Starker Juckreiz, der nachts immer schlimmer wird, kleine Knötchen auf der Haut und vielleicht feine, geschlängelte Linien zwischen den Fingern: Hinter solchen Beschwerden kann Krätze stecken. Die ansteckende Hautkrankheit wird durch winzige Milben verursacht und kann Kinder ebenso treffen wie Erwachsene.
Mit mangelnder Körperpflege hat Krätze übrigens nichts zu tun. Meist werden die Milben bei längerem engem Hautkontakt übertragen – beispielsweise beim Kuscheln, gemeinsamen Schlafen oder bei der Pflege eines Kindes. Die Erkrankung lässt sich gut behandeln. Damit sie innerhalb der Familie nicht immer wieder weitergegeben wird, müssen jedoch alle engen Kontaktpersonen einbezogen und die Medikamente sorgfältig angewendet werden.
Krätze auf einen Blick
- Medizinischer Name: Skabies oder Scabies
- Ursache: Krätzmilben
- Typisches Symptom: starker Juckreiz, besonders nachts
- Übertragung: vor allem durch längeren, großflächigen Hautkontakt
- Erste Beschwerden: bei der ersten Ansteckung meist nach 2 bis 5 Wochen
- Erneute Ansteckung: Beschwerden können bereits nach 1 bis 4 Tagen auftreten
- Behandlung: meist mit einer Creme, in bestimmten Fällen mit Tabletten
- Kontaktpersonen: sollen möglichst gleichzeitig behandelt werden
- Kita und Schule: dürfen bei Verdacht oder Erkrankung vorübergehend nicht besucht werden
- Wichtig: Krätze ist kein Zeichen mangelnder Sauberkeit
Was ist Krätze?
Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit. Sie wird durch Krätzmilben verursacht, die auf den Menschen als Wirt spezialisiert sind.
Die befruchteten Milbenweibchen graben kleine Gänge in die oberste Hautschicht. Dort legen sie ihre Eier ab und hinterlassen Ausscheidungen. Der Körper reagiert darauf mit einer Abwehrreaktion. Dadurch entstehen der typische Hautausschlag und der oft sehr starke Juckreiz.
Die Milben selbst sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Ihre Gänge können dagegen manchmal als feine, unregelmäßige oder kommaförmig gebogene Linien auf der Haut sichtbar werden.
Hat Krätze etwas mit mangelnder Hygiene zu tun?
Ein ganz klares Nein. Krätze kann jeden Menschen treffen – unabhängig davon, wie häufig er duscht, seine Kleidung wechselt oder die Wohnung putzt.
Eine gründliche Körperpflege verhindert die Ansteckung nicht. Sie kann die Hautveränderungen sogar unauffälliger machen, sodass die Erkrankung dadurch später erkannt wird.
Das Vorurteil, Krätze sei ein Zeichen von Unsauberkeit, kann für betroffene Familien sehr belastend sein. Niemand muss sich für die Diagnose schämen. Entscheidend ist, die Behandlung schnell und korrekt durchzuführen und enge Kontaktpersonen zu informieren.
Wie wird Krätze übertragen?
Krätzmilben bewegen sich nur langsam. Für eine Ansteckung ist bei der gewöhnlichen Skabies deshalb meistens ein längerer, großflächiger Hautkontakt notwendig. Als ungefähre Orientierung gelten mindestens fünf bis zehn Minuten.
Mögliche Situationen sind:
- längeres Kuscheln
- gemeinsames Spielen mit engem Körperkontakt
- Schlafen im selben Bett
- Hilfe beim Anziehen oder bei der Körperpflege
- Pflege eines kranken oder hilfsbedürftigen Menschen
- Geschlechtsverkehr
Kurzes Händeschütteln, eine flüchtige Berührung oder eine kurze Umarmung führen normalerweise nicht zur Übertragung.
