Wenn man ein Baby bekommt, steht das kleine Wunder ganz automatisch an erster Stelle. Es ist wichtig, dass es dem Baby an nichts fehlt – es soll ihm gut gehen. Aber mindestens genau so wichtig ist es, dass es der Mutter gut geht. Denn nur eine wirklich glückliche Mutter hat auch ein wirklich glückliches Kind.

Dabei fühlen sich Mütter von kleinen Babys oft unter Druck. Ein Beispiel wäre die Wochenbettdepression, über die wir bereits in einem anderen Beitrag geschrieben haben. Stillprobleme sind jedoch mindestens genau so häufig zu finden. Sie führen zu Stress, Dauerangespanntheit – Frust oder gar Angst vor dem nächsten Anlegen zum Stillen. Wer an diesem Punkt den Entschluss fasst, früher abzustillen als geplant, spricht oft von einem Gefühl des Versagens. Dieses Gefühl würden wir euch gerne nehmen …

Stillprobleme sind der Hauptgrund für das frühe Abstillen

Die Gründe warum sich eine Mutter für das frühe Abstillen entscheidet, sind äußert unterschiedlich. In den meisten Fällen sind es jedoch gravierende Stillschwierigkeiten. Eingerissene Brustwarzen, welche bei jedem Anlegen schmerzen, oder der Kampf um genügend Milch fürs Baby, weil die Milchproduktion einfach nicht richtig funktionieren will. Bei diesen Problemen hilft natürlich die Hebamme, welche eure erste Ansprechpartnerin sein sollte. Doch manchmal helfen alle Hausmittel und die besten Tipps einfach nicht weiter. Oftmals fehlt den Müttern auch der Halt durch Freunde oder Familie. Denn diese raten in vielen Fällen – schon viel zu früh – zum Abstillen. Professionelle Unterstützung durch ausgebildete Stillberaterinnen oder Hebammen, werden auch immer weniger, da beide Berufsgruppen stetig schrumpfen. Oft genug wird den Müttern im Krankenhaus das Stillen gar nicht oder falsch erklärt und gezeigt. Stillprobleme sind durch all diese Umstände heutzutage beinahe vorprogrammiert.

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Als „frühes Abstillen“ wird der Zeitraum bezeichnet, in dem das Baby noch hauptsächlich von Milch ernährt wird.

Probleme mit dem Partner

Für einige von euch ist dieser Absatz unseres Beitrages vielleicht absolut undenkbar, aber immer wieder hören Frauen auf zu stillen, weil ihre Partner dagegen sind. Die Gründe der Männer sind dabei völlig verschieden. Für die einen ist es die „Eifersucht“ ihr Kind nicht selber ernähren zu können, für die anderen verliert die Brust der Frau, durch den Anblick des angelegten Babys, den sexuellen Reiz. Was für Frauen absolut nicht nachvollziehbar ist, denn genau für das Stillen ist die weibliche Brust nun mal konzipiert – es ist quasi ihr Job!

Bei der Eifersucht das Kind nicht ernähren zu können, gibt es zum Glück noch die Alternative des Abpumpens. Doch können wir bei der Eifersucht, dass die Brust nun nicht mehr allein dem Partner gehört, nur fassungslos daneben stehen. Aber gehen wir tief in uns und versetzten wir uns in die Lage der frisch gebackenen Mutter, die täglich Streit deswegen mit ihrem Mann hat. Irgendwann fehlt die Kraft und Geduld, um diesen Kampf zu kämpfen – und schweren Herzens wird sich diese Frau für das frühe Abstillen entscheiden.


LESEPAUSE-VIDEO: Baby läuft direkt nach der Geburt!

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Alltagsstress und Überforderung

Eine Familie zu managen ist weitaus mehr, als ein anspruchsvoller Fulltime-Job. Oftmals ist der Alltag mit Kindern einfach nicht planbar. Morgendliche Routinen auf dem Weg zum Frühstück – bis in die Kita oder die Schule – sind löblich und dienlich, jedoch manchmal auch eine destruktive Messlatte, wenn der Alltagsdruck steigt. Es kann aufreibend sein, in stressigen Phasen allem und jedem gerecht zu werden. Wenn dann noch das Baby im „falschen Moment“ Hunger bekommt, ist der bereits seit Stunden kalte Kaffee das kleinste Problem. Viele Mütter geben an diesem Punkt das Stillen auf.

Frühes Abstillen ist kein Zeichen des Versagens

Egal aus welchem Grund eine Mutter sich dazu entscheidet, ihr Kind früh abzustillen, ist dies niemals ein Negativ-Abzeichen für eine schlechte Mutter. Wie bereits erwähnt, kann ein Kind nur glücklich und zufrieden sein, wenn seine Mutter es ebenfalls ist. Kinder und insbesondere Säuglinge, haben feinste Antennen für die Gefühlslage ihrer Lieblingsmenschen. Sie spüren wenn das Herz der Mama schneller schlägt und sich Schweißperlen auf der Stirn bilden, nur weil sie daran denkt, jetzt wieder stillen zu müssen. Das sorgt nur für Unruhe, Angespanntheit und Unsicherheit beim Baby, welches mit bitterlichem Weinen reagiert. An entspanntes Trinken und Stillen ist dann nicht mehr zu denken. Mit solchen Situationen ist weder dem Baby noch der Mutter geholfen.

Am Ende ist es wichtig, dass die Nahrungsaufnahme für ein Baby entspannt und behaglich funktioniert. Ist das beim Stillen nicht der Fall, ist die Entscheidung zum frühzeitigen Abstillen nicht nur nicht die falsche – sondern genau die richtige.


 

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Jacqueline Esser
Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Zurzeit arbeitet sie als Gruppenleitung einer Krippen-Gruppe einer Kindertagesstätte. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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