Die Sommerferien neigen sich langsam dem Ende zu, und schon steht der erste Schultag vor der Türe. Für die vielen neuen Schulkinder beginnt nun „Der Ernst des Lebens“. Vorbei sind die Tage an dem der Kindergarten einfach mal „geschwänzt“ wurde. Jetzt heißt es jeden Morgen früh aufstehen und ab in die Schule.

Die Schultüte ist gepackt, der Ranzen gekauft, und die Aufregung, der jetzt gar nicht mehr so kleinen, steigt. Aufregend ist der erste Schultag aber nicht nur für die Kinder. Auch manches Elternteil blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Schulstart seines Kindes. „Sie werden groß“. Aus den Kindergartenkindern werden Schulkinder und wieder beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Schnell werden die Kinder nun selbständiger. Wo sie bisher von Mama oder Papa in den Kindergarten gebracht wurden, werden sie jetzt den Schulweg alleine, oder mit Freunden, bewältigen.

Die Einschulung

Für fast alle Kinder ist der Schulstart etwas spannendes. Doch leider machen unbekannte Dinge nicht nur neugierig, sondern können Unbehagen und sogar Ängste verursachen. Umso wichtiger ist es, den Tag der Einschulung zu etwas ganz tollem werden zu lassen.

Die Einschulung
Bild: © Robert Kneschke / Adobe Stock

Das Basteln einer Schultüte gehört schon längst zum Standardprogramm. Das Befüllen ist dann jedoch Elternarbeit und sollte, wenn möglich, eine Überraschung sein. Befüllt mit Süßigkeiten und Schulutensilien, wie Schere, Stifte und Kleber, wird die Schultüte zum tollen Geschenk für das neue Schulkind. Den Schulranzen, den die Kinder sich meist zusammen mit den Eltern aussuchen, wird voller Stolz präsentiert – und wie ein rohes Ei gehütet.

Natürlich dürfen Oma, Opa, Tanten und Onkel an diesem wichtigen Tag nicht fehlen. Gemeinsam geht es also auf den Weg zur Schule. Dort erwartet die neuen ABC-Jongleure meistens eine kleine Feier. Neben dem Kennenlernen der Klassenlehrer/in  sehen sie nun auch ihre neuen Klassenkameraden. Vielleicht kennt euer Kind schon das ein oder andere Kind aus dem Kindergarten. Doch viele Gesichter werden ihm neu sein. Schöne Erinnerungsfotos und Videos sind nicht nur für das Fotoalbum oder den Ehrenplatz an der Wand, genau das Richtige. Sie ermöglichen euren Kindern den Tag noch einmal für sich Revue passieren zulassen.

Je schöner die Erinnerungen an den ersten Schultag, desto motivierter werden eure Kinder auch den zweiten, dritten und vierten Tag in der Schule bestreiten.

Wenn der erste Tag vorbei ist – Routine im Schulalltag

Damit von nun an jeder Schultag gut starten kann, sollte Routine in den Alltag der Schulkinder kommen. Gewohnheit schafft Geborgenheit und ist das Auffangnetz an schlechteren Tagen. Schon der Start in den Tag spielt für den weiteren Tagesablauf eine große Rolle. So sollte morgens weder Hektik, noch schlechte Laune herrschen. Damit das gelingt, solltet ihr eure Kinder frühzeitig wecken. So haben auch kleine Morgenmuffel Zeit, um wach zu werden und in aller Ruhe zur Schule zu gehen. Stress, aus Angst zu spät zu kommen, schlägt auch den Kleinen gehörig auf den Magen.

Die erste Zeit in der Schule ist etwas besonderes. Doch irgendwann kehrt der Alltag ein. (Bild: © Karl / Adobe Stock)

Das gemeinsame Frühstück am Morgen, ist ein schönes Ritual, dass eure Kinder fit für den Schultag werden lässt. Natürlich darf auch der Pausensnack nicht fehlen. Ein Vollkornbrot z.B. mit Käse, etwas Obst oder Gemüsesticks sind genau das Richtige, um die benötigten Energiereserven für die letzten Schulstunden wieder aufzutanken.  Der Schulweg der I-Dötzchen sollte jeden Tag der Selbe sein. Das gibt euren Kindern zusätzliche Sicherheit. Diese benötigen sie, um den Schulweg irgendwann alleine, oder mit Freunden gehen zu können.

Sollte euer Kind den Wunsch äußern, nun ohne euch zur Schule zu gehen, solltet ihr diese Entscheidung unbedingt unterstützen. Eigenständigkeit zu entwickeln, gehört zu diesem Lebensabschnitt dazu.

Mittags ist die Schule aus ..