Eine Ausnahme ist die sogenannte Borkenkrätze, medizinisch Scabies crustosa. Bei dieser seltenen Form befinden sich nicht nur einzelne, sondern sehr große Mengen an Milben auf der Haut. Deshalb ist sie wesentlich ansteckender als die gewöhnliche Krätze: Unter Umständen reichen bereits ein kurzer Hautkontakt oder abgelöste Hautschuppen für eine Übertragung. Typisch sind dicke Schuppen und Krusten. Der sonst so auffällige Juckreiz kann dabei überraschend schwach sein oder sogar fehlen.
Kann man sich über Bettwäsche, Kleidung oder Möbel anstecken?
Bei der gewöhnlichen Krätze ist eine Ansteckung über Gegenstände selten. Außerhalb des menschlichen Körpers können die Milben unter üblichen Bedingungen nur ungefähr ein bis zwei Tage überleben.
Ein Risiko besteht vor allem bei Dingen, die länger und eng mit der Haut in Kontakt waren. Dazu gehören:
- Unterwäsche
- Schlafanzüge
- Bettwäsche
- Handtücher
- gemeinsam getragene Kleidung
- Stofftiere
- Decken und Polstermöbel
Bei der Borkenkrätze ist eine Übertragung über Textilien und Gegenstände deutlich wahrscheinlicher. Dann sind umfangreichere Hygienemaßnahmen notwendig, die mit der Arztpraxis oder dem Gesundheitsamt abgestimmt werden sollten.
Können Haustiere Krätze übertragen?
Die Krätzmilbe des Menschen ist auf den Menschen spezialisiert. Hunde, Katzen und andere Haustiere sind deshalb normalerweise nicht die Quelle einer menschlichen Skabies.
Tiere können von eigenen Milbenarten befallen werden und eine sogenannte Räude entwickeln. Einige dieser Tiermilben können vorübergehend auf die menschliche Haut gelangen und dort Reizungen verursachen. Sie vermehren sich auf Menschen jedoch nicht dauerhaft.
Zeigt ein Haustier gleichzeitig auffälligen Juckreiz oder Hautveränderungen, sollte es tierärztlich untersucht werden.
Wie lange dauert es bis zu den ersten Symptomen?
Bei der ersten Ansteckung dauert es meistens zwei bis fünf Wochen, bis der Körper auf die Milben reagiert und Beschwerden auftreten. Während dieser Zeit kann die betroffene Person bereits ansteckend sein, obwohl ihre Haut noch unauffällig aussieht.
Wer früher schon einmal Krätze hatte, reagiert bei einer erneuten Ansteckung schneller. Dann können sich Juckreiz und Hautveränderungen bereits nach ein bis vier Tagen entwickeln.
Die lange Zeit ohne sichtbare Symptome erklärt, warum sich Krätze innerhalb einer Familie oder Gemeinschaftseinrichtung zunächst unbemerkt verbreiten kann.
Welche Symptome sind bei Krätze typisch?
Besonders charakteristisch ist ein starker Juckreiz. Er nimmt häufig bei Bettwärme und in der Nacht zu. Manche Menschen verspüren zusätzlich ein Brennen der Haut.
Mögliche Hautveränderungen sind:
- kleine gerötete Knötchen
- stecknadelgroße Bläschen
- Pusteln
- trockene oder schuppige Hautstellen
- Kratzspuren
- feine, unregelmäßige Milbengänge
- größere entzündliche oder ekzemartige Flächen
Der Juckreiz kann auch an Körperstellen auftreten, an denen sich keine Milben befinden. Ursache ist die Abwehrreaktion des Körpers auf den Befall.
Starker Juckreiz und entzündete, schuppige Haut können auch bei einer Neurodermitis auftreten. Im Gegensatz zur Krätze ist sie jedoch nicht ansteckend. Da sich Hautkrankheiten allein anhand einzelner Symptome nur schwer unterscheiden lassen, sollte anhaltender oder nachts zunehmender Juckreiz ärztlich abgeklärt werden.
