Start Ernährung Verzögerte Einführung von bestimmten Nahrungsmitteln schützt nicht vor Allergien

Verzögerte Einführung von bestimmten Nahrungsmitteln schützt nicht vor Allergien

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Beikost - verspätete Einführung hilft nicht gegen Allergien
Bild: © famveldman / Fotolia

In den derzeit gültigen deutschen Empfehlungen zur Säuglingsernährung raten Experten davon ab, dass die sogenannte Beikost verspätet eingeführt wird, um späteren Allergien des Kindes vorzubeugen.

Die geltende Ernährungsrichtlinie empfiehlt ausschließliches Stillen für die ersten 4 Lebensmonate (Anmerkung: die WHO und auch wir als Magazin – empfehlen weiterhin eine Voll-Stillzeit von 6 Monaten) und dann das zügige Einführen von Beikost. Kann nicht oder nicht ausreichend gestillt werden, sollte entweder hydrolysierte Kuhmilch allein (sogenannte HA-Milch) oder in Kombination zur Muttermilch gegeben werden.

Bezüglich der Beikost gilt, dass weder ihr verspätetes Einführen noch das Weglassen potenter Nahrungsmittelallergene (z.B. Ei, Fisch) einen präventiven Effekt auf die spätere Ausbildung einer Allergie des Kindes haben.

Kanadische Experten gehen noch weiter:

Nun gehen kanadische Experten aufgrund einer umfangreichen Untersuchung noch sehr viel weiter. Sie fanden heraus, dass die Verzögerung der Einführung von bestimmten Lebensmitteln das Risiko für eine Allergie geradezu erhöht. Kinder, die keine Kuhmilch trinken, bis sie ein Jahr alt sind, haben der Untersuchung zufolge gegenüber Kindern, die die Milch früher konsumieren, ein fast viermal so hohes Risiko, auf Kuhmilcheiweiß sensibilisiert zu werden.

Der Verzicht auf Eier und Erdnüsse im ersten Lebensjahr verdoppelt demnach das Risiko einer entsprechenden Sensibilisierung.

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Der Konsum von Eiern vor einem Alter von 12 Monaten hatte laut Studie sogar einen schützenden Effekt in Bezug auf eine Sensibilisierung gegenüber Kuhmilch, Erdnüssen und Eiern.

„Bei einer Sensibilisierung entwickelt der Körper nach dem Erstkontakt mit einem Allergen eine spezifische Immunantwort, die bei einem erneuten Kontakt dann zu einer allergischen Reaktion führen kann. In der Folge kann sich zudem Asthma, allergischer Schnupfen und Neurodermitis entwickeln“, erläutert Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Minderung des Allergierisikos

Der Verzicht auf Tabakrauch, die Vermeidung von Schimmelpilzbildung in der häuslichen Umgebung und von Innenraumschadstoffen wie Lösungsmittel in Farben und Kunstoffen sowie der Verzicht des Haltens von Katzen (nicht Hunden) gelten u.a. als weitere Maßnahmen, um das Allergierisiko zu verringern.

Hier geht es zur ausführlichen Dokumentation der Studie!


 

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