Es gibt nicht wenige Deutsche, die zwar mit den Begriffen Boomer, Millennial oder Generation-Z, etwas anfangen können, ihnen aber die Zuordnung schwer fällt. Es handelt sich dabei natürlich um die Namen der letzten geborenen Generationen. Wenn man sich ein wenig mit diesen Generationen auseinandersetzt (so wie es mittlerweile viele Wissenschaftler getan haben) lässt sich offenbar so einiges daraus schließen.

Mit jeder Generation wächst eine ganz eigene Personengruppe auf, die jeweils vom Weltgeschehen und den gesellschaftlichen Strömungen ihrer Kindheit und Jugend, geprägt ist. Sie teilen oft Ansichten und Werte bis ins hohe Erwachsenenalter. Diese Dinge beeinflussen politische Meinungen, Kaufentscheidungen, und mitunter auch die ganz persönliche Familienplanung.

Laut Studie gilt dieser Einfluss ganz besonders für die oft missverstandene Generation Z (oder Gen-Z). Diese Generation ist zwischen 1997 und 2012 zur Welt gekommen. Damit ist sie der offizielle Nachfolger der Generation der Millennials (Generation-Y).

Hier einmal ein kurzer Überblick über die Generationen seit der Nachkriegszeit:

  • Baby Boomer: Geboren zwischen 1946 und 1964
  • Generation X:  Geboren zwischen 1965 und 1980
  • Generation Y: Geboren zwischen 1981 und 1996
  • Generation Z: Geboren zwischen 1997 und 2010
  • Generation Alpha: Geboren nach 2011

(Quelle: Generation Silent, Baby Boomer, X, Y (Me, Millennials), Z oder Alpha)

Die Generation Z im Arbeitsleben

Im Arbeitsleben hat die junge Gen Z häufig mit gefühlten existentiellen Ängsten zu kämpfen. Solche Ängste können entsprechende Auswirkungen auf die komplette berufliche Laufbahn haben.

Generation Z Arbeit
Bild: © fizkes / Adobe Stock

Eine Metastudie hat festgestellt, dass die Gen Zler natürlich erfolgsorientiert sind. Allerdings gibt es unter ihnen auf im Berufsleben ein besonderes Bedürfnis an Sicherheitsbewusstsein. So fühlen sie sich, in einem mittelständischen Unternehmen, inklusive vertrauenswürdigem Chef, oft wesentlich wohler, als in einem hippen und erfolgreichen Startup. Ein weiterer Anhaltspunkt für besonderen Sicherheitsbedarf, ist eine extrem niedrige Quote derer, die sich eine Selbstständigkeit vorstellen können. Laut Studie liegt man hier bei nur 6 Prozent.

Gleichzeitig werden die Mitglieder dieser Personengruppe in Unternehmen für ihre hohe Internetaffinität geschätzt. Und das ist gar kein Wunder, da sich auch ihr Privatleben (rein statistisch) sehr digital gestaltet. Bei Social Media bis Smarthome ist die Generation Z auch privat enorm affin.

Die Generation Z und der Konsum

Als Kunde wird die Generation Z von Unternehmen als recht schwierig eingestuft. Sie gilt hier als sprunghaft und wenig entscheidungsfreudig. Dabei kommt es sehr auf die Sichtweise an. Also den Blickwinkel. Denn es ist mitnichten so, als ob Konsum in dieser Generation keine Rolle spielen würde. Kaufentscheidungen werden jedoch anders getroffen, als es bei vorherigen Generationen der Fall war. Sie sind bedachter, bewusster und nachhaltiger. Darüber hinaus bilden die ersten bereits Familien. Auch das beeinflusst natürlich die Prioritäten beim Konsum.

Insgesamt ist es aber schon so, dass dort eine Generation lebt, die es sich bei Kaufentscheidungen nicht leicht macht. Man möchte Dinge auch brauchen, wenn man sie kauft. Das steht in manchen Fällen dem reinen Massenkonsum entgegen. Nachhaltigkeit wird hier (immer öfter) ganz gerne gesehen.

