Husten, Schnupfen,Fieber – Babys und Kinder müssen sich gegen viele Viren wehren. Dabei hilft ihnen ihr Immunsystem. Doch das muss erst einmal lernen, gegen die fiesen Krankheiten zu kämpfen und zu einem mächtigen Schutzwall anzuwachsen. Dabei können Eltern den Aufbau des Immunsystems unterstützen. 

Die Entwicklung des Immunsystems

Das Neugeborene liegt friedlich in seiner Wiege und schlummert vor sich hin: Kaum auszudenken, dass dieser kleiner Engel überhaupt krank wird. Doch spätestens mit acht oder neun Monaten, kommt der Moment den Eltern fürchten – die Nase läuft, das Baby wird quengelig und bekommt Fieber. Die erste Erkältung ist angekommen. Und kaum ist sie überstanden, kündigt sich bereits die nächste an. Eltern werden nun über Nacht zu Experten im Fieber messen und Nasentropfen verabreichen.

Das Ende des Nestschutzes

Einige Monate nach der Geburt endet der sogenannte „Nestschutz“. Die Antikörper, die das Baby mit der Geburt von seiner Mutter bekommen hat, sind nun Stück für Stück „aufgebraucht“. Ab jetzt sind die Kinder den Viren und Bakterien völlig alleine ausgesetzt. Das Training für das eigene Immunsystem hat begonnen. Bis zu zwölf leichte Infekte pro Jahr sind dabei (erschreckenderweise)völlig normal. Da sich die Infekte meist auf die kalte Jahreszeit konzentrieren, haben Eltern schnell den Eindruck, das Kind sei quasi dauerkrank.

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Doch in dieser Zeit trainiert das Immunsystem seine Abwehrfunktion. Denn es baut ein „Gedächtnis“ auf. Die Abwehrfunktion sorgt dafür, dass Kinder an einem Erreger nicht zweimal erkranken. Denn über diese Gedächtnisfunktion werden schon einmal bekämpfte Erreger – seien es Bakterien oder Viren – erkannt und unschädlich gemacht.

Das Immunsystem muss lernen

Das Immunsystem eines Kindes muss erst einmal lernen. Es muss sich aufbauen und üben, mit den Viren und Bakterien umzugehen. Dazu muss es jedoch mit den Antigenen aus der Umwelt in Kontakt kommen. Das bedeutet mit Keimen im Haushalt, Bakterien im Matsch und Viren anderer Kinder. Salopp gesagt, muss das Immunsystem lernen, mit dem „Dreck“ auszukommen und dagegen anzukämpfen.

Nicht immer wird der Kampf gegen Erreger bemerkt. Der Körper arbeitet in manchen Fällen ohne jegliche Krankheitssymptome gegen Infektionen. So läuft das Lernen des Immunsystems ganz im Stillen ab. Beispielsweise wird beim Zähneputzen regelmäßig die Mundschleimhaut verletzt, und es dringen Keime ein. Das Immunsystem bildet in diesem Fall vollkommen unbemerkt Antikörper.

Lesetipp: Auch Erwachsene müssen ihr Immunsystem immer wieder stärken. So bekommt ihr es in Gang, wenn ihr es benötigt!

Dem Immunsystem „Stoff“ bieten

Das bedeutet für Eltern: Babys schon früh mit anderen Kindern, Sand und Dreck in Kontakt kommen lassen. Denn so bieten die Eltern dem Immunsystem ihrer Kinder genügend „Futter“, um sich aufzubauen. So fördern sie die gesunde Entwicklung der Abwehrkräfte. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass übertriebene Hygiene dem Immunsystem tatsächlich eher schadet. Es kann sogar die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass irgendwann eine Allergie entsteht. Denn durch enorme Hygiene – wie das ständige gebrauchen von Desinfektionsmitteln – wehrt das Immunsystem auch Stoffe ab, die dem Körper eigentlich nicht schaden, wie Blütenpollen oder Tierhaare. Das System lernt die falschen Dinge.


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Impfen stärkt das Immunsystem

Beim Impfen wird durch die Gabe von gezielten Viren und Bakterien, eine milde Infektion simuliert. Gegen diese entwickelt das Abwehrsystem ein Schutzschild. Das wiederum fördert das Immunsystem. Das enstehende Fieber nach einer Impfung zeigt, dass der Körper bzw. das Abwehrsystem, gegen die unerwünschten Erreger kämpft und seine Arbeit aufgenommen hat.

Für Impfskeptiker sei dieser Beitrag empfohlen: Die volle Wahrheit über die Masern-Impfung!

Mit der richtigen Ernährung kann man das Immunsystem stärken

Die beste Unterstützung für das Immunsystem eines Babys ist das Stillen. Gerade die Vormilch, die in den ersten 36 Stunden nach der Geburt gebildet wird, erhält einen immensen Teil an Abwehrstoffen, die das Baby künftig schützen werden. Solange ein Kind Vollgestillt wird, wird es es weiterhin die Antikörpern der Mutter versorgt. Mit dem langsamen Abstillen und der Einführung der Beikost, muss das Immunsystem des Kindes dann langsam alleine zurecht kommen.

Mit dem Beginn der Beikost sollten Eltern sehr genau auf die Ernährung ihrer Kinder achten. Denn auch ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem. So sollten die Mahlzeiten der Kleinen viele Vitamine und Spurenelemente enthalten. Spurenelemente sind beispielsweise Eisen und Zink. Das Eisen hilft dem Immunsystem, die Krankheitserreger abzuwehren, und Zink die Antikörper zu produzieren. Wichtig bei der Beikosteinführung ist außerdem, das Immunsystem langsam an die neuen Nährstoffe zu gewöhnen. So werden Lebensmittelallergien verhindert.

Lesetipp: Die Einführung der Beikost – ein Beikostplan!

Frisches Obst und die darin enthaltenen Vitamine sind die besten Unterstützer des Immunsystems. Vitamin-C hilft dem Körper Infekten vorzubeugen. So ist Obst immer eine geeignete Zwischenmahlzeit für Kinder. Aber auch Vitamin-A, welches man in Karotten und Milch findet, ist hilfreich für eine gesunde Abwehr.

Abwehrschwächen erkennen

Natürlich gibt es auch Kinder, die eine angeborene Abwehrschwäche besitzen. Dies kommt jedoch zum Glück nur sehr selten vor. Kinder mit einer Abwehrschwäche haben oft Infekte, die einen Krankenhausaufenthalt mit sich bringen. Meist sind es dann schwere Erkrankungen, wie eine Lungenentzündung. Haben Eltern den Verdacht, dass es sich bei der Krankheitswelle ihres Kindes, um einen Immundefekt handelt, sollten sie bitte umgehend ihren Kinderarzt zu Rate ziehen!


 

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