1973 sang Freddy Breck „Bianca“ bis auf Platz zwei der deutschen Singlecharts. Im selben Jahr schaffte es auch der Mädchenname einmalig unter die deutschen Top 20. Das Lied gehört damit zu einer Geschichte, die viel früher beginnt: Schon Shakespeare brachte gleich zwei Biancas auf die Bühne.
In unserer Babynamenliste von A bis Z findet ihr Bianca ebenso wie die verwandte Form Blanca. Beide Namen haben mit derselben Farbe zu tun.
Bianca auf einen Blick
Bianca kommt aus dem Italienischen und bedeutet „weiß“ oder „die Weiße“.
| Herkunft | Italienisch; verwandt mit französisch Blanche und spanisch Blanca |
| Bedeutung | „Weiß“ oder „die Weiße“ |
| Aussprache | Im Italienischen ungefähr Bjan-ka, zwei Silben |
| Schreibweisen | Bianca mit c, Bianka mit k; Blanca ist eine andere Sprachform |
| Bekanntheit | Zwei Shakespeare-Figuren und ein deutscher Schlager von 1973 |
Bianca, Blanca und Blanche
Bianca ist die italienische Form. Im Spanischen heißt der verwandte Name Blanca, im Französischen Blanche.
Hinter dieser Namensfamilie steckt ein altes Wort für „weiß“. Aus ihm entstanden in verschiedenen Sprachen eigene Formen. Bei Bianca hört ihr im Italienischen zwei Silben, ungefähr „Bjan-ka“: Das i bildet zusammen mit dem b den kurzen Anfang „Bjan“.
Bianka mit k ist eine weitere Schreibweise des Namens. Die Bedeutung bleibt gleich. Im Alltag reicht beim Buchstabieren deshalb oft der Zusatz „mit c“ oder „mit k“, damit die richtige Form aufgeschrieben wird.
Zwei Biancas bei Shakespeare
In Der Widerspenstigen Zähmung warten gleich mehrere Männer darauf, Bianca heiraten zu dürfen.
Ihr Vater stellt aber eine Bedingung: Zuerst muss ihre ältere Schwester Katherina einen Mann finden. Bianca ist die jüngere der beiden Töchter. Unter ihren Verehrern sind der Student Lucentio, Hortensio und Gremio.
In Othello gibt es eine andere Bianca. Sie liebt den Offizier Cassio. Der gibt ihr ein Taschentuch, das eigentlich Desdemona gehört und durch eine Intrige bei ihm gelandet ist. Als Bianca es ihm wütend zurückbringt, wird sie unwissentlich Teil des Täuschungsmanövers gegen Othello. Zwei Stücke, zwei Frauen mit demselben Namen – und zwei sehr unterschiedliche Geschichten.
Der Schlager und das Jahr 1973
Freddy Brecks „Bianca“ wurde 1973 ein großer Hit. In Knud Bielefelds historischer Vornamenliste steht Bianca für denselben Jahrgang auf Platz elf.
Damit erreichte der Name seinen Höhepunkt in Deutschland. In keinem anderen Jahr schaffte er es in dieser Liste unter die Top 20. Ob das Lied für eine einzelne Familie den Ausschlag gab, verraten die Zahlen nicht. Bianca war auch schon vorher beliebt: Die Hochphase des Namens reichte von 1969 bis 1991.
Noch eine kleine Überraschung steckt in den Musikangaben zum Lied: Neben Kurt Hertha und David Cumberland steht dort Peter Tschaikowski. Der Schlager hat also auch eine Verbindung zur klassischen Musik.
Bei Erwachsenen vertraut, bei Babys seltener
Heute wird Bianca in Deutschland deutlich seltener vergeben als in den Siebziger- und Achtzigerjahren.
Knud Bielefeld schätzt für die Geburtsjahrgänge 2010 bis 2025 ungefähr 1.300 Vergaben als ersten Vornamen. Für Bianka nennt seine Übersicht seit 2010 mindestens 200 Vergaben. Dass viele Erwachsene den Namen kennen, passt also zu seiner früheren Beliebtheit.
Bianca und Bianka werden getrennt gezählt. Die Zahlen stammen aus Knud Bielefelds Namenssammlung und sind keine vollständige amtliche Zählung.
Quellen und Datenstand
- Behind the Name: italienische Form und Literaturgeschichte
- Behind the Name: gemeinsame Wortfamilie mit Blanche
- Royal Shakespeare Company: Bianca im Widerspenstigen Zähmung
- Royal Shakespeare Company: Bianca und das Taschentuch in Othello
- Offizielle Deutsche Charts: Freddy Brecks „Bianca“
- Historische deutsche Vornamenhitliste 1973
- Langfristiger Verlauf und gesonderte Bianka-Zahlen
- Erstnamenschätzung 2010 bis 2025
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