Belina klingt neu, steht aber schon in einer englischen Quelle aus dem Jahr 1221. Eine Frau dieses Namens wird darin als Tochter Isaacs erwähnt. Woher der Vorname ursprünglich kommt, beantworten heutige Namensverzeichnisse unterschiedlich: Einige verbinden ihn mit Elisabeth, andere mit dem italienischen bella.
Wenn euch Belina in unserer Babynamenliste von A bis Z aufgefallen ist, begegnet euch der Name noch an einem anderen Ort: auf der Bühne. Eine Sängerin wählte Belina im 20. Jahrhundert als Künstlernamen und trat damit international auf.
Belina auf einen Blick
Belina wird als eigenständiger Mädchenname vergeben; seine genaue Herleitung ist umstritten.
| Herkunft | Mögliche Verbindung zu Elisabeth/Isabel oder zum italienischen bella |
| Bedeutung | Je nach gewählter Herleitung unterschiedlich; keine für alle Belinas gesicherte Übersetzung |
| Aussprache | Im Deutschen häufig Be-LI-na, drei Silben |
| Verbreitung | In Deutschland als erster Vorname selten |
Elisabeth oder bella: Was bedeutet Belina?
Ein Vornamenlexikon führt Belina zusammen mit Bele als Kurzform von Elisabeth. Auch über Isabel könnte die Verbindung zu Elisabeth führen. In diesem Fall reicht Belinas Geschichte bis zu einem alten hebräischen Namen, der häufig mit Gott und einem Schwur in Verbindung gebracht wird. Ob Belina tatsächlich über diesen Weg entstanden ist, bleibt offen.
Daneben gibt es die Vermutung, Belina hänge mit italienisch bella, „schön“, zusammen. In einem Verzeichnis jüdischer Vornamen aus Familien mit Wurzeln in Spanien und Portugal steht Belina tatsächlich als italienische Koseform von Bella. Als Beleg nennt es eine Sammlung alter Heiratsverträge. Dort gehört Belina also zur Bella-Familie. Ob auch andere Familien ihren Namen so gebildet haben, wissen wir nicht. Die mögliche Verbindung zu Elisabeth bleibt ebenfalls bestehen.
Eine Belina in einer Urkunde von 1221
Eine wissenschaftliche Sammlung zu jüdischen Frauen im mittelalterlichen England weist Belina ausdrücklich in einer Quelle von 1221 nach. Im Eintrag erscheint sie als Tochter eines Mannes namens Isaac aus dem englischen Cambridge; die Quelle überliefert neben „Belina“ auch die Form „Belya“. Schon vor mehr als 800 Jahren trug also eine wirkliche Frau diesen Namen, der heute so neu klingen kann.
Aus einem einzigen historischen Eintrag lässt sich weder ablesen, wie häufig Belina damals war, noch ob diese Frau ihren Namen über Elisabeth oder Bella erhielt. Die Urkunde verrät uns ihren Namen, aber nicht, was ihre Familie mit ihm verband.
Belina auf der Bühne
Auch die Sängerin Lea-Nina Rodzynek trat als Belina auf. Die polnisch-jüdische Künstlerin wurde 1925 geboren und sang nach dem Zweiten Weltkrieg Folklore und Chansons in vielen Sprachen. In den Sechzigerjahren ging sie mit dem Gitarristen Siegfried Behrend auf Reisen. Sie sang in 17 Sprachen, darunter Jiddisch, und trat nach Angaben des Polnischen Instituts in mehr als 120 Ländern auf. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs setzte sie mit ihrer Musik auf Verständigung.
Belina hieß die Musikerin auf der Bühne, nicht von Geburt an. Ihr Leben wurde später selbst zum Filmstoff: 2021 erschien der Dokumentarfilm Belina – Music for Peace.
Wie selten ist Belina in Deutschland?
Für die Geburtsjahrgänge 2010 bis 2025 verzeichnet Knud Bielefeld ungefähr 40 Vergaben als ersten Vornamen. Das zeigt die Größenordnung: Belina ist hierzulande ein seltener Eintrag. Gezählt wird der eingetragene Erstname in einer Auswertung von Geburtsmeldungen; wie oft Belina als familiäre Anrede für einen längeren Namen verwendet wird, lässt sich daraus nicht bestimmen.
Im Deutschen klingt Belina meist dreisilbig mit der Betonung auf „li“. Die ähnlich aussehenden Namen Bellina mit zwei l und Belinda sollte man beim Suchen nach Namenszahlen auseinanderhalten. Bei Belina stehen sich zwei nachvollziehbare Herleitungen gegenüber; sicher wissen wir, dass Frauen den Namen schon im Mittelalter trugen.
Quellen und Datenstand
- Vornamenlexikon: Bele und Belina als Elisabeth-Kurzformen
- Baby-Vornamen: weitere Herleitung und Aussprache
- Sephardic Given Names: Belina und Bella im italienischen Gebrauch
- Medieval Anglo-Jewish Women: Quellenbeleg von 1221
- Polnisches Institut: Sängerin Belina
- Knud Bielefeld: alternative Wortspur und Vergaben 2010–2025
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