Die Schwangerschaft – insbesondere die erste – ist für Frauen eine sehr aufregende Sache. Wenn ein neuer Erdenbürger über neun Monate hinweg im Mutterleib heranwächst, verändern sich sowohl der eigene Körper und die Psyche einer Schwangeren. Zwar sind diese Veränderungen von Frau zu Frau individuell verschieden. Dennoch ist es wichtig, sich über potenziell anstehende Abweichungen vom „Norm-Zustand“ klar zu werden.

Anpassung des Körpers während der Schwangerschaft und geeignete Kleidung

In einer ersten Phase schwellen Bauch und Brüste der Schwangeren – nach der Befruchtung der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut – deutlich an. Auch die Brustwarzen werden dunkler und deutlich größer. Nach der Schwangerschaft gehen diese Veränderungen mehr oder weniger zurück. Gezielte Gymnastik während und nach der Schwangerschaft hilft das Bindegewebe zu stärken und die alte Figur wieder zu gewinnen.

Durchblutung, weitere innere Veränderungen

Neben den offensichtlichen Äußerlichkeiten verändert sich auch der Kreislauf. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche (SSW) nimmt die Blutmenge im Körper zu. Genauer betrachtet steigt dabei wiederum der Wasseranteil, der Prozentsatz roter Blutkörperchen geht dagegen zurück. Das dient dem Körper dazu, den Austausch der Durchblutung von Mutter und Baby am Mutterkuchen zu verbessern. Daher sollten Schwangere auf ihren Eisenbedarf achten. Dieser kann von 15 Milligramm (Durchschnitt/Tag) auf 30 Milligramm anwachsen.

Interessant: Das Blut neigt während der Schwangerschaft zu höherer Gerinnung, auch der Herzschlag wird schneller. Durch eine vermehrte Ausschüttung von Östrogenen wachsen die Haare der werdenden Mütter schneller und fallen kaum aus.

Psychische Auswirkungen einer Schwangerschaft

Gerade in der Anfangsphase einer Schwangerschaft sind Mütter durch die zahlreichen körperlichen Umstellungen müde und antriebslos. Doch auch die finanziellen, beruflichen und alltäglichen Veränderungen, die ihren Schatten voraus werfen, sorgen für Zweifel und Unsicherheit. Wenn die Schwangere sich für pränatale Diagnostik entscheidet, kann die Angst, ein Kind mit einer Behinderung zu gebären, ebenfalls eine große Belastung sein.

In der Anfangszeit, insbesondere wenn das Kind nicht geplant war, weitet sich die persönliche Anspannung der Schwangeren auf die Partnerschaft aus. Dies kann beispielsweise zu Streitereien bis hin zur Trennung führen. In den ersten Monaten lehnen werdende Mütter häufig zudem Sexualität ab, was ebenfalls zu Zwist führen kann. Laut der Hebamme Sabine Burchardt, die ihre Erkenntnisse über die Ups und Downs von Schwangeren auf dem Portal Rund-ums-Baby in drei Phasen einteilt, hält diese schwierige Anpassungsphase jedoch nicht neun Monate lang an. Mit dem deutlich sichtbaren Babybauch wächst auch der Stolz der Mutter auf ihr Kind, die ab dem fünften Monat aktiver und unternehmungslustiger wird. So können in dieser mittleren Phase Umzüge und Geburtsvorbereitungen stattfinden Der Austausch mit Hebammen oder Eltern nimmt einen wichtigeren Stellenwert ein.

Die letzten Monate vor der Geburt

Babybauch - Bauch einer Schwangeren - Linea Negra

Deutlich erkennbar: die „Linea Negra“ (Bild: © Alex Hinds / Fotolia)

Der Bauch der Schwangeren kann in dieser Phase bereits durch eine schwarze Linie, die sogenannte Linea Negra, optisch in zwei Hälften geteilt sein. Die erhöhte Melanin-Produktion führt zu diesem Phänomen. Bei vielen Frauen treten Schwangerschaftsstreifen auf, die man während der gesamten Monate sowie in der Zeit nach der Geburt durch häufiges Einmassieren von Feuchtigkeitscreme eindämmen kann.

Weitere Belastungen, die in den letzten Monaten vor der Geburt auftreten können, sind

–          Verstopfung,
–          Sodbrennen,
–          Krampfadern,
–          Rückenschmerzen,
–          Wassereinlagerungen sowie
–          Kurzatmigkeit.

Der diastolische Blutdruck sinkt. Um den Belastungen zu entgehen, sollten werdende Mütter nicht lange sitzen oder stehen, sondern lieber auf der Seite liegen, beispielsweise mit einem Stillkissen.

Interessant: Bis zur Geburt können übrigens auch die Füße um bis zu zwei Nummern wachsen!

Der Nestbautrieb beruhigt

In diesem letzten Stadium vor der Geburt setzt bei vielen Hochschwangeren der Nestbautrieb ein. Sie kümmern sich um die Namenswahl, richten das Kinderzimmer ein, intensivieren ihre Partnerschaft und tauschen sich mit anderen jungen Eltern aus. All diese Dinge sind wichtig für sie, bevor es zu den ersten ernsthaften Wehen kommt.

Denn ab hier sollte sich die junge Mutter entspannen – und sich ganz auf sich und das Baby konzentrieren können. Wenn sie dabei durch einen liebevollen Partner unterstützt wird, ist sie für die kommende Geburt bestens vorbereitet – und ein neuer Erdenbürger kann gesund und geliebt auf die Welt kommen.


 

Über den Autor

Torsten Esser

Torsten hat das Vollzeit-Papa-Diplom. Er hat einen kleinen Sohn und eine Stieftochter, die er liebt, als wäre es seine eigene. Darüber hinaus hat er acht Semester lang "Soziale Arbeit" studiert. Mit einer unübertroffenen Mischung aus Wissen und Bauchgefühl, ist er der geborene Autor für dieses Magazin. Und ganz nebenbei kümmert er sich als Gründer und Inhaber von 1-2-family.de um alle Belange des Magazins.

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