Wie zwei Berlinerinnen die Zeit nach der Geburt neu denken wollen

Berlin, 22.02.2021. Das Wochenbett findet öffentlich nicht statt. Was eigentlich im Sinne der Mutter ist, die gerade ihr Kind geboren hat, wird zu einer echten Herausforderung für alle Schwangeren. Denn ihnen fehlt schlicht die Vorstellung davon, was sie erwartet und – noch wichtiger, wie sie sich darauf vorbereiten können. Zwei Berlinerinnen wollen das mit „hey, WOW MOM“ nun ändern.

Wer sich mit dem Wochenbett – den acht Wochen nach der Geburt eines Kindes – beschäftigt, stolpert oft schon über den Begriff selbst. So wird aus der Powerfrau und Mutter plötzlich eine Wöchnerin. Beides klingt altertümlich und ruft eher Assoziationen wie Schwäche, Erschöpfung und Schmerz hervor als Vorfreude auf eine wunderschöne und ebenso aufregende Zeit, in der die Familie in ihrem neuen Leben ankommt und der Körper der Frau ein erneutes Wunder vollbringt.

Ob aus etymologischen oder gesellschaftlichen Gründen: Im Kontext des Mutterwerdens geht es um die Schwangerschaft, die Geburt und das Baby. Babybauch ölen, um Dehnungsstreifen zu vermeiden? Klar, gehört zum Allgemeinwissen! Babys Erstausstattung? Auch klar, und hey, am besten nur Wolle-Seide. Gepackte Kliniktasche? Ja, hunderten Checklisten sei Dank! Doch was passiert zwischen der Geburt und dem Zeitpunkt, an dem das Baby all die Bodys einmal anhatte? Was braucht die Mutter in dieser Zeit? Wer kümmert sich um sie?

Das Wochenbett scheint ein thematisches Tabu zu sein

Janine Krupp, seit 12 Jahren Hebamme, und Stephanie Römer, selbst Mutter einer Tochter, beobachteten nur allzu oft, dass werdenden Eltern auf diese Fragen die Antworten fehlen. „Über das Wochenbett wird nicht gesprochen – weder unter Freundinnen noch bei den vielen gynäkologischen Vorsorgeterminen.

Bild: © Hey Wow Mom

Nur wer das Glück hat und eine Hebamme findet, wird an das Thema herangeführt“, erinnert sich Stephanie, Mitgründerin von Hey Wow Mom, an ihre Erfahrungen als werdende Mutter. „Die meisten Frauen erlauben es sich schlicht nicht, sich selbst nach der Geburt wichtig zu nehmen und haben noch viel weniger eine Idee davon, wie das eigentlich gehen kann.“

„Plötzlich steht nur noch das Baby im Mittelpunkt, die Mama wird übersehen – und übersieht sich selbst“, erklärt Janine, Geschäftsführerin der Hey Wow Mom, die Entstehung ihrer Geschäftsidee. „Wir wollen, dass Frauen ihr Wochenbett feiern, dass sie diese Zeit und damit auch sich selbst zelebrieren, in dem wir sie und ihr Umfeld dafür sensibilisieren, was sie wirklich brauchen. Wir machen Wochenbettrevolution!“

Die Box für das Wochenbett

Gemeinsam entschlossen sich die beiden Berlinerinnen, Frauen bestmöglich auf diese wilde und intime Lebensphase vorzubereiten und gründeten im Dezember 2020 „hey, WOW MOM“. Basierend auf Janines Hebammen-Expertise entwickelten sie eine Box für das Wochenbett: Enthalten sind neben allen Produkten rund um Wundheilung, Stillen und Wochenfluss auch viele Hebammentipps und Anleitungen für mehr Achtsamkeit. „Wir wollen die Frau bestärken, sich selbst wichtig zu nehmen. Wir laden sie dazu ein, sich von dem Gedanken zu verabschieden, Selbstfürsorge sei egoistisch oder um Unterstützung zu bitten ein Zeichen für Schwäche.“ Damit der Mutter das gelingen kann, ist auch das Umfeld gefragt, sie weder zu übergehen noch zu stören, sondern sie zu sehen und ihr den Raum zu geben, auf sich achten zu können.

Bild: © Hey Wow Mom

So sensibilisiert die hey WOW MOM-Box auch den Partner oder die Partnerin für die Bedürfnisse der werdenden Mutter und gibt dem Paar praktische Tipps sowohl für die Vorbereitung auf das Wochenbett als auch für die eigentliche Phase nach der Geburt. Enthalten sind unter anderem Wunschkarten für Freunde und Verwandte, unkomplizierte Rezepte und verschiedene Impulse, wie diese Zeit zum individuellen Baby-Honeymoon werden kann.

Erhältlich ist die hey WOW MOM-Box seit dem 15. Februar unter www.heywowmom.com.


Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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