Kinder erleben ihren Körper ganz selbstverständlich. Sie lernen, dass sie eine Nase, einen Mund und Augen haben. Aber auch, dass ihr Körper ganz ihnen alleine gehört – dass sie eine eigenständige Person sind und sich von Eltern und Geschwistern abgrenzen können. 

Babys und Kinder lernen ihren Köper ganz natürlich kennen

Kinder erleben über ihren Körper, wer sie sind und was sie können. Sie matschen mit Knete, sie ertasten ihr Kuscheltier, sie krabbeln, laufen und klettern wie kleine Weltmeister. Sie spüren das Kitzeln von Papas Bart und weinen beim aufgeschlagenen Knie. Kinder lernen ihren Körper durch all diese Erfahrungen kennen. Dabei untersuchen sie ihre Hände und Füße genauso selbstverständlich, wie ihren Popo oder die Geschlechtsorgane.

Ein positives Körpergefühl steuern die Eltern

Kinder entwickeln aus den vielen verschiedenen körperlichen Erfahrungen – nach und nach – ihr ganz persönliches Körpergefühl. Zu Beginn nehmen Kinder ihren Körper als eine abgetrennte Einheit wahr. Er ist zwar irgendwie da – aber wird noch nicht bewusst als der eigene Körper erkannt. Erst mit der Zeit lernen sie, dass ihr Körper ganz zu ihnen gehört. Ob ein Kind ein positives Körpergefühl entwickelt, hängt dabei stark mit dem Verhalten der Eltern zusammen. Deren Reaktion auf die Versuche der Kinder ihren Körper zu erkunden, bestärkt oder bremst ein Kind in seinen Erfahrungen.

Lassen Eltern ihren Kindern den Freiraum, sich und ihren Körper kennen zu lernen, oder reagieren sie mit einem „Pfui“ und ermahnen ihr Kind vielleicht sogar, bestärken oder hemmen sie die natürliche Neugierde, die für die Entwicklung so wichtig ist.

Körperteile benennen und kennen lernen

Kinder lieben es, in Mamas oder Papas Gesicht zu fassen. „Was ist denn bloß dieses große Ding in Papas Gesicht?“. Kinder sind fasziniert, wenn sie lernen, dass nicht nur Papa eine Nase besitzt, sondern sie selbst ebenfalls. Eltern können Kindern ihren Körper nahe bringen, wenn sie zum Beispiel beim Wickeln und Anziehen die einzelnen Körperteile berühren und dabei benennen. Dabei lernen sie nicht nur die Körperteile kennen, sondern auch, dass all das zu ihnen gehört.

Fingerspiele als Teil der Körperwahrnehmung

Alle Kinder lieben Fingerspiele. Sie sind ein tolles und lustiges Mittel auf dem Weg zur eigenen Körperwahrnehmung. Seien es die „Zappelmänner“, der „Pflaumenpflücker“ oder die versteckte Nase, die wie von Zauberhand wieder auftaucht, all das ist enorm spannend für Babys im ersten Lebensjahr. Durch die Verknüpfung von Sprache, Bewegung, und körperlichem Empfinden, entwickeln Kinder Bilder und Assoziationen von sich und ihrem Körper. Das fördert die Vorstellung und das Verständnis vom eigenen Ich.

Kinder sind zufrieden mit dem eigenen ICH

Die Erfahrungen mit dem eigenen Körper begleiten ein Kind sein Leben lang. Wie wohl Kinder sich später in ihrem Körper fühlen, hängt ganz davon ab, wie sie ihre persönliche Körperlichkeit in der Kindheit erlebt haben. Sind sie mit dem eigenen ICH zufrieden, entwickeln sie nicht nur ein positives Körpergefühl, sondern lernen für ihr ganzes Leben. Sie sind gestärkt für die Erfahrungen in der Pubertät und das eigenständige Leben als erwachsener Mensch.


Im VIDEO: Eine typische Nacht mit Baby und Kleinkind


Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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