Für die meisten Erstklässler ist die Schule jedoch meistens schon am späten Vormittag vorbei. Mehr als drei bis vier Schulstunden am Tag, wird es am Anfang nicht geben. Doch auch dieser Schultag ist für die „Neuen“ sehr anstrengend. Allerdings hört mit dem Schulschluss die Arbeit noch lange nicht auf. Zuhause angekommen, rufen schon die Hausaufgaben. Was für die meisten Kinder zu Beginn spannend ist, wird schnell zur lästigen Aufgabe. Da ist das neue Fahrrad, der Nachbarsjunge, oder die Eisenbahn, doch viel interessanter.

Gönnt eurem Kind ruhig etwas Ruhe, wenn es aus der Schule kommt. Seine Energiereserven müssen sich erst neu aufladen, bevor es wieder konzentriert an die Hausaufgaben gehen kann. Nach dem Mittagessen ist dann der richtige Zeitpunkt für die Schulaufgaben. Die Welt, die Kinder nun für sich entdecken, ist im Vergleich zu ihrer Körpergröße riesig. Nichts ist am Anfang spannender, als die ersten Worte schreiben zu lernen, oder kleine Rechenaufgaben selbstständig lösen zu können.

Dementsprechend sind jetzt Zuhörer gefragt, die sich Erlerntes und Erlebtes möglichst ausführlich schildern lassen. Also Zeit nehmen, für die mittäglichen Ereignisberichte.

Mutter und Erstklässlerin unterhalten sich über den Tag
Bild: © hakase420 / Adobe Stock

Den Tag ausklingen lassen

Damit eure Kinder für den nächsten Schultag ausgeschlafen und fit sind, ist ein erholsamer Schlaf wichtig. Die neuen Eindrücke und Erfahrungen, lassen eure Kinder am Abend vielleicht früher müde werden, als ihr es bisher gewohnt ward. Die Schlafenszeiten könnte in diesen Fällen z.B. statt um zwanzig Uhr, schon eine halbe Stunde früher eingeläutet werden. Auch hier können Rituale das Einschlafen unterstützen und begleiten. Denn Schulranzen sollten eure Kinder am besten schon Abends für den neuen Tag packen und bereit stellen.

Tipps für den Alltag mit Erstklässlern

Mit der Zeit wird aus dem einstigen I-Dötzchen ein „alter Schulhase“. Das bedeutet jedoch auch, dass die anfängliche Neugierde langsam weicht, und der Alltag als Schulkind zum normalen und unausweichlichen Punkt auf der Tagesordnung wird. Vorbei sind die Tage der überschwänglichen Freude, wenn es heißt, die Hausaufgaben müssen erledigt werden.

  • Bei Letzterem gilt die Regel: Hausaufgaben müssen sein, dürfen aber auch gerne nach dem Spielen im Garten gemacht werden. Braucht euer Kind bei den Hausaufgaben Hilfe, ist Weniger Mehr. Manchmal reicht es schon, einen kleinen Denkanstoß zu geben, oder einfach nur dabei zu sitzen und die Sicherheit zu bieten, dass jederzeit Hilfe da ist. Wenn euer Kind Fehler bei seinen Hausaufgaben macht, solltet ihr es nicht zwingen, diese neu zu machen. Hausaufgaben sind für die Lehrer oft eine Kontrolle, ob der Lernstoff verstanden wurde, oder ob er nochmals besprochen werden muss.
  • Lob und Anerkennung sind die wichtigsten Werkzeuge im Schulalltag eures Kindes. Sie erhalten so das Gefühl, etwas sinnvolles zu leisten. Dann macht das Lernen gleich wieder mehr Spaß. Anerkennung ist immer noch die beste Motivation, eigene Leistungen zu erbringen. Sollten die Leistungen eures Kindes nicht immer so gut ausfallen, solltet ihr weder mit ihnen schimpfen, noch sie dafür bestrafen. Leistungsdruck erfahren sie noch früh genug. Auf keinen Fall darf man Leistungen von den Kleinen erwarten, denen sie nur schwer, oder gar nicht gerecht werden können. Vorhaltungen oder Drohungen führen nicht zum gewünschten Ziel. Im Gegenteil, oftmals werden dadurch Schulängste geschürt oder verstärkt und wertvolles Vertrauen zerstört.
  • Elternabende solltet ihr wenn es geht, tatsächlich so oft wie möglich besuchen. Dort erfährt man nämlich nicht nur den aktuellen Lernstatus des eigenen Kindes, sondern lernt die anderen Eltern – und vor allem die Klassenlehrer besser kennen. Mitunter kann man auch gut Dinge und Abläufe ansprechen, welche im Schulalltag nicht so gut funktionieren.

Gewiss ist dieser neue Lebensabschnitt für die ganze Familie etwas besonderes. Aufregend, spannend, aber auch Angst einflößend. Mit der extra Portion Vertrauen und Gelassenheit, wird sich nicht nur euer Kind, sondern die ganze Familie, schnell an die neue Situation gewöhnt haben.


Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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