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Neues Kinderhospiz in Trier: Ein Zuhause auf Zeit für Familien

Neues Kinderhospiz in Trier: Ein Zuhause auf Zeit für Familien

Wer ein schwerkrankes Kind pflegt, trägt viel Verantwortung – tagsüber und oft auch nachts. Das neue Nestwärme-Kinderhospiz in Trier soll Familien davon etwas abnehmen. Am 23. Oktober 2026 wird die Eröffnung gefeiert. Ab November sollen die ersten Kinder mit ihren Eltern und Geschwistern kommen können.

Das Haus auf dem Petrisberg soll ein Zuhause auf Zeit werden. Während das erkrankte Kind versorgt wird, können Eltern Aufgaben abgeben, sich ausruhen und Zeit mit der Familie verbringen. Auch die Geschwister haben dort ihren Platz. Für Familien, deren Alltag sich seit Langem um Pflege, Therapien und Termine dreht, kann das viel bedeuten.

Was das neue Kinderhospiz Familien bieten soll

Das Haus ist so geplant, dass die ganze Familie bleiben und sich wohlfühlen kann.

Nach den Informationen von Nestwärme zum Kinderhospiz gehören dazu Zimmer für die erkrankten Kinder und ihre Familien, Räume zum Spielen und für Therapien sowie Gemeinschaftsräume mit Küche. Draußen gibt es einen Garten in Waldnähe und einen zugänglichen Innenhof mit einer Schaukel, die auch mit dem Rollstuhl genutzt werden kann.

In den Zimmern soll neben der notwendigen Versorgung auch Platz für Vertrautes bleiben: eigene Fotos, Bilder oder das Lieblingskuscheltier. Eltern und Geschwister sollen sich ebenfalls zurückziehen können. Das Begegnungs- und Beratungszentrum bietet außerdem Raum, um andere Familien kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die offizielle Eröffnung am 23. Oktober und den Start mit den ersten Familien im November nennt Nestwärme in einer Mitteilung vom 15. Oktober. Malu Dreyer, die frühere Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, übernimmt die Schirmherrschaft. Das Angebot richtet sich nach Angaben des Trägers auch an Familien aus anderen Teilen Deutschlands.

Kinderhospizarbeit kann schon früh helfen

Familien können Unterstützung bekommen, sobald feststeht, dass ihr Kind eine lebensverkürzende Erkrankung hat. Die Begleitung kann sich über viele Jahre erstrecken.

Lebensverkürzend bedeutet, dass eine Krankheit die Lebenserwartung des Kindes voraussichtlich verkürzt. In dieser Zeit brauchen Familien sowohl gute Versorgung als auch Hilfe, um ihren Alltag zu schaffen.

Das Bundesgesundheitsministerium erklärt, dass Aufenthalte in Kinderhospizen bereits ab der Diagnose möglich sind. Familien können die Unterstützung über längere Zeit und auch mehrfach nutzen. Ein Aufenthalt kann deshalb eine Pause von der anstrengenden Pflege zu Hause sein – mit Menschen an der Seite, die sich auskennen.

Ein Kinderhospiz ist auch ein Ort zum Leben: Dort darf gespielt, gelacht und gemeinsam gegessen werden. Gespräche über Ängste, das Sterben und die Trauer haben ebenfalls ihren Platz. Was eine Familie gerade braucht, kann von Aufenthalt zu Aufenthalt anders aussehen.

Im Video: Welche Unterstützung gibt es für Familien? Der Erklärfilm zeigt, wie Kinderhospizarbeit und die Versorgung schwerkranker Kinder Familien begleiten und entlasten können.

Video: Kinderpalliativzentrum – „Hospizarbeit und Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche – Ein Erklärfilm für Familien“. Der Film erklärt die Angebote allgemein und zeigt nicht das neue Haus in Trier.

Auch Eltern und Geschwister brauchen Zeit

Wenn ein Kind viel Pflege braucht, müssen die Wünsche der anderen Familienmitglieder im Alltag manchmal warten. Im Kinderhospiz sollen auch sie Raum bekommen.

Für Eltern kann Entlastung heißen, einmal eine Aufgabe abzugeben, mit jemandem in Ruhe zu sprechen oder Zeit zu zweit zu haben. Geschwister brauchen ebenfalls Aufmerksamkeit und Menschen, denen sie ihre Fragen stellen können. Auch die Begegnung mit anderen Kindern in einer ähnlichen Situation kann guttun.

Wie unterschiedlich Krankheiten das Zusammenleben verändern, zeigt auch unser Überblick zum Alltag mit einem chronisch kranken Kind. Eine chronische Erkrankung allein bedeutet allerdings noch nicht, dass Kinderhospizversorgung infrage kommt. Entscheidend sind die Erkrankung und der konkrete Unterstützungsbedarf.

Nestwärme plant im Trierer Haus unter anderem Angebote für Eltern und Geschwister, sowie verschiedene Spiel- und Therapiemöglichkeiten. Zusätzlich zum Hospiz gehört zum Haus ein eigener Wohnbereich für junge Menschen, die intensive Pflege brauchen. Welche Unterstützung zu einer Familie passt, lässt sich im persönlichen Gespräch klären.

Was kostet ein Aufenthalt im Kinderhospiz?

Gesetzlich Versicherte zahlen für die Versorgung im Kinderhospiz keinen Eigenanteil. Darauf weist das Bundesgesundheitsministerium ausdrücklich hin.

Trotzdem können die Einrichtungen nicht alles über die Kranken- und Pflegekassen finanzieren. Nestwärme beschreibt etwa die Begleitung der ganzen Familie und zusätzliche Angebote als Aufgaben, für die weiterhin Spenden und ehrenamtliche Unterstützung gebraucht werden.

Wenn ihr einen Aufenthalt plant, fragt beim Haus nach, wie die Aufnahme abläuft, welche Unterlagen nötig sind und wie Eltern und Geschwister untergebracht werden können. So könnt ihr gemeinsam klären, was ihr braucht und wie die Finanzierung in eurem Fall geregelt wird.

Wo Familien Unterstützung finden

Ihr müsst nicht schon genau wissen, welche Hilfe zu euch passt, bevor ihr euch meldet. Eine erste Beratung kann helfen, die nächsten Schritte zu sortieren.

Für Fragen zum Trierer Kinderhospiz nennt Nestwärme auf seiner Informationsseite zum Haus Elisabeth Schuh als Ansprechpartnerin. Dort findet ihr auch die aktuellen Kontaktdaten. Ob und wann ein Aufenthalt möglich ist, solltet ihr direkt mit dem Team besprechen.

Auch der Deutsche Kinderhospizverein berät Familien bundesweit und vermittelt Kontakte zu passenden Angeboten. Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste begleiten Familien zu Hause, hören zu und unterstützen im Alltag. Die ehrenamtliche Begleitung gibt Familien zusätzliche Zeit und Unterstützung neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Hilfe in eurer Nähe finden

Über den Wegweiser für Hospiz- und Palliativangebote könnt ihr nach Angeboten für Kinder und Jugendliche in eurer Region suchen. Dazu gehören ambulante Dienste und stationäre Kinderhospize. Die Suche ist kostenlos.

Wenn ihr Unterstützung sucht, könnt ihr zunächst erzählen, wie euer Alltag aussieht und was euch gerade besonders fehlt. Ihr braucht dafür keine fertige Lösung.

Das neue Haus in Trier soll Familien etwas geben, das im Pflegealltag oft knapp ist: Unterstützung, Zeit füreinander und die Möglichkeit, Verantwortung mit anderen zu teilen.


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