Jedes Jahr fiebern in Deutschland und überall auf der Welt ABC-Schützen dem Start in eine mehr oder weniger lange Schulkarriere entgegen. Zahllose Dienstleister versuchen verantwortungsbewussten Eltern zu vermitteln, dass sie sehr viele Anschaffungen zur Einschulung tätigen müssen, um ihrem Sprössling einen optimalen Schulbeginn zu ermöglichen. Doch dieses Bild ist falsch.

Die Kinder benötigen einige, hochwertige Dinge als Grundausstattung, einige Dinge etwas später – aber viele auch gar nicht. Dieser Artikel liefert eine Orientierungshilfe, die den Fokus auf die wichtigsten Schulartikel und Ausgaben legt.

Die Schultüte

Zunächst ist der Schulanfang für die Familie und insbesondere das Kind mehr als ein Verwaltungsakt. Es ist ein emotionaler Höhepunkt. Oftmals ist der Nachwuchs begeistert, in die Schule gehen zu dürfen. Diese Begeisterung sollte sich in einer tollen Schultüte widerspiegeln. Darin müssen sich nicht nur Süßigkeiten befinden. Entscheidend ist eine fantasievolle Dekoration mit Schleifen, lustigen Figuren oder Anspielungen auf Vorlieben des Kindes. Originelle Schulartikel mit kindgerechten Motiven, aber auch Plüschtiere, Blumen oder Spielzeuge sind nur einige geeignete Anregungen für den Inhalt einer gelungenen Schultüte.

Schulweg und Büchertasche

Ebenso wichtig, wie mit dem Kind den künftigen Schulweg vor dem Schulantritt abzulaufen, ist die Auswahl des ersten Schulranzens. Dabei ist die Sicherheit des ABC-Schützen entscheidend. Man kann nicht nur die einzelne Tasche, sondern komplette Schulranzen-Sets, bei denen man am Ende tatsächlich ein wenig Geld spart, besorgen. Die heute allgemeinen Sicherheitsstandards genügen vollkommen. So sind die meisten Schulranzen mittlerweile mit reflektierendem und fluoreszierendem Material bedeckt.

Außerdem werden moderne Büchertaschen oder Rucksäcke nach ergonomischen Maßstäben gefertigt. Sie sind in der Regel stufenlos verstellbar, besitzen neben gepolsterten Tragegurten noch einen Brustgurt und passen sich der S-förmigen Wirbelsäule der I-Dötzchen an.

Eltern sollten jedoch beim Kauf darauf achten, dass das Innere zudem eine gute Aufteilung hat, um dem Kind das Packen zu erleichtern. Beim Packen sollten Eltern auch zumindest zu Beginn ein Auge auf ihren Sprössling haben und ihm eine gute Aufteilung beibringen. Bei zu schweren oder falsch getragenen Schulranzen drohen Haltungsschäden, die sich niemals beseitigen lassen.

Daher ist es auch wichtig, nur die Sachen einzupacken, die der Schulanfänger auch wirklich benötigt. In der Hinsicht ist auch das Eigengewicht des Schulranzens von Bedeutung, es sollte möglichst leicht sein.

Im Durchschnitt wiegt ein moderner Tornister etwa 1,2 Kilogramm. Darüber hinaus sollten die verwendeten Materialien atmungsaktiv, stabil und schadstoffarm sein.

Was kommt in den Schulranzen?

Ein Schulranzen sollte am ersten Schultag aber nicht vollkommen leer zur „Penne“ getragen werden. Ein Mäppchen mit Spitzer, Radiergummi und Bunt- sowie Bleistiften kann nicht schaden. So fühlt sich auch schon die Einschulung für die kleinen Novizen ganz besonders an.

Nicht zu empfehlen ist zur Aufbewahrung der Stifte ein Beuteletui. Wenn Eltern dies kaufen, müssen sie davon ausgehen, dass Stifte darin abbrechen und schwer zu finden sind.

Weitere denkbare Inhalte sind auch kinderfreundliche Scheren, die auf Rechts- oder Linkshänder abgestimmt sein sollten. Die Eltern könnten auch einen Klebestift besorgen. Flüssigkleber eignen sich nicht so gut, da sie die geklebten Seiten wellen.

Darüber hinaus können Eltern ihren Kindern zum Schulbeginn noch eine Sporttasche schenken. Klassische Turnbeutel sind nicht sinnvoll, da sie schon bald zu klein werden für Schuhe oder das später benötigte Schwimmzeug. Falls der Schulanfänger sie nicht schon besitzt, sind auch lange und kurze Sportkleider als weiteres Antrittsgeschenk möglich.

Spätere Anschaffungen für die Schule

Einige Schulartikel werden tatsächlich erst Monate oder Jahre nach dem Schulbeginn von den Eingeschulten benötigt. So sollten Eltern vor Schulbeginn noch keinen Füller kaufen. Dafür und für weitere Materialien gibt es oft nach Schulbeginn noch gewisse Anweisungen durch die Lehrer oder die Schulleitung.

Auch Filzstifte sollten erst gekauft werden, wenn das Kind mit anderen Stiften gearbeitet hat. Bei Filzstiften ist wichtig, dass sie sich nicht durchdrücken beim Malen und dass sie keine Konservierungs- und Lösungsmittel enthalten. Wachsmalstifte und ein Wasserfarbkasten mit verschiedenen Pinseln sind ebenfalls erst später vonnöten.

Schwimmzeug wird an vielen Grundschulen erst zum 3. oder 4. Schuljahr aktuell. Generell sind zu Beginn der Schulzeit einige Investitionen für Eltern notwendig, aber die Artikel halten teilweise die gesamte Grundschulzeit, wenn sie hochwertig sind. Darüber hinaus sollten Eltern beachten, dass an vielen Schulen Bücher- und Kopiergeld anfällt.

TIPP: Generell geben die meisten Grundschulen vor der Einschulung (und oft auch vor Beginn jedes Schuljahres) eine Art „Einkaufsliste“ vor. Es ist nie verkehrt, auch hier einen Elternabend zu nutzen, um nachzuhaken, welche Materialien wirklich zwingend notwendig sind. Denn aufgrund mangelnder Budgets werden aktuell immer mehr Anschaffungen auf die Familien abgewälzt, welche noch vor Jahren als Grundmaterialien in den Schulen gestellt wurden.


 

Über den Autor

Torsten Esser

Torsten hat das Vollzeit-Papa-Diplom. Er hat einen kleinen Sohn und eine Stieftochter, die er liebt, als wäre es seine eigene. Darüber hinaus hat er acht Semester lang "Soziale Arbeit" studiert. Mit einer unübertroffenen Mischung aus Wissen und Bauchgefühl, ist er der geborene Autor für dieses Magazin. Und ganz nebenbei kümmert er sich als Gründer und Inhaber von 1-2-family.de um alle Belange des Magazins.

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