Immer mehr Frauen sind davon betroffen, sie haben zu wenig Milch. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Seelischer Stress, falsche Stilltechnik, oder eine Verletzung der Brust. Zu wenig Milch ist der Hauptgrund für frühes Abstillen und Zufüttern. Dabei kann eigentlich jede Mutter ausreichend Muttermilch produzieren, um ihr Baby voll zu stillen. 

© Igor Borodin

Die größte Sorge einer stillenden Mutter ist es, nicht genügend Milch zu produzieren, um ihr Baby zu sättigen. Gerade zu Beginn der Stillzeit kommen die Bedenken auf. Doch in den meisten Fällen sind sie völlig unbegründet. Ein echter Muttermilchmangel kommt nur sehr selten vor. Viele Mütter zweifeln außerdem an ihrer Milchmenge, wenn das Baby auf einmal häufiger nach der Brust verlangt und scheinbar nicht richtig satt wird.

Dabei liegt dies meist an einem Wachstumsschub, in dem das Baby mehr Energie benötigt, um sich weiter zu entwickeln. Auch ein langsamer Milchspendereflex ist kein Grund zur Sorge. Oft fließt die Milch erst richtig, wenn das Baby mehrere Male gesaugt hat. Trotzdem erhält es genügend Milch, um sich prächtig zu entwickeln. Nur knapp 2 Prozent aller Mütter können tatsächlich nicht genug Milch produzieren, um ihr Kind allein mit dem Stillen zu ernähren.



Gründe für eine geminderte Milchproduktion 

Die falsche Stilltechnik

Die häufigste Ursache für zu wenig Milch, ist eine falsche Stilltechnik. Nimmt das Baby die Brustwarze beispielsweise nicht richtig in den Mund, und kann so nicht richtig saugen, wird die Milchproduktion nicht ordentlich angeregt.

Wunde Brustwarzen

Leidet eine Mutter unter wunden Brustwarzen, stillt sie häufig seltener, oder kürzer. Auch dies kann ein Grund für eine vorübergehend geringere Milchmenge sein.

Stillunterbrechungen

Häufige Unterbrechungen beim Stillen, zB. weil das Baby beim Stillen einschläft, oder ein Geschwisterchen versorgt werden muss, hemmen ebenfalls die Milchproduktion.

Krankheit und Stress

Ist eine stillende Mutter krank, oder hat übermäßigen Stress, kann dies zu einem Rückgang der Milch führen. Auch hormonelle Störungen, oder eine vergangene Operation an der Brust, können der Grund für Störungen der Milchproduktion sein.

Tipps zum Anregen der Milchproduktion 

  • Angebot und Nachfrage: Das Stillen unterliegt dem Gesetz des Angebots und der Nachfrage. Desto häufiger gestillt wird, desto mehr Milch wird produziert. Daher sollte das Baby so oft es möchte gestillt werden. Außerdem sollten immer beide Brüste zum trinken angeboten werden. Und mit der Brust begonnen werden, die bei der letzten Stillmahlzeit als letztes an der Reihe war.
  • Richtiges Anlegen: Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Baby die Brustwarze richtig zu fassen bekommt und so viel vom Warzenhof mit ansaugt wie möglich.
  • Keine Fertigmilch: Das Baby sollte nur Muttermilch erhalten. Auf jegliche Gabe von Fertigmilch sollte verzichtet werden. Denn so möchte das Baby seltener an der Brust trinken und die Milchproduktion reduziert sich.
  • Das Baby wach halten: Damit während dem Stillen keine Pausen entstehen, weil das Baby einschläft, sollte versucht werden es wach zu halten. So kann z.B an seinen Füssen gespielt werden.
  • Stilltee: Um die Milchproduktion anzuregen helfen sogenannte Stilltees. Sie beinhalten in den meisten Fällen Anis, Fenchel und Kümmel und sorgen für größere Milchmengen.
  • Wärme: Um dem Milchfluss zu begünstigen kann die Brust mit Stillöl und warmen Kompressen auf das Stillen vorbereitet werden.
  • Entspannung und Ruhe: Um genügend Milch zu produzieren, brauchen Frauen viel Ruhe und Entspannung. Deshalb sollten sie sich Auszeiten nehmen, und dafür sorgen, dass sie genügend entspannen können. Beispielsweise kann ein gemeinsamer Mittagsschlaf mit dem Baby wahre Wunder bewirken.

Hilfe durch Hebamme und Stillberatung 

Bestätigt sich die Befürchtung der Mutter, dass sie wirklich zu wenig Milch produziert, kann sie sich Rat und Hilfe bei ihrer Hebamme, oder einer Stillberaterin holen. Diese beraten die Mütter und suchen gemeinsam mit ihnen nach Lösungen um die Milchproduktion anzuregen.

Hier geht es zum Hauptartikel: Alles wissenswerte rund ums Stillen.

Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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