Wer Aptamil oder Milumil bei Kaufland gekauft hat, sollte jetzt die Packungen zu Hause prüfen: Bereits im Februar zurückgerufene Babynahrung ist vereinzelt erneut in den Verkauf gelangt. Kaufland warnt seit dem 9. Oktober 2026 deshalb noch einmal vor bestimmten Produkten und Mindesthaltbarkeitsdaten. Betroffene Nahrung bitte nicht mehr füttern.
Der Kaufland-Rückruf betrifft mehrere Aptamil-Sorten sowie Milumil Pre in der 1.200-Gramm-Packung. Wir haben die Originalmeldung von Kaufland und die aktuelle Stellungnahme des Herstellers abgeglichen. Hier findet ihr die vollständige Liste, die Rückgaberegeln und Hinweise dazu, wann ihr mit eurem Baby ärztliche Hilfe suchen solltet.
Warum Kaufland jetzt erneut vor Aptamil und Milumil warnt
Die betroffenen Chargen wurden schon am 5. Februar 2026 zurückgerufen. Der aktuelle Anlass ist, dass sie bei Kaufland trotzdem vereinzelt in den Verkauf gelangt sind.
Danone erklärt in seiner Stellungnahme vom 10. Oktober, dass betroffene Chargen in einzelnen Kaufland-Filialen (warum auch immer) nicht vollständig aus dem Verkauf genommen wurden. Es handelt sich demnach um eine erneute Warnung zu bereits bekannten Chargen; der Hersteller meldet keine neue Ausweitung des Rückrufs.
Wie viele Packungen verkauft wurden, in welchen Filialen dies geschah und in welchem Zeitraum, nennt die Kaufland-Mitteilung nicht. Das Unternehmen erklärt, inzwischen sämtliche betroffenen Produkte aus dem Verkauf entfernt zu haben. Die Warnung bleibt für Familien wichtig, die solche Packungen bereits zu Hause haben.
Wir haben Ende Januar bereits über den ersten Aptamil-Rückruf wegen Cereulid berichtet. Die dortige Liste mit drei Produkten dokumentiert den damaligen Stand. Für die aktuelle Kaufland-Warnung verwendet bitte die vollständige (stark erweiterte) Übersicht in diesem Beitrag.
Kaufland-Rückruf: Diese Aptamil- und Milumil-Packungen sind betroffen
Vergleicht den genauen Produktnamen, die Packungsgröße und das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum. Der Markenname allein reicht zur Prüfung nicht aus.
Die EAN beziehungsweise GTIN ist die Artikelnummer beim Strichcode. Sie hilft euch, die richtige Produktvariante zu erkennen. Alle unten genannten Daten sind einzelne betroffene Mindesthaltbarkeitsdaten, keine durchgehenden Zeiträume.
Aptamil Pronutra
| Produkt, Packungsgröße und EAN | Betroffene Mindesthaltbarkeitsdaten |
|---|---|
| Aptamil Pronutra Pre, 800 g EAN: 4056631001202 | 14.10.2026, 30.10.2026, 10.11.2026, 18.11.2026, 04.12.2026 |
| Aptamil Pronutra Pre, 1.200 g EAN: 4056631003701 | 13.11.2026, 19.11.2026, 26.11.2026, 04.12.2026 |
| Aptamil Pronutra 1, 800 g EAN: 4056631001226 | 15.10.2026, 10.11.2026, 03.12.2026 |
| Aptamil Pronutra 2, 800 g EAN: 4056631001240 | 27.10.2026, 21.11.2026, 05.12.2026, 19.12.2026, 08.01.2027, 09.01.2027 |
| Aptamil Pronutra 2, 1.200 g EAN: 4056631003725 | 29.11.2026, 02.01.2027 |
| Aptamil Pronutra 3, 800 g EAN: 4056631001264 | 07.11.2026, 29.11.2026, 11.12.2026, 18.12.2026 |
Aptamil Profutura
| Produkt, Packungsgröße und EAN | Betroffene Mindesthaltbarkeitsdaten |
|---|---|
| Aptamil Profutura Pre, 800 g EAN: 4056631003435 | 11.02.2027, 14.03.2027, 20.04.2027, 08.05.2027, 08.06.2027, 06.08.2027, 17.09.2027 |
| Aptamil Profutura 1, 800 g EAN: 4056631003459 | 03.12.2026, 08.01.2027, 12.02.2027, 18.03.2027, 21.04.2027, 08.05.2027, 08.06.2027, 08.08.2027, 27.09.2027 |
| Aptamil Profutura 2, 800 g EAN: 4056631003473 | 02.12.2026, 07.01.2027, 20.01.2027, 10.02.2027, 19.04.2027, 18.05.2027, 14.06.2027, 04.08.2027, 05.08.2027, 22.08.2027, 02.11.2027, 11.11.2027 |
Milumil Pre
| Produkt, Packungsgröße und EAN | Betroffene Mindesthaltbarkeitsdaten |
|---|---|
| Milumil Pre, 1.200 g EAN: 4056631003961 | 15.10.2026, 20.11.2026, 03.12.2026, 24.12.2026, 15.01.2027, 19.02.2027 |
Quelle der Produktzuordnung: Kaufland-Kundeninformation vom 9. Oktober 2026. Die Verbraucherzentrale Hamburg bestätigt die erneute Warnung in ihrem Update vom 12. Oktober.
