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Daniel: Bedeutung, Herkunft und ein Name mit langer Geschichte

Daniel: Bedeutung, Herkunft und ein Name mit langer Geschichte

Bei Daniel fällt euch wahrscheinlich sofort jemand ein: ein Schulfreund, ein Kollege oder ein Mensch aus der Familie. Der Name klingt vertraut, hat aber erstaunliche Geschichten im Gepäck. Da geht es um Löwen, eine rätselhafte Schrift an der Wand und einen Forscher, dessen Nachname bis heute auf Thermometern steht.

Daniel bedeutet „Gott ist mein Richter“ und kommt aus dem Hebräischen. Seine bekannteste Geschichte steht in der Bibel. Weitere Namen mit alten Wurzeln findet ihr in unserer Babynamenliste von A bis Z.

Daniel auf einen Blick

Ein biblischer Jungenname, den ihr in vielen Sprachen wiedererkennt.

Bedeutung„Gott ist mein Richter“, auch „Gott richtet“
HerkunftHebräisch; biblischer Vorname
AusspracheDeutsch etwa DAA-ni-el
Internationale FormenDaniele, Daniil, Dániel, Danyal
Weibliche FormDaniela
Namenstage21. Juli, außerdem 10. Oktober und 11. Dezember

Eine Nacht bei den Löwen

Daniels berühmtestes Abenteuer beginnt mit einem Verbot.

Im Danielbuch darf für eine bestimmte Zeit niemand zu einem Gott beten. Daniel tut es trotzdem. Seine Gegner zeigen ihn an, und der König muss ihn in eine Löwengrube werfen lassen. Die Nacht über macht sich der König Sorgen. Am nächsten Morgen läuft er zur Grube und ruft nach Daniel.

Der antwortet tatsächlich: Gott habe einen Engel geschickt, der die Mäuler der Löwen verschlossen hat. Daniel kommt unverletzt heraus. Es ist eine Geschichte darüber, am eigenen Glauben festzuhalten, obwohl es gefährlich wird.

Auch eine andere Szene aus dem Buch hat Spuren hinterlassen. Während König Belsazar feiert, schreibt eine geheimnisvolle Hand Worte an die Wand. Daniel erklärt sie: Die Herrschaft des Königs wird enden. Daher stammt unser Wort Menetekel für ein unheilvolles Warnzeichen.

Daniel, Daniele und Daniil

Je nach Land ändern sich ein paar Buchstaben, die Verwandtschaft bleibt gut zu erkennen.

In Italien heißt der Name Daniele, in Russland Daniil und in Ungarn Dániel. Im Arabischen und Türkischen findet ihr Danyal. Die weibliche Form ist Daniela. Das italienische Daniele ist trotz des e am Ende ein Jungenname.

In Deutschland sprechen wir Daniel meist DAA-ni-el, mit der Betonung am Anfang. Hier gibt es den Namen schon seit dem Mittelalter. Besonders beliebt wurde er ab den 1960er-Jahren; um 1990 gehörte er zu den häufig vergebenen Jungennamen.

Knud Bielefeld schätzt für Deutschland rund 21.000 Vergaben von Daniel als erstem Vornamen in den Geburtsjahrgängen 2010 bis 2025. Grundlage ist seine Namenssammlung, keine vollständige amtliche Zählung.

Ein Daniel hinter der Temperaturskala

Daniel Gabriel Fahrenheit tüftelte daran, Temperaturen genauer zu messen.

Seine frühen Thermometer enthielten eine Alkoholmischung. Später wechselte er zu Quecksilber, weil sich damit über einen größeren Temperaturbereich genauer messen ließ. 1714 entwickelte er das Quecksilberthermometer. Die Fahrenheit-Skala trägt bis heute seinen Nachnamen.

Wer nach einem Namenstag sucht, hat bei Daniel mehrere Termine: Der 21. Juli erinnert an den biblischen Daniel, der 10. Oktober an den Ordensgründer Daniele Comboni. Am 11. Dezember steht Daniel der Säulensteher im Kalender. Dieser lebte der Überlieferung nach jahrzehntelang auf einer Säule und predigte von dort.

Quellen und Datenstand


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