Immer mehr Mütter entscheiden sich für die Zwiemilch-Ernährung. Das heißt ihr Baby bekommt Muttermilch, sowie Flaschennahrung. Wir stellen euch hier die Zwiemilch-Ernährung vor und erklären euch worauf ihr achten solltet. 

Zwiemilch: Stillen und Fläschchen fürs Baby

Früher hieß es, entweder – oder. Entweder eine Mutter entschied sich für das Stillen, oder für das Fläschchen. Einen Mittelweg gab es nicht. Doch heute ist das anders. Viele Mütter füttern ihre Kinder, indem sie Teilzeit Stillen und Teilzeit die Flasche geben. Die Zwiemilch-Ernährung ist längst in unserer Gesellschaft angekommen. Sie bietet für viele Mütter und ihre Babys die beste Alternative. Meistens funktioniert sie völlig problemlos und stellt Mama und Kind gänzlich zufrieden. Wir haben euch hier einiges zum Thema zusammengestellt.

Viele gute Gründe für die Zwiemilch Ernährung

Es gibt viele Gründe, warum sich eine Mutter für die Zwiemilch entscheidet. Die kleine Lea zum Beispiel, war nach der Geburt zu schwach, um an der Brust zu trinken, sie bekam schon im Krankenhaus die Muttermilch aus dem Fläschchen. Und da die Milchmenge der Mutter nicht reichte, auch schon bald zusätzliche Flaschennahrung. Da es bei den beiden so super klappte, ist Mama Heike, bei der Zwiemilch-Ernährung geblieben.

Und auch bei Mirko und Mama Kerstin gibt es die Zwiemilch-Ernährung. Kerstin musste nach den acht Wochen Mutterschutz zurück in den Job. Sie stillt Mirko nun morgens, abends und nachts. Über den Tag verteilt, bekommt er Flaschennahrung von der Oma gefüttert. „So bekommt mein Sohn weiterhin meine gute Muttermilch und ich kann die Intimität des Stillens genießen. Auf der anderen Seite bin ich aber flexibel.“

Die Gründe für die Zwiemilch sind äußerst unterschiedlich. Manche Mütter möchten auch einfach nicht in der Öffentlichkeit stillen, und bei anderen reicht vielleicht die Muttermilch nicht aus, damit  ihr Baby satt wird. Entscheiden sollte jede Mutter für sich, wie sie ihr Baby ernähren möchte. Vorurteile und Kritik sind da an der falschen Stelle.

Was ist bei der Zwiemilch zu beachten?

Die größte Angst, die Mütter bei dem Gedanken an die Zwiemilch haben, ist dass ihr Kind die Brust komplett verweigern könnte. Die Gefahr besteht natürlich, denn für die Kleinen ist es einfacher die Milch aus der Flasche zu trinken als aus der Brust. Beim Stillen müssen Babys „arbeiten“, damit die Milch fließt. Sie müssen kräftig saugen um satt zu werden. Bei der Flasche hingegen, fließt die Milch mit nur wenig Anstrengung. Doch der sogenannten Saugverwirrung kann man entgehen, wenn man einige Tipps befolgt:

  • Die richtige Flasche: Am besten eignen sich Flaschen, die der Brust der Mutter ähneln. Die sogenannten Weithalsflaschen, haben einen großen Sauger, der der Brustwarze der Mutter sehr ähnlich ist.
  • Einlochsauger: Damit sich das Baby beim trinken aus der Flasche ebenfalls ein bisschen mehr anstrengen muss, solltet ihr Einlochsauger verwenden. Gut eignen sich ebenfalls Tee- statt Milchsauger. Diese sind noch etwas kleiner.
  • Papazeit: Manchen Kindern hilft es, wenn der Papa die Flaschenmahlzeit übernimmt. Es trennt dann die verschiedenen Fütterungsarten und nimmt sie besser an.
  • Pre-Milch: Zum zufüttern eignet sich am besten die Pre-Milch. Sie ist in ihrer Konsistenz, Zusammensetzung  und im Geschmack, der Muttermilch am ähnlichsten.

Gutes Gelingen beim Stillen

Beim Stillen bestimmt die Nachfrage das Angebot. Soll bedeuten, desto häufiger das Baby an der mütterlichen Brust trinkt, desto mehr Milch wird produziert. Daher kommt es selten vor, dass Zwiemilch-Mütter zu viel oder wenig Milch produzieren. Die folgenden Tipps helfen euch die perfekte Kombination aus Stillen und Flaschennahrung für euch finden:

  • Überlegt euch, wann euer Baby gestillt werden soll und wann ihr zufüttert – behaltet dieses Schema bei, damit euer Körper lernt, die richtige Menge Milch zu produzieren
  • Achtet darauf, dass euer Baby lang genug an einer Brust trinkt, um nicht nur die Vordermilch sondern die fettreiche Hintermilch zu erhalten.
  • Wenn euer Baby nur eine Brust pro Mahlzeit trinkt, wechselt die Brüste bei jeder Mahlzeit ab.
  • Falls es doch zu einer Überproduktion der Milch kommt, streicht diese (unter der Dusche) aus. Bitte nur im Notfall abpumpen, denn das regt wiederum die Milchproduktion an.

Familie, Freunde und Bekannte

Vielleicht werdet ihr im Familien-, Freundes-, oder Bekanntenkreis auf Unverständnis  treffen, wenn sie von der Zwiemilch-Ernährung eures Babys erfahren. Viele Leute hegen immer noch Vorurteile gegen diese Art des fütterns.

Wenn ihr, euer Baby und euer Partner euch mit dieser Art der Ernährung wohl fühlt, sollte die Meinung der anderen nebensächlich sein. Denn es gibt kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, dass ihr glücklich und zufrieden seid.

Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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