Roboter lässt Kinder mit Langzeiterkrankung wieder an Unterricht und Sozialleben teilhaben AV1 ist ein Telepräsenz-Avatar, welcher in der Schule und im Privatleben eingesetzt werden kann

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Bild: Estera Kluczenko

Berlin & Hamburg, 12. März 2018 Das norwegische Unternehmen No Isolation, das der Einsamkeit durch unfreiwillige soziale Isolation den Kampf angesagt hat, kommt jetzt nach Deutschland. In Berlin und Hamburg stellte CEO und Mitgründerin von No Isolation, Karen Dolva (27), den Telepräsenz-Avatar AV1 der Presse vor. AV1 wurde für Kinder und Jugendliche konzipiert, die aufgrund einer chronischen Erkrankung oder eines längeren Krankenhausaufenthalts nicht am Schulunterricht teilnehmen können.

[blockquote align=“none“ author=““] „Allein in Deutschland sind circa 75.000 Kinder und ihre Familien von unfreiwilliger sozialer Isolation betroffen“, sagt No Isolation CEO Karen Dolva. „Sie verlieren nicht nur den Anschluss an den Unterrichtsstoff. Sie leiden auch psychisch unter der Isolation, dem Mangel an sozialen Kontakten. Das wollen wir mit unserem Telepräsenz-Avatar AV1 ändern.“[/blockquote]

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Telepräsenz-Avatar AV1 lässt Kinder mit Langzeiterkrankung am Unterricht teilnehmen

AV1 ist ein robuster und leichter Roboter, der ein Kind mit Langzeiterkrankung in der Klasse vertritt. Eine Kamera und ein Mikrofon übertragen das Geschehen per WLAN oder LTE auf eine App auf dem Tablet-Computer des Kindes zuhause oder im Krankenhaus. Über einen Lautsprecher kann das Kind mit Lehrern und Mitschülern sprechen. Farbige LEDs am Kopf des Avatars signalisieren, wenn das Kind sich meldet. Ein leistungsfähiger Akku erlaubt auch den Betrieb auf dem Pausenhof oder in der Freizeit.

„Wir haben AV1 gemeinsam mit betroffenen Kindern, Lehrern, Wissenschaftlern der Universität Oslo und der norwegischen Krebshilfe entwickelt. Heute sind schon über 400 AV1 in Norwegen, Schweden, Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden im Einsatz“, berichtet die Erfinderin Karen Dolva. „Deutschland ist für uns der nächste logische Schritt und erste Pilotprojekte sind bereits angelaufen.“

Schulbehörden, Krankenkassen, Klinikgesellschaften uvm. als Partner gesucht

Pilotpartner in Deutschland sind die Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie die Charité – Universitätsmedizin Berlin. No Isolation sucht ab sofort weitere Partner, die helfen können, Kindern und Jugendlichen mit AV1 die Teilhabe an Schule und Sozialleben zu ermöglichen.

Christian Matzen, bei No Isolation für die Erschließung des deutschen Markts verantwortlich, sagt: „Wir möchten Schulbehörden, private Schulträger, Krankenkassen, Versicherungen, Familienhilfe-Organisationen, Krebshilfe-Vereine, Klinikgesellschaften und viele mehr als Partner gewinnen. Sie alle sollten ein Interesse daran haben, dass Kinder mit langwierigen oder chronischen Erkrankungen nicht länger als unbedingt nötig warten müssen, um wieder am Schulunterricht und an den Freizeitaktivitäten im Freundeskreis teilzunehmen.“

Soziale Isolation macht krank

Für No Isolation Mitgründerin Karen Dolva geht es darum, moderne Technologie auch den Schwächsten der Gesellschaft zugute kommen zu lassen: „Moderne Kommunikationstechnik wird in der Regel entwickelt, um ohnehin schon effiziente Menschen noch effizienter zu machen. Gleichzeitig sind viele Technologien so konzipiert, dass unser Nutzungsverhalten dieser Medien einsam macht. Wir möchten mit Technologien das Gegenteil erreichen. Unsere Lösungen sollen einen Beitrag dazu leisten, dass gerade auch Menschen mit sonst unbeachteten, vermeintlichen Nischenproblemen besser am Sozialleben teilhaben können. In unserer hochvernetzten Welt sollte niemand unverschuldet einsam sein.“

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Mädchen mit dem AV1 auf dem Spielplatz. So sind auch kranke Kinder – in der Freizeit – ein Stück weit dabei. Freunde wenden sich nicht ab – sie nehmen die Kinder „mit“. (Bild: Estera Kluczenko)

Einsamkeit wird von Wissenschaftlern und zunehmend auch von der Politik als ein ernstes gesundheitliches Risiko für Menschen jedes Alters eingeschätzt. Verschiedenen Studien zufolge hat Einsamkeit einen ähnlich negativen Effekt auf etwa das Herz-Kreislauf-System wie Rauchen.

[blockquote align=“none“ author=““]In Deutschland fühlen sich einer Studie zufolge je nach Alter bis zu 20 Prozent der Menschen einsam (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/271487829).[/blockquote]

AV1 kann mit umfassendem Servicepaket gemietet werden

Der Telepräsenz-Avatar AV1 wird von No Isolation mit einem umfassenden Servicepaket bereitgestellt. In der Nutzungspauschale ab €290 brutto monatlich für private Nutzer sind eine Datenflatrate, Hilfestellung bei der Einrichtung des Avatars, technischer Support und bis zu zwei Hardware-Reparaturen enthalten. Die App zum Avatar ist kostenfrei für iOS und Android verfügbar.

„Zwar können wir AV1 zu einem verhältnismäßig günstigen Preis anbieten, allerdings kann nicht jede betroffene Familie das nötige Kleingeld dafür aufbringen. Deswegen suchen wir mit Hochdruck nach möglichst vielen Partnern“, erklärt Deutschland Manager Christian Matzen. „Die betroffenen Familien können nicht warten, wenn ihr Kind ans Krankenhaus oder -bett gebunden ist. Sie brauchen eine möglichst schnelle Lösung“, weiß er. „Im Hinblick auf die Kosten lohnt es sich, das große Ganze zu sehen. Denn ein Rückstand in der Schule, die Wiederholung einer Klasse kostet Steuergeld und verzögert später den Berufseinstieg. Von den medizinischen Folgekosten von Einsamkeit ganz zu schweigen. Es gibt also neben dem sozialen Aspekt auch gute wirtschaftliche Gründe, den Einsatz von AV1 zu finanzieren.“

 


 

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