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Zu wenig Milch beim Stillen? Was dir jetzt helfen kann

Zu wenig Milch beim Stillen? Was dir jetzt helfen kann

Du hast gerade gestillt, und kurz darauf sucht dein Baby wieder die Brust. Da kann schnell die Frage auftauchen, ob deine Milch reicht. Es gibt Wege, die Milchbildung zu unterstützen. Zuerst ist aber wichtig zu schauen, ob dein Baby gut versorgt ist.

Wenn du zu wenig Milch beim Stillen vermutest, kannst du dir gleich Unterstützung holen. Du brauchst dafür keine Gewissheit. Eine Hebamme oder Stillberatung kann sich mit dir eine ganze Mahlzeit anschauen. Ob dein Baby genug Muttermilch bekommt, beurteilt ihr gemeinsam anhand seines Trinkens, der nassen Windeln und seiner Gewichtsentwicklung.

Woran lässt sich zu wenig Milch erkennen?

Ein einzelner unruhiger Abend sagt wenig über die Milchmenge aus. Aussagekräftiger ist, wie dein Baby über den Tag trinkt und wie es sich entwickelt.

Ab dem fünften Lebenstag sind mindestens sechs gut nasse Windeln in 24 Stunden ein hilfreicher Anhaltspunkt. In den ersten Tagen nach der Geburt steigt die Zahl der nassen Windeln erst nach und nach an.

Neben den Windeln schaut ihr auch auf das Trinken: Schluckt dein Baby regelmäßig, während es an der Brust saugt? Das zeigt, dass es dabei Milch bekommt.

Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Gewichtsentwicklung. Neugeborene verlieren in den ersten Lebenstagen meist etwas Gewicht. Eure Hebamme oder Kinderarztpraxis kontrolliert, ob dein Baby anschließend wieder ausreichend zunimmt. Wenn es dabei Auffälligkeiten gibt, besprecht ihr gemeinsam die nächsten Schritte.

Wann ihr heute Hilfe braucht

Bitte wende dich noch heute an eure Kinderarztpraxis, wenn dein Baby deutlich weniger nasse Windeln als bisher hat, auffallend schwach trinkt oder immer wieder einschläft, bevor es richtig getrunken hat. Das gilt auch bei zunehmender Gelbfärbung der Haut oder wenn es nach den ersten Tagen weiter abnimmt. Warte dann nicht erst ab, ob Tipps zur Milchbildung helfen.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Ist dein Baby kaum weckbar, schlaff oder hat Atemnot, rufe 112.

Weiche Brust, wenig abgepumpt: Reicht die Milch?

Deine Brust muss sich nicht prall anfühlen, damit Milch da ist. Und die Menge im Pumpfläschchen zeigt nicht zuverlässig, wie viel dein Baby an der Brust bekommt.

Nach den ersten Wochen fühlen sich Brüste oft weicher an. Das kann zur normalen Anpassung der Milchbildung gehören. Beim Abpumpen spielen außerdem die passende Trichtergröße, die Einstellung der Pumpe und deine Übung damit eine Rolle. Eine kleine abgepumpte Menge allein beweist deshalb keinen Milchmangel.

Auch häufiges Stillen, vor allem mehrere Mahlzeiten dicht hintereinander am Abend, bedeutet nicht automatisch, dass zu wenig Milch da ist. Ebenso wenig lässt sich das an einer kurzen oder langen Stillmahlzeit ablesen.

Tipps für die nächste Stillmahlzeit

Für die Milchbildung ist wichtig, dass dein Baby regelmäßig Milch aus der Brust bekommt. Häufiges Anlegen hilft vor allem dann, wenn es dabei auch gut trinken kann.

  1. Biete die Brust früh an. Sucht dein Baby mit dem Mund oder schmatzt es, kannst du es anlegen. Du brauchst keinen festen Mindestabstand abzuwarten. Mehr dazu findest du beim Füttern nach Bedarf.
  2. Mach es euch bequem. Halte dein Baby nah bei dir, damit es den Kopf zum Trinken nicht verdrehen muss. Verschiedene Stillpositionen können helfen, eine angenehme Haltung zu finden.
  3. Achte auf Saugen und Schlucken. Nach schnellen Saugbewegungen zu Beginn folgen beim Trinken meist langsamere, tiefere Züge, bei denen dein Baby schluckt. Fehlt das Schlucken über weite Teile der Mahlzeit, lass das Anlegen an der Brust prüfen.
  4. Biete auch die zweite Seite an. Lass dein Baby zunächst an der ersten Brust trinken. Wenn es kaum noch schluckt oder von selbst loslässt, kannst du die andere anbieten. Es muss sie nicht nehmen.

Wird dein Baby schläfrig, können sanftes Ansprechen, Streicheln oder ein Seitenwechsel helfen. Bleibt es zu müde zum Trinken, braucht ihr Unterstützung. Lange an der Brust zu liegen ist nicht dasselbe wie ausreichend Milch aufzunehmen.

Stillen soll nicht anhaltend wehtun. Bei wunden Brustwarzen oder Schmerzen lohnt sich rasche Hilfe. Du musst die Schmerzen nicht aushalten, um die Milchbildung anzuregen.

