Gideon ist ein alter biblischer Jungenname mit einer überraschend handfesten Bedeutung: „der Fäller“ oder „der, der haut“. Seine bekannteste Geschichte beginnt nicht auf einem Schlachtfeld, sondern bei der Arbeit mit Getreide.
Wie Daniel und Elias hat Gideon hebräische Wurzeln und einen biblischen Hintergrund. Trotzdem klingt er anders und wird in Deutschland deutlich seltener vergeben. Noch mehr Namen findet Ihr in unserer Vornamenliste von A bis Z.
Gideon auf einen Blick
Die sprachliche Bedeutung ist von Gideons Rolle in der Bibel zu unterscheiden.
| Namensart | Jungenname |
| Herkunft | Hebräisch |
| Bedeutung | „Fäller“, „Hauer“; sinngemäß auch „Holzfäller“ |
| Schreibvarianten | Gedeon, Gidon |
| Biblischer Bezug | Gideon im Buch Richter |
| Deutsche Lautfolge | Gi-de-on; das g klingt wie in „Garten“ |
Was bedeutet Gideon?
Die hebräische Wurzel des Namens bezeichnet das Fällen oder Abhauen.
Behind the Name führt Gideon auf das hebräische Verb gada zurück. Daher stammen die Übersetzungen „Fäller“ und „Hauer“. „Holzfäller“ macht das Bild im Deutschen verständlicher, ist aber eine sinngemäße Übertragung. Die Bedeutung beschreibt nicht, welchen Beruf ein Kind später haben wird.
Manchmal wird Gideon als „Krieger“ oder „Held“ erklärt. Das passt zu seiner Rolle in der biblischen Erzählung, ist jedoch keine genaue Übersetzung des Namens. Für die sprachliche Herkunft bleibt das Fällen beziehungsweise Hauen entscheidend.
Gideon im Buch Richter
Der biblische Gideon zögert zunächst, bevor er seine Aufgabe übernimmt.
Im sechsten Kapitel des Buches Richter begegnet ein Engel Gideon, während dieser Weizen in einer Kelter drischt. Er möchte das Getreide vor den Midianitern verbergen. Gideon soll Israel aus ihrer Bedrängnis führen, fragt aber erst, wie er das mit seiner geringen Stellung schaffen könne.
Später bittet er um Zeichen, unter anderem mit einem Wollvlies und Tau. Die Geschichte enthält also neben der Berufung auch Zweifel und Rückfragen. Sie erklärt, warum der Name in jüdischen und christlichen Zusammenhängen bekannt ist. Aus dem Verhalten dieser Figur lässt sich aber keine Charaktereigenschaft heutiger Kinder namens Gideon ableiten.
Gideon, Gedeon oder Gidon?
Die Namensfamilie kennt mehrere Schreibweisen mit derselben hebräischen Grundlage.
Gedeon begegnet unter anderem in griechischen und lateinischen Bibeltraditionen. Gidon ist eine hebräische Variante. In Deutschland ist Gideon die deutlich geläufigere der Schreibweisen Gideon und Gedeon. Welche Form Euch gefällt, kann auch davon abhängen, welche Bibelübersetzung oder Familiensprache Euch vertraut ist.
Im Deutschen lässt sich der Name in Gi-de-on gliedern. In anderen Sprachen verschieben sich Lautung und Betonung: Im Hebräischen liegt die Betonung auf der letzten Silbe, im Englischen auf der ersten. Für einen Rufnamen könnt Ihr beispielsweise Gidi verwenden; der vollständige Name funktioniert ebenso gut.
Wie selten ist Gideon?
In Deutschland bleibt Gideon außerhalb der häufig vergebenen Jungennamen.
Knud Bielefelds Auswertung der Geburtsjahrgänge 2010 bis 2025 nennt ungefähr 400 Vergaben als ersten Vornamen. Die Zahl bezieht sich auf Gideon in dieser Schreibweise und auf seine statistische Erhebung. Sie ist keine amtliche Vollzählung und zählt weder sämtliche heute lebenden Namensträger noch automatisch alle verwandten Formen mit.
Quellen und Datenstand
- Behind the Name: Gideon – hebräische Wurzel und Varianten
- Deutsche Bibelgesellschaft: Richter 6, Lutherbibel 2017
- Knud Bielefeld: Gideon und Gedeon
- Knud Bielefeld: Gideon – Vergabeauswertung 2010–2025
Quellen abgerufen am 10. Oktober 2026. Vergabezahlen beziehen sich auf die jeweils genannte Auswertung und deren Erhebungszeitraum.
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