Durch starkes Kratzen entstehen kleine Hautverletzungen. Dringen dort Bakterien ein, können sich die Stellen zusätzlich entzünden oder vereitern.
An welchen Körperstellen zeigt sich Krätze?
Krätzmilben bevorzugen warme Hautbereiche mit einer relativ dünnen Hornschicht. Häufig betroffen sind:
- Zwischenräume der Finger und Zehen
- Handgelenke
- Knöchel
- Ellenbogen
- Achselhöhlen
- Bereich um den Bauchnabel
- Brustwarzen
- Leistenregion
- Gesäß
- Genitalbereich
Bei Erwachsenen bleiben Kopf, Gesicht und Nacken bei der gewöhnlichen Krätze meistens ausgespart. Das ist bei Babys, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächter Abwehr nicht immer der Fall.
Wie zeigt sich Krätze bei Babys und Kleinkindern?
Bei Babys und kleinen Kindern kann sich der Milbenbefall anders verteilen als bei Erwachsenen. Zusätzlich können betroffen sein:
- Kopfhaut
- Gesicht
- Hals
- Handflächen
- Fußsohlen
An Händen und Füßen können deutliche Bläschen oder Pusteln entstehen. Säuglinge wirken möglicherweise besonders unruhig, schlafen schlecht oder trinken weniger, weil der Juckreiz sie belastet.
Hautausschläge bei kleinen Kindern können jedoch viele Ursachen haben. Stark juckende Bläschen sind beispielsweise typisch für Windpocken. Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit treten Hautveränderungen besonders häufig im Mund sowie an Händen und Füßen auf.
Auch Ringelröteln und Scharlach bei Kindern können einen Ausschlag verursachen, gehen aber meist mit einem anderen Krankheitsbild einher. Eine sichere Unterscheidung anhand von Bildern aus dem Internet ist nicht sicher möglich.
Weitere potenzielle Ursachen für juckende, gerötete oder schuppige Haut findet ihr in unserem Überblick über Hautkrankheiten bei Kindern.
Was ist Borkenkrätze und worin unterscheidet sie sich?
Die Borkenkrätze, medizinisch Scabies crustosa, ist eine seltene und besonders ansteckende Form der Krätze. Während sich bei der gewöhnlichen Skabies normalerweise nur wenige Milben auf der Haut befinden, können es bei der Borkenkrätze sehr große Mengen sein. Dadurch unterscheiden sich beide Formen deutlich:
| Gewöhnliche Krätze | Borkenkrätze |
|---|---|
| meist nur wenige Milben | sehr große Zahl an Milben |
| längerer Hautkontakt für eine Ansteckung nötig | teilweise reicht bereits ein kurzer Kontakt |
| Übertragung über Gegenstände selten | Übertragung über Kleidung, Bettwäsche und Hautschuppen leichter möglich |
| starker, nachts zunehmender Juckreiz typisch | Juckreiz kann schwach sein oder fehlen |
| kleine Knötchen, Bläschen und Milbengänge | dicke Schuppen, Krusten und großflächige Hautveränderungen |
| häufig einmalige äußerliche Behandlung ausreichend | meist wiederholte und intensivere Behandlung notwendig |
Ein erhöhtes Risiko für Borkenkrätze haben vor allem:
- Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem
- sehr alte oder pflegebedürftige Menschen
- Personen, die sich nicht oder nur eingeschränkt kratzen können
- Menschen mit bestimmten neurologischen Erkrankungen
Das fehlende Kratzen spielt möglicherweise eine zusätzliche Rolle: Milben und Hautschuppen werden dadurch weniger mechanisch entfernt und können sich stärker vermehren.
