(DJD). Schläge, sexuelle Übergriffe, Drohungen: Das eigene Zuhause ist besonders für Frauen der gefährlichste Ort. Häusliche Gewalt nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Alle zwei Minuten wird ein Mensch Opfer von häuslicher Gewalt.
Rund 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Fachleute gehen jedoch von deutlich höheren Zahlen aus. Denn das Dunkelfeld ist riesig. Danach werden mehr als 95 Prozent der Gewalttaten in (Ex-)Partnerschaften nicht angezeigt.
Mehr Schutz für Betroffene, mehr Konsequenzen für Täter
Um Betroffene besser zu schützen und auch Täter konsequenter zur Rechenschaft zu ziehen, hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht.
In Hochrisikofällen soll künftig eine elektronische Fußfessel verhindern, dass sich Täter ihren Opfern unbemerkt nähern. Das System hat sich in Spanien bewährt. Darüber hinaus sollen Betroffene während Gerichtsverfahren besser begleitet und unterstützt werden.
Und für Täter gilt künftig: Häusliche Gewalt gegen den anderen Elternteil kann Auswirkungen auf das Umgangsrecht mit gemeinsamen Kindern haben. Und damit die Gewaltspirale ein Ende findet, gibt es soziale Täterarbeit, zu der Gewalttätige gerichtlich verpflichtet werden können.
Aufklärung und konkrete Hilfe
Um Opfer von häuslicher Gewalt besser zu schützen, hat das BMJV neben den gesetzlichen Maßnahmen eine bundesweite Aufklärungskampagne gestartet. Sie richtet sich an Betroffene ebenso wie an Angehörige, Freunde, Kolleginnen und Nachbarn.
(Bild: © DJD/BMJV/Ragnar Schmuck)
Sie soll mehr Bewusstsein für das Thema häusliche Gewalt schaffen, Tabus abbauen und konkrete Hilfsangebote sichtbar machen. „Häusliche Gewalt passiert nicht irgendwo. Sie passiert nebenan. Am Ende kommt es auf uns alle an“, sagt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig.
Wichtige Informationen und konkrete Hilfe
Auf der Kampagnen-Website www.raus-aus-gewalt.de finden sich alle wichtigen Informationen zum Gewaltschutzgesetz, zu Gerichtsverfahren und ein Hilfekompass. Der Hilfekompass weist den Weg zu geeigneten Hilfsorganisationen und Beratungsstellen, damit Betroffene direkt nach Unterstützung in ihrer Nähe suchen können.
Auch bundesweite Angebote wie das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ sind dort gebündelt. Die Kampagne ruft dazu auf, hinzusehen und Betroffene zu unterstützen. Denn häusliche Gewalt ist keine Privatsache.
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