mit etwa 150 Millilitern und 12 Prozent Alkohol enthält deutlich weniger Alkohol als ein großes, voll eingeschenktes Glas. Auch bei Bier und Cocktails machen Größe und Stärke einen Unterschied.
  • Lass Zeit bis zum nächsten Stillen. Nach einem einzelnen kleinen Glas Wein wie im Beispiel empfehlen Fachstellen mindestens zwei Stunden ab dem letzten Schluck. Je nach Körpergewicht und Alkoholmenge kann der Abbau länger dauern. Nach zwei Stunden ist die Milch also nicht automatisch alkoholfrei. Hast du mehr getrunken, brauchst du eine längere Pause.
  • Gib deinem Baby während der Pause andere geeignete Milch. Du kannst Muttermilch nehmen, die du vor dem Alkoholtrinken abgepumpt und sicher aufbewahrt hast. Wenn keine da ist, kommt auch Säuglingsanfangsnahrung infrage, zum Beispiel Pre-Milch. Bereite sie frisch nach der Anleitung auf der Packung zu. Dein Baby soll mit seinem Hunger nicht auf eine bestimmte Uhrzeit warten müssen.
  • Lass dir helfen, wenn du unsicher bist. Wenn du mehr getrunken hast oder die Menge nicht einschätzen kannst, frag in einer Arztpraxis nach, wann du wieder stillen kannst. Das ist auch wichtig, wenn dein Baby noch sehr jung ist oder zu früh geboren wurde. Bei dringenden medizinischen Fragen außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen rufe 112.

Vielleicht gibst du zum ersten Mal eine Flasche und brauchst dafür eine Anleitung. Unsere Beiträge zu Stillen und Pre-Milch und zum Füttern mit der Flasche helfen dir dabei. Halte dein Baby beim Füttern gut gestützt und eher aufrecht. Lass ihm Zeit und mach Pausen, wenn es sie braucht.

Hilft Abpumpen nach Alkohol?

Durch Abpumpen wird deine Milch nicht schneller alkoholfrei. Das passiert erst, wenn dein Körper den Alkohol abgebaut hat. Auch Kaffee, viel Wasser oder eine Dusche verkürzen diese Zeit nicht.

Trotzdem kann Abpumpen während einer Stillpause sinnvoll sein. Wenn du eine ganze Stillmahlzeit ersetzt, bekommt deine Brust dadurch weiterhin das Signal, Milch zu bilden. Geht es vor allem darum, dass die Brust unangenehm spannt, kannst du vorsichtig etwas Milch abpumpen oder von Hand entnehmen, bis der Druck nachlässt. Du musst die Brust nicht vollständig „leer“ bekommen. Bei einer schmerzenden, harten Stelle findest du Hilfe im Beitrag zu Milchstau.

Solange noch Alkohol in deinem Blut ist, enthält auch die abgepumpte Milch Alkohol. Gib diese Milch deinem Baby nicht. Der Alkohol verschwindet daraus auch dann nicht, wenn du sie länger im Kühlschrank stehen lässt.

Wer kümmert sich ums Baby – und wo schläft es?

Wenn du dich nach Alkohol benommen oder unsicher fühlst, bitte eine nüchterne erwachsene Person, dein Baby zu betreuen.

So ist jemand da, der es sicher halten, füttern und auf seine Bedürfnisse reagieren kann.

Wer Alkohol getrunken hat, sollte nicht mit dem Baby im selben Bett schlafen. Das gilt auch für deinen Partner, deine Partnerin und andere Personen, die dein Baby betreuen. Schlaft auch nicht gemeinsam auf einem Sofa oder Sessel ein. Zum Schlafen liegt dein Baby am sichersten auf dem Rücken im eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer. Die Matratze sollte fest und frei von Kissen und anderen weichen Gegenständen sein.

Wenn es dir schwerfällt, weniger zu trinken

Du kannst dir Unterstützung holen, auch wenn du noch nicht genau weißt, was du brauchst.

Vielleicht trinkst du öfter oder mehr, als du möchtest. Sprich das in deiner Hausarztpraxis oder bei einer Suchtberatungsstelle an. Dort könnt ihr besprechen, was dich entlasten kann und wie dein Baby in dieser Zeit gut versorgt wird.

Wenn du nach einer Stillpause unsicher bist, wie es weitergeht, kann dir auch eine Hebamme oder Stillberatung helfen. Gemeinsam könnt ihr schauen, wie ihr wieder zu eurem gewohnten Füttern nach Bedarf findet.

Häufige Fragen zu Kaffee und Alkohol beim Stillen

Weitere Fragen zu eurem Stillalltag? In unserer Übersicht rund ums Stillen findest du die Beiträge der Reihe.


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