Bei einem Verdacht ist eine schnelle ärztliche Abklärung notwendig. Die Behandlung muss häufig mehrfach durchgeführt werden. Enge Kontaktpersonen, Kleidung, Bettwäsche, Möbel und andere Gegenstände müssen ebenfalls umfassender berücksichtigt werden, als bei der gewöhnlichen Krätze. Das genaue Vorgehen sollte mit der behandelnden Praxis und dem Gesundheitsamt abgestimmt werden.
Wie wird Krätze festgestellt?
Erfahrene Ärztinnen und Ärzte können den Verdacht häufig bereits anhand des nächtlichen Juckreizes, der betroffenen Körperstellen und der sichtbaren Hautveränderungen stellen.
Für eine genauere Untersuchung kommen unter anderem infrage:
- Betrachtung der Haut mit einem Dermatoskop
- vorsichtiges Abtragen einzelner Hautschuppen
- Untersuchung des gewonnenen Materials unter dem Mikroskop
Dabei wird nach Milben, Eiern oder Ausscheidungen gesucht. Nicht in jeder Probe lässt sich sofort eine Milbe nachweisen. Ein unauffälliger Befund schließt Krätze daher nicht immer vollständig aus.
Um andere Patientinnen und Patienten zu schützen, sollte die Praxis vor dem Termin telefonisch über den Verdacht informiert werden.
Wie wird Krätze behandelt?
Krätze verschwindet normalerweise nicht von allein. Zur Behandlung werden milbenabtötende Medikamente eingesetzt, sogenannte Skabizide.
Meist wird ein Mittel auf die Haut aufgetragen. Häufig kommt eine Creme mit dem Wirkstoff Permethrin zum Einsatz. Abhängig von Alter, Gesundheitszustand und Verlauf, können auch andere Wirkstoffe oder Tabletten mit Ivermectin infrage kommen.
Welches Medikament geeignet ist, entscheidet die behandelnde Praxis. Das gilt besonders für:
- Säuglinge und Kleinkinder
- Schwangere und Stillende
- ältere Menschen
- Personen mit geschwächter Abwehr
- Menschen mit stark entzündeter oder vorgeschädigter Haut
- Fälle von Borkenkrätze
Die Packungsbeilage und die ärztlichen Anwendungshinweise müssen genau beachtet werden. Eine unvollständige Behandlung ist ein häufiger Grund dafür, dass Milben überleben.
Wie wird eine Creme gegen Krätze richtig angewendet?
Die genaue Anwendung hängt natürlich vom verschriebenen Medikament und vom Alter der erkrankten Person ab. Bei einer äußerlichen Behandlung müssen in der Regel alle vorgesehenen Hautflächen lückenlos eingecremt werden. Besonders leicht vergessen werden:
- Finger- und Zehenzwischenräume
- Handgelenke
- Achselhöhlen
- Bauchnabel
- Haut unter den Fingernägeln
- Gesäßfalte
- Leisten- und Genitalbereich
- Bereiche hinter den Ohren
Bei Erwachsenen wird der Kopf häufig ausgespart. Bei Babys, Kleinkindern, älteren Menschen oder bestimmten Krankheitsformen kann eine Behandlung von Kopfhaut und Gesicht notwendig sein. Mund und Augen müssen dabei geschützt werden.
Wird die Creme während der Einwirkzeit von den Händen abgewaschen, müssen diese normalerweise erneut eingecremt werden. Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit wird das Mittel abgewaschen und frische Kleidung angezogen. Ob die Anwendung nach einigen Tagen wiederholt werden soll, legt die behandelnde Praxis fest.
Müssen alle Familienmitglieder behandelt werden?
Nicht automatisch jedes Familienmitglied, aber alle engen Kontaktpersonen müssen berücksichtigt werden. Dazu zählen Menschen, die längeren und großflächigen Hautkontakt mit der erkrankten Person hatten. Das betrifft häufig:
- Eltern und Geschwister
- Partnerinnen und Partner
- Menschen, die im selben Bett schlafen
- Personen, die beim Anziehen, Waschen oder Eincremen geholfen haben
- enge Spiel- und Betreuungskontakte
Enge Kontaktpersonen sollen in der Regel auch dann gleichzeitig behandelt werden, wenn sie noch keinen Juckreiz oder Ausschlag haben. Sie könnten bereits Milben tragen und ansteckend sein, bevor die ersten Beschwerden auftreten.