Generation Z Shopping und Konsum
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Auf dem Weg dahin wird intensiv abgewägt. Dank der „digitalen Revolution“ ist das Internet, sind auch Influencer mit ihren sozialen Kanälen, ein echter Faktor für Kaufentscheidungen. Unpacking-Videos und Erfahrungsberichte in Videoform werden regelrecht aufgesaugt.

Wenn dann all diese Infos im „Kasten“ sind, werden noch Freunde und Familie befragt. Denn auch deren Meinung hat für die Generation Z einen extrem hohen Stellenwert. An diesem Punkt ist sie durch Werbung nicht mehr so leicht erreichbar. Und das macht sie in den Augen (eines Teils) der Industrie dann letztlich zu „schwierigen Kunden“.

Trotz der hohen Internetaffinität führt die Gen Z übrigens nicht die Online-Shopping-Charts an. Natürlich wird auch dort online eingekauft. Aber längst nicht alles – und längst nicht immer. Stattdessen wollen die jungen Menschen interessante Produkte lieber selbst begutachten, statt sich lediglich auf Bilder und Produktbeschreibungen zu verlassen. 


Im Video: Millennials, Boomers, Gen Z – Wie groß sind die Generationsunterschiede?


Die Generation Z und die Politik

Interessant ist auch, dass Jugendliche unter 20 Jahren laut den Shell-Jugendstudien wieder mehr (auch aktiv) in der Politik mitmischen wollen. Es ist ihnen nicht egal, was die Zukunft bringen könnte – und man möchte sie aktiv mitgestalten.

Generation Z - Fridays for Future
Bild: © Carlo / Adobe Stock

Auch vorherige Generationen waren in der Jugendzeit politisch teils sehr aktiv. Das ist keine reine Modeerscheinung der 68er. Auch heute ist es wieder so, dass sich junge Menschen mit Problemen konfrontiert sehen, die eventuell noch ihre eigenen Kinder bis ins Erwachsenenalter belasten könnten. Ein sicherlich guter Grund, um sich politisch zu interessieren – und zu engagieren.

Der große Zündfunke kam dann mit Greta Thunberg und Fridays for Future. Aber zünden konnte er letztlich nur, weil all der Frust, Bedürfnisse und Grundvorstellungen, bereits in einer ganzen Generation, tief drin schlummerten. Ein wichtiger Punkt, der oft in der öffentlichen Diskussion übersehen wird, wenn die Gen Z für ihre „Klimaticks“ belächelt wird.

Das Politikinteresse endet jedoch keinesfalls beim Thema Klima. Grundsätzlich ist es aber so, dass man auch hier eine beinahe generelle Skepsis gegenüber aktueller Politik und der Wirtschaft herauslesen kann. Das Bedürfnis von Veränderungen und großen Würfen ist enorm.

Die Generation Z und das Internet

Tatsächlich ist die Generation Z die erste Generation, die vom ersten Geburtenjahrgang, niemals ohne Internet aufgewachsen ist. Wenn man sich bewusst macht, dass Dinge wie eine Wählscheibe, Diaprojektoren und Röhrenfernseher, allenfalls zu blassen frühkindlichen Erinnerungen gehören, fragt man sich am Ende, warum man solche Absätze (wie diesen hier) heute überhaupt noch in Beiträge einbaut. Man schreibt sie ja schließlich nicht über Dinge, wie Mikrowellen und Innenbeleuchtung. Und das, obwohl auch diese Erfindungen (in damaliger Zeit) das Leben enorm beeinflusst haben. Nein, man schreibt diesen Absatz vergleichend für all die vorherigen Generationen, die das Internet noch nicht mit der „Muttermilch erlebt haben“.

Für die Generation Y und früher, bleibt das Internet bis heute ein (teilweise) sehr zwiespältiges Thema, mit dem man sich auf eine Weise auseinandersetzt, wie mit Dingen, die irgendwann einmal neu waren, gewachsen sind, und dann allumfassend wurden. Ähnlich ging es sicherlich den Übergangsgenerationen, kurz nach der Erfindung des elektrischen Stroms oder während der Industrialisierung. Denn auch damals wurden Kinder geboren, welche niemals ohne elektrisches Licht im Schlafzimmer aufgewachsen sind. Elektrischer Strom in Privathäusern veränderte auch zu dieser Zeit, die Sicht der heranwachsenden Generation, auf die gesamte Welt.