Muss ich warten, bis die Brust wieder voll ist?

Nein. Deine Brust bildet laufend Milch, auch während dein Baby trinkt. Eine feste Auffüllzeit gibt es nicht.

Wenn dein Baby häufiger gut trinkt oder du regelmäßig Milch gewinnst, kann die Milchbildung zunehmen. Eine Veränderung kann sich über die nächsten Tage zeigen; wie schnell und wie stark, ist unterschiedlich. Vereinbare deshalb mit eurer Hebamme oder Stillberatung auch, wann ihr das Trinken und Gewicht erneut beurteilt. Eine feste Frist oder eine bestimmte Milchmenge lässt sich nicht versprechen.

Wann Abpumpen unterstützen kann

Wenn dein Baby noch nicht gut an der Brust trinken kann oder eine Stillmahlzeit ausfällt, kann Milchgewinnung per Hand oder Pumpe die Milchbildung unterstützen.

Lass dir zeigen, wie das angenehm funktioniert und welche Pumpe beziehungsweise welcher Aufsatz passt. Wie oft und wie lange du pumpst, richtet sich nach eurer Situation. Nicht jede Stillende braucht zusätzlich eine Pumpe.

Stillen, Zufüttern und danach noch Abpumpen können zusammen sehr anstrengend sein. Falls ihr so einen Plan vereinbart, sollte auch klar sein, wie lange er zunächst gilt, wann er überprüft wird und wer dich entlastet. Sage offen, wenn es für dich zu viel wird.

Wenn dein Baby zusätzliche Milch braucht

Wenn dein Baby an der Brust nicht genug Milch bekommt, kann Zufüttern nötig sein. Damit versorgt ihr es, während ihr gemeinsam nach den Ursachen schaut.

Je nach Situation kommt gewonnene Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung infrage, zum Beispiel Pre-Milch. Das ist Flaschenmilch, die von Geburt an geeignet ist. Menge, Häufigkeit und Art des Fütterns besprecht ihr mit eurer Hebamme oder Kinderarztpraxis. Stillen und Flaschennahrung zu verbinden ist möglich. Möchtest du weiterstillen, gehört zum Plan auch, wie deine Brust weiterhin angeregt wird.

Bei Milchpulver halte dich genau an die Mengenangaben auf der Packung. Zur Zubereitung der Babyflasche gehören saubere Hände und sauberes Zubehör. Verdünne die Milch nicht zusätzlich und gib auch kein Extra-Pulver hinein.

Wenn dein Baby bereits zusätzliche Milch bekommt, lass sie nicht auf eigene Faust weg, um mehr Hunger auf die Brust zu erzeugen. Besprecht gemeinsam mit eurer Hebamme oder Kinderarztpraxis, wann und wie ihr die Menge verringern könnt. Entscheidend ist, dass dein Baby dabei weiterhin ausreichend trinkt und zunimmt.

Helfen Stilltee, mehr Trinken oder Ruhe?

Du brauchst genug zu essen, zu trinken und Unterstützung im Alltag. Du musst dafür weder ein besonderes Stillprodukt kaufen noch ständig entspannt sein.

Stell dir zum Stillen ein Getränk und bei Bedarf etwas zu essen bereit. Für dich mitzusorgen ist wichtig. Mehr zu trinken, als dein Körper braucht, steigert die Milchbildung aber nicht nachweislich. Auch für eine verlässliche Wirkung von Stilltees gibt es keine ausreichenden Belege. Das erläutert das Netzwerk Gesund ins Leben.

Stress oder Schmerzen können verzögern, dass die Milch zu fließen beginnt. Dieser Vorgang heißt Milchspendereflex. Das bedeutet nicht, dass deine Milch plötzlich weg ist. Eine bequeme Haltung oder Körperkontakt mit deinem Baby können angenehm sein. Hilfreich ist auch jemand, der Essen bringt, ein Geschwisterkind betreut oder einen Anruf für dich übernimmt.

Wenn die Milchmenge trotzdem nicht reicht

Manchmal reicht häufigeres Anlegen allein nicht aus. Dann ist es sinnvoll, auch mögliche körperliche Ursachen zu prüfen.

Dazu können etwa eine Schilddrüsenerkrankung, wenig milchbildendes Drüsengewebe, eine frühere Brustoperation oder Folgen eines starken Blutverlusts bei der Geburt gehören. Auch Medikamente können eine Rolle spielen. Besprich deine Vorgeschichte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Erzähle auch, wie die Geburt und die ersten Stilltage für dich waren.

Präparate mit Kräutern und Medikamente zur Milchsteigerung sind nicht automatisch wirksam oder harmlos. Sie können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben. Ob etwas davon sinnvoll ist, gehört in ärztliche Hände.

Du darfst dir Unterstützung holen, solange du noch unsicher bist. Ein guter Plan sorgt dafür, dass dein Baby ausreichend Nahrung bekommt, und berücksichtigt zugleich, wie du weiterfüttern möchtest und was du gerade leisten kannst.


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