Werden nur die sichtbar Erkrankten behandelt, können sich Familienmitglieder gegenseitig immer wieder neu anstecken.
Welche Wäsche und Gegenstände müssen gereinigt werden?
Bei gewöhnlicher Krätze konzentrieren sich die Maßnahmen auf Textilien und Gegenstände, die längeren Hautkontakt hatten. Eine komplette Desinfektion der Wohnung ist nicht erforderlich. Am Tag der Behandlung sollten:
- Kleidung, Unterwäsche, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 50 Grad gewaschen werden
- die Betten frisch bezogen werden
- häufig genutzte Polstermöbel gründlich abgesaugt oder vorübergehend nicht benutzt werden
- Matratzen abgesaugt werden
- getragene Schuhe und nicht waschbare Textilien beiseitegelegt werden
Nicht waschbare Gegenstände wie Stofftiere oder Schuhe können für mindestens drei Tage bei einer Raumtemperatur von mindestens 21 Grad trocken in einem verschlossenen Plastiksack aufbewahrt werden.
Polstermöbel können abgesaugt oder mindestens zwei Tage nicht benutzt werden. Der Staubsaugerbeutel beziehungsweise der Inhalt des Behälters sollte anschließend direkt entsorgt werden.
Desinfektionssprays, Insektizide oder eine Behandlung der gesamten Wohnung mit einem Dampfreiniger sind bei gewöhnlicher Krätze normalerweise nicht notwendig. Sie können Oberflächen beschädigen, die Haut oder Atemwege reizen und ersetzen keinesfalls die medizinische Behandlung.
Bei Borkenkrätze gelten strengere Regeln. Diese sollten individuell mit dem Gesundheitsamt oder der behandelnden Praxis abgestimmt werden.
Wie lange ist Krätze nach der Behandlung ansteckend?
Nach einer korrekt abgeschlossenen äußerlichen Behandlung sind Betroffene in der Regel nicht mehr ansteckend. Nach der Einnahme von Ivermectin gilt normalerweise ein Zeitraum von 24 Stunden.
Bei Borkenkrätze kann die Ansteckungsgefahr deutlich länger bestehen. Hier sind häufig mehrere Behandlungen und eine ärztliche Kontrolle erforderlich.
Bis die Behandlung abgeschlossen ist, sollten längere direkte Hautkontakte vermieden werden. Auch Geschlechtsverkehr und gemeinsames Schlafen in einem Bett sollten in dieser Zeit pausieren.
Warum juckt die Haut nach der Behandlung noch?
Der Juckreiz kann noch ein bis zwei Wochen anhalten, obwohl die Milben erfolgreich abgetötet wurden. Die Haut und das Immunsystem reagieren weiterhin auf verbliebene Bestandteile der Milben. Außerdem braucht aufgekratzte und entzündete Haut Zeit, um sich zu erholen.
Anhaltender Juckreiz bedeutet daher nicht automatisch, dass die Behandlung erfolglos war. Erneut ärztlich kontrolliert werden sollte die Haut, wenn:
- neue Milbengänge oder Bläschen entstehen
- der Juckreiz nach einer ersten Besserung wieder zunimmt
- die Beschwerden über längere Zeit unverändert stark bleiben
- sich Hautstellen entzünden oder eitern
- nicht alle engen Kontaktpersonen gleichzeitig behandelt wurden
- die Anwendung möglicherweise unvollständig war
Eine zweite Behandlung auf eigene Faust sollte nicht allein wegen des weiter bestehenden Juckreizes begonnen werden.
Wann darf ein Kind wieder in die Kita oder Schule?