Generation Z Internet
Bild: © DisobeyArt / Adobe Stock

Ganz ähnlich steht es heute um das Internet. Für die Generation Z ist dieses allumfassende Informations- und Austauschnetzwerk keine neue Erfindung. Es war IMMER da.

Neben der reinen Informationsfindung, erobern natürlich auch Social-Media Plattformen und Apps wie Tiktok, die Herzen im Sturm. Und tatsächlich sind auch hier wesentlich mehr Zler, als Millenials und Boomer, anzutreffen. Die älteren Generationen verweilen aktuell offenbar eher auf Facebook oder Twitter.

Spannend ist übrigens, dass die Generation Z, trotz der starken allgemeinen Affinität zum Internet, zu immerhin 50 Prozent angibt, dass Social-Media-Plattformen, als gefährlich wahrgenommen werden. Die oft als „ans Internet verlorene Generation“ verschriehene Gemeinschaft, genießt also nicht blind, in voller Mannschaftsstärke, alle Möglichkeiten der Selbstdarstellung im Netz. Mindestens die Hälfte dieser Generation plädiert für brauchbaren Datenschutz und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet.

Könnt ihr im Vergleich mit der Generation Z in Sachen Internet mithalten? In diesem Quiz erfahrt ihr, wie alt oder jung ihr (in Internetalter) im Umgang mit Technik und dem Internet seid. Wie viele virtuelle Jahre trennen euch von der Generation Z? Erfahrt es hier. 🤔😊

Welche Generationen gibt es namentlich noch?

  • Abgesehen von der jungen Gen Z, gibt es auch noch die Boomer. Sie kamen – wie der Name schon sagt – mitten im Baby-Boom, zwischen 1946 und 1964 zur Welt. Sie wuchsen also in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs auf. Ihre Kindheit war einerseits von einer Aufbruchstimmung geprägt. Viele Kinder spürten allerdings auch ganz deutlich die Ängste, die der Krieg bei ihren Eltern hinterlassen hatte.
  • Nach den Boomern folgt die Generation X. Dazu zählen alle Menschen, die in der Zeit von 1965 bis 1980 geboren wurden. Mit dieser Generation wuchsen die ersten Kinder auf, die ohne direkten Einfluss eines Krieges geprägt wurden. Auch diese Kinder mussten sich allerdings noch mit relativ wenig Wohlstand zufriedengeben. Ihr Leben war tatsächlich, auch durch den Einfluss des sogenannten kalten Krieges, durch weniger ökonomische Sicherheit, als bei ihren Vorgängern, geprägt.
  • Zwischen 1980 und dem Ende der 1990er erblickten schließlich die Millennials das Licht der Welt. Die heutige Elterngeneration, hat laut statistischem Bundesamt bereits 2015, 22% der deutschen Bevölkerung ausgemacht. Die Millenials gelten als gut gebildet. Es gibt einen ziemlich hohen Anteil an Hochschulabschlüssen. Auch diese Generation ist schon sehr technikaffin. Während ihrer Jugend zogen Personal Computer, das Internet und Handys in den Lebensalltag ein.
  • Ab dem Jahr 2011 geborene Kinder zählen zur aktuellen Generation Alpha. Rein rechnerisch sind es die Kinder der Millenials. Von welchen Dingen und Bedürfnissen diese Generation einmal im Erwachsenenalter geprägt sein wird, verraten uns die heutigen Lebensumstände. Wir (und somit auch die Generation Alpha) leben in politisch sehr unruhigen Zeiten. Sowohl die Millenials, als auch die Generation-Z haben eine große Verantwortung, um die neue Generation Alpha, mit Liebe und Kraft auf die Erwachsenenwelt vorzubereiten.

Wer hat's geschrieben?

Torsten Esser

Torsten hat das Vollzeit-Papa-Diplom. Er hat einen kleinen Sohn und eine Stieftochter, die er liebt, als wäre es seine eigene. Darüber hinaus hat er acht Semester lang "Soziale Arbeit" studiert. Mit einer unübertroffenen Mischung aus Wissen und Bauchgefühl, ist er der geborene Autor für dieses Magazin. Und ganz nebenbei kümmert er sich als Gründer und Inhaber von 1-2-family.de um alle Belange des Magazins.

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