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Der spannende Weg zur Selbstständigkeit eines Kindes

von Jacqueline Esser
Veröffentlicht: Letztes Update
Der Weg zur Selbstständigkeit von Kindern

Im zweiten Lebensjahr kommt der Moment, ab dem Kinder immer mehr Dinge alleine ausprobieren und machen möchten. Jeder zweite Satz lautet dann: «Ich kann das schon alleine!». Kinder durchlaufen mehrere Entwicklungsschritte auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit. Welche Fähigkeiten ein Kind erlernen muss, um selbstständig zu werden, erfahrt ihr hier. 

Eltern müssen Vertrauen schenken

Der erste Weg zur Selbstständigkeit eines Kindes ist das Vertrauen der Eltern. Haben Kinder das Gefühl, dass ihre Eltern ihnen etwas zutrauen, und sie in ihrem Vorhaben bestärken, trauen sie sich, neue Herausforderungen anzunehmen. Um die Kinder in der Entwicklung ihrer Selbstständigkeit zu fördern, braucht es Ermutigungen. Sätze wie: «Du schaffst das!», oder «Versuch es einfach, das kann klappen!», hilft ihnen, ihre Skepsis gegenüber ihren Fähigkeiten abzulegen und neue Dinge auszuprobieren.

“Über-Behütung” hingegen schwächt das Selbstvertrauen und führt unumgänglich zu Unselbstständigkeit und Ängsten. Wissen Kinder, dass ihre Eltern ihnen den Rücken stärken, können sie außerdem besser mit Niederlagen, Fehlern und Enttäuschungen umgehen.

“Ich will aber!” – Wenn Kinder ihren eigenen Willen entdecken:

Selbstständigkeit ist mit der Wahrnehmung des eigenen Willens eng verknüpft. Nur wenn ein Kind weiß, was es will und kann, wird es selbstständig werden. Viele Eltern beobachten, dass ihre Kinder, wenn sie sich in der sogenannten Trotzphase befinden, allmählich selbstständiger werden. Sie wollen immer mehr Dinge alleine tun, und trauen sich an immer neue Herausforderungen heran. Nicht immer eine leichte Situation für Eltern. Denn auf einmal bockt der sonst so liebe zweijährige Sohn nur noch rum. Angefangen vom alleine Essen bis hin zum An- und Ausziehen. Alles steht im Zeichen “Alleine machen”. Der Alltag wird zu einem (gefühlten) immer währenden Kampf zwischen Eltern und Kind.

Den eigenen Willen zu erkennen und durchzusetzen, ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. Auch wenn er den Eltern viel abverlangt, ist er ein wichtiger Schritt in der Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit.

Kinder brauchen Erfolgserlebnisse

Kinder brauchen Erfolgserlebnisse. Sie brauchen die Erfahrung, dass ihr Handeln erfolgreich zum Ziel führt. Nur so wagen sie sich bei der nächsten Möglichkeit an eine neue Herausforderung. Diese Herausforderungen sollten ihrem Entwicklungsstand entsprechen, und wenn möglich, nur leicht über dem Level ihrer bereits erworbenen Fähigkeiten liegen. Dinge bei denen Kinder von vornherein Unterstützung benötigen, sind für sie eher frustrierend. Kinder sollten nur soviel Unterstützung erhalten, wie sie gebraucht oder eingefordert wird, um alleine zurecht zu kommen.

Kinder brauchen Kinder

Zweijährige Nasenkuss am Strand

Ein harmloser Kuss erfordert viel Selbstvertrauen, Neugierde und echte Selbstständigkeit (Bild: © candy1812 / Fotolia)

Auf dem Weg zur Selbstständigkeit spielen soziale Kontakte – gerade von Kind zu Kind – eine wichtige Rolle. Kinder dienen sich untereinander nicht nur als Vorbild, sondern vor allen Dingen als Spiegel der eigenen Fähigkeiten. Im Kontakt mit anderen Kindern lernen sie, wo Unterschiede liegen. Wo sind die eigenen Stärken? Wo die Schwächen? Sie beobachten, kontrollieren und vergleichen die Fähigkeiten der anderen Kinder mit den eigenen.

Kinder ermutigen sich gegenseitig, und stärken so das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen. Auch Konflikte untereinander, lassen Kinder in ihren Fähigkeiten wachsen.

Die Sprache als Schlüssel zur Selbstständigkeit

Damit Kinder ihre Selbstständigkeit voll entwickeln können, ist die Fähigkeit sich klar und verständlich auszudrücken, sehr wichtig. Redegewandte Kinder können ihre Bedürfnisse besser ausdrücken und finden leichter einen Zugang zu Anderen. Selbstvertrauen und soziale Kompetenz wachsen darin sehr.

Die Sprache ist also auch hier – wie in vielen weiteren Entwicklungsschritten – ein ganz wichtiger Faktor. Kinder brauchen geduldige und ehrlich interessierte Zuhörer.


 

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