Bei Krätze gelten die Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes. Kinder, bei denen Krätze festgestellt oder vermutet wird, dürfen eine Gemeinschaftseinrichtung vorübergehend nicht besuchen. Eltern müssen Kita, Schule oder Betreuungseinrichtung über den Verdacht beziehungsweise die Erkrankung informieren.
Nach einer ordnungsgemäß abgeschlossenen ersten Behandlung ist eine Rückkehr häufig bereits am folgenden Tag möglich. Den konkreten Zeitpunkt legt jedoch die behandelnde Ärztin, der behandelnde Arzt oder das Gesundheitsamt fest.
Erkrankte Beschäftigte dürfen übrigens ebenfalls nicht in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sein, solange noch eine Ansteckungsgefahr besteht.
Geschwister ohne Beschwerden dürfen nicht automatisch ausgeschlossen werden. Da sie enge Kontaktpersonen sein können, müssen sie jedoch ärztlich beurteilt und gegebenenfalls gleichzeitig behandelt werden. Die Entscheidung trifft die Einrichtung gemeinsam mit dem Gesundheitsamt.
Ist Krätze meldepflichtig?
Für einzelne Erkrankte besteht keine allgemeine bundesweite Meldepflicht wie beispielsweise bei Masern.
Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen müssen das Gesundheitsamt jedoch informieren, wenn bei betreuten Kindern oder Beschäftigten Krätze auftritt oder ein entsprechender Verdacht besteht. Eltern sind verpflichtet, die Einrichtung über die Erkrankung oder den Verdacht zu unterrichten.
In Pflegeheimen, Krankenhäusern, Gemeinschaftsunterkünften oder anderen Einrichtungen können zusätzliche Melde- und Hygieneregeln gelten.
Welche Komplikationen können auftreten?
Krätze lässt sich normalerweise gut behandeln. Durch den starken Juckreiz und das wiederholte Kratzen kann die Haut jedoch verletzt werden. Bakterien können in diese kleinen Wunden eindringen und zusätzliche Infektionen verursachen.
Gelbliche Krusten, Eiter, zunehmende Rötungen oder Schmerzen können auf eine solche Infektion der aufgekratzten Haut hinweisen. Ärztlicher Rat ist besonders wichtig, wenn:
- Hautstellen stark gerötet, warm oder schmerzhaft werden
- Eiter oder gelbliche Krusten entstehen
- Fieber hinzukommt
- sich die Rötung rasch ausbreitet
- ein Baby betroffen ist
- eine Immunschwäche besteht
- sich dicke Krusten auf größeren Hautflächen bilden
- die Behandlung nicht zu wirken scheint
Entwickelt ein Baby oder Kind zusätzlich Fieber, findet ihr in unserem Ratgeber wichtige Hinweise dazu, ab wann Fieber ärztlich abgeklärt werden sollte. Bei einer schnellen Verschlechterung, hohem Fieber und einem schweren Krankheitsgefühl sollte die medizinische Abklärung nicht aufgeschoben werden.
Kann man Krätze vorbeugen?
Eine Ansteckung lässt sich nicht immer verhindern. Betroffene können Milben bereits weitergeben, bevor der Juckreiz beginnt. Nach einer bestätigten Erkrankung helfen vor allem diese Maßnahmen:
- enge Kontaktpersonen schnell ermitteln
- alle betroffenen Kontaktpersonen gleichzeitig behandeln
- längeren Hautkontakt bis zum Behandlungsabschluss vermeiden
- die vorgeschriebene Anwendung sorgfältig durchführen
- behandlungsrelevante Wäsche und Textilien reinigen
- Kita, Schule oder andere Gemeinschaftseinrichtungen informieren
Übertriebene Reinigung hilft dagegen nicht. Entscheidend ist nicht, die gesamte Wohnung keimfrei zu machen, sondern die Übertragungskette zwischen Menschen zuverlässig zu unterbrechen.
Quellen
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