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Carl: Bedeutung, Herkunft und Beliebtheit des Vornamens

Carl: Bedeutung, Herkunft und Beliebtheit des Vornamens

Carl und Karl trennt ein einziger Buchstabe. Gesprochen klingen sie im Deutschen gleich. Selbst der Autobauer Carl Benz kam als Karl zur Welt und schrieb seinen Namen später mit C. Die Schreibweise ist also schon lange vor den heutigen Babylisten bekannt gewesen.

Carl findet ihr in unserer Babynamenliste von A bis Z. Hinter den vier Buchstaben steckt dieselbe alte Geschichte wie bei Karl.

Carl auf einen Blick

Carl hat germanische Wurzeln. Oft wird der Name mit „Mann“ erklärt, möglich ist auch eine Verbindung zu „Heer“.

HerkunftGermanisch; gemeinsame Namensgeschichte mit Karl
Mögliche Bedeutung„Mann“ oder „Ehemann“; nach einer anderen Erklärung Verbindung zu „Heer“
AusspracheIm Deutschen einsilbig, wie Karl
Weitere FormenKarl, Carlo, Carlos, Charles; als Kurzform auch Kalle
Namenstag4. November nach Karl Borromäus; für Carl auch 13. November nach Carl Lampert

Was bedeutet Carl?

Die bekannteste Erklärung führt zu einem alten Wort, das mit „Kerl“ verwandt ist.

Das althochdeutsche karl bedeutete „Mann“ oder „Ehemann“. Daher kommen die häufigen Übersetzungen „Mann“ und „freier Mann“. Die Gesellschaft für deutsche Sprache nennt aber auch eine andere Herkunft: ein germanisches Wort für „Kriegsschar“ oder „Heer“. Die genaue Bedeutung ist deshalb nicht sicher geklärt.

Carl hat durch das C keine andere Bedeutung als Karl. Die lateinische Form heißt übrigens Carolus. In Italien wurde daraus Carlo, in Spanien Carlos, im Französischen und Englischen Charles.

Carl Benz: vom K zum C

Im Geburtsregister des späteren Autobauers stand Karl.

Carl Friedrich Benz wurde 1844 geboren. Später verwendete er das C für seinen Vornamen. Darum könnt ihr in älteren Texten beide Schreibweisen für denselben Mann finden.

Ein anderer berühmter Carl war der schwedische Naturforscher Carl von Linné. Er führte die wissenschaftliche Benennung von Pflanzen und Tieren mit zwei Wörtern ein: eines für die Gattung, eines für die Art. Auch die Bezeichnung Homo sapiens für uns Menschen gehört zu diesem System.

Ein alter Name wird wieder häufiger gewählt

Karl war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der beliebtesten Jungennamen. Inzwischen sind beide Schreibweisen wieder gefragt.

In den Achtzigerjahren wurden nur noch wenige Babys Karl genannt. Später ging es wieder nach oben, auch für Carl. Die Form mit K wird in Deutschland allerdings weiterhin häufiger vergeben.

Knud Bielefeld nennt seit 2010 mindestens 9.500 Vergaben von Carl als ersten Vornamen. Karl kam in seiner Auswertung auf mindestens 18.700. Carl ist also längst kein ungewöhnlicher Einzelfall auf einer Geburtsurkunde.

Die Zahlen stammen aus Bielefelds Auswertung von Geburtsmeldungen, nicht aus einer vollständigen amtlichen Zählung. Carl und Karl werden hier getrennt erfasst; zweite Vornamen sind nicht mitgezählt.

Carl Orff und Musik zum Mitmachen

Der Komponist Carl Orff schrieb die Carmina Burana. Für viele Kinder ist seine andere Arbeit mindestens genauso interessant.

Beim Orff-Schulwerk gehören Musik, Bewegung, Tanz und Sprache zusammen. Kinder sollen selbst musizieren und ausprobieren. Gemeinsam mit Gunild Keetman entwickelte Orff dafür Musik für Kinder. Zum Instrumentarium gehören viele Schlaginstrumente.

Zwei Namenstage für Carl

Der 4. November und der 13. November erinnern an zwei unterschiedliche Namensträger.

Am 4. November steht Karl Borromäus im kirchlichen Kalender. Carl wird dabei ausdrücklich als passende Namensform genannt. Der 13. November erinnert an den Priester Carl Lampert, den die Nationalsozialisten 1944 hinrichteten.

Quellen und Datenstand


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