Auch eine ungeöffnete, noch lange haltbare Packung kann dazugehören. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt nicht aus, ob ein Produkt von einem Rückruf betroffen ist.
Was ist Cereulid – und warum hilft Abkochen nicht?
Cereulid ist ein Giftstoff, den bestimmte Bakterien bilden können. Bereits vorhandenes Cereulid lässt sich durch normales Erhitzen oder Abkochen nicht beseitigen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beschreibt als Hintergrund der damaligen Rückrufe eine verunreinigte Charge Arachidonsäure-Öl. Über diese Zutat gelangte das Toxin in betroffene Säuglingsnahrung. Das Problem ist der bereits gebildete Giftstoff, nicht allein das Vorhandensein von Bakterien.
Cereulid kann innerhalb von etwa 30 Minuten bis sechs Stunden Übelkeit und Erbrechen auslösen. In seltenen schweren Fällen sind auch Organschäden möglich. Bei der aktuellen Warnung nennt Kaufland außerdem Durchfall als mögliche Beschwerde.
Bitte versucht nicht, zurückgerufenes Milchpulver durch besonders heißes Wasser, längeres Kochen oder erneutes Erwärmen verwendbar zu machen. Betroffene Packungen dürfen nicht weiter gefüttert werden.
Betroffene Packung gefunden? So bekommt ihr euer Geld zurück
Ihr könnt die betroffene Babynahrung in jeder Kaufland-Filiale zurückgeben. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet.
- Nicht weiter verwenden: Stellt die Packung getrennt von der übrigen Babynahrung ab, damit sie nicht versehentlich benutzt wird.
- Daten festhalten: Fotografiert Produktname, Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargenangabe, besonders wenn euer Baby bereits davon getrunken hat.
- Zurückgeben: Nehmt die betroffene Packung mit zu Kaufland.
- Bei Unklarheiten nachfragen: Die kostenlose Kaufland-Hotline lautet 0800 1528352.
Danone grenzt die aktuelle Korrekturmaßnahme auf Kaufland ein. Andere Produkte und Mindesthaltbarkeitsdaten sind laut Hersteller davon nicht betroffen. Habt ihr noch alte Vorräte aus dem ursprünglichen Rückruf, prüft diese unabhängig vom Einkaufsort: Ein bereits zurückgerufenes Produkt wird durch einen anderen Händler nicht unbedenklich. Zur zusätzlichen Prüfung bietet Aptamil auf seiner Informationsseite ein Rückruf-Prüftool an.
Euer Baby hat schon davon getrunken: Wann braucht ihr ärztlichen Rat?
Wenn euer Baby nach betroffener Nahrung erbricht, Durchfall hat oder krank wirkt, wendet euch zeitnah an eure Kinderärztin oder euren Kinderarzt.
Wiederholtes Erbrechen und Durchfall können bei Säuglingen rasch zu einem Verlust von Flüssigkeit und Salzen führen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit erläutert auf kindergesundheit-info.de, dass Austrocknung gerade bei Babys schon nach kurzer Zeit gefährlich werden kann.
- Euer Baby erbricht mehrfach und wirkt krank oder auffällig teilnahmslos.
- Es lässt sich nicht zum Trinken bewegen.
- Zu Erbrechen kommen Durchfall, Fieber oder starke Bauchschmerzen hinzu.
- Lippen und Zunge sind trocken oder euer Kind scheidet deutlich weniger Urin aus.
Diese Beschwerden brauchen rasche ärztliche Abklärung. Hinweise zu Flüssigkeitsverlust findet ihr auch beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit zum Thema Durchfall. Nennt in der Praxis den möglichen Zusammenhang mit der zurückgerufenen Nahrung und haltet die Verpackungsdaten bereit. Aus Beschwerden allein lässt sich keine Cereulid-Vergiftung feststellen; Erbrechen kann verschiedene Ursachen haben.
Wenn euer Baby keine Beschwerden zeigt, ihr euch aber wegen einer bereits gefütterten Packung sorgt, könnt ihr ebenfalls kinderärztlichen Rat einholen. Das Aptacare-Expertenteam beantwortet Produktfragen unter 0800 278 26 45; medizinische Abklärung erfolgt in der kinderärztlichen Praxis.
Prüft bitte auch Packungen bei Großeltern oder anderen Personen, die euer Baby betreuen. Entscheidend ist jetzt, die betroffenen Vorräte zu erkennen und nicht weiter zu füttern.
Quellen und Stand
- Kaufland: Rückrufmitteilung vom 09.10.2026
- Aptamil/Danone: Stellungnahme vom 10.10.2026 und Rückruf-Prüftool
- Verbraucherzentrale Hamburg: Update vom 12.10.2026
- BfR: Cereulid in Säuglingsnahrung, Mitteilung vom 03.02.2026
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Erbrechen bei Kindern
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Durchfall bei Babys und Kleinkindern
Recherchestand: 12. Oktober 2026. Die Produktliste bezieht sich auf die erneute Kaufland-Warnung in Deutschland.
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