Benjamin bekam in der Bibel gleich zwei Namen. Seine Mutter Rahel nannte ihn zunächst Ben-Oni, sein Vater Jakob entschied sich für Benjamin. Hinter dem vertrauten Jungennamen steckt damit eine alte Familiengeschichte, die von einer Geburt und einem schweren Verlust erzählt.
Heute kennt ihr Benjamin vielleicht aus der Familie, aus der Schule oder aus dem Kinderzimmer. In unserer Babynamenliste von A bis Z hat die lange Form ebenso ihren Platz wie der kurze Ben.
Benjamin auf einen Blick
Benjamin kommt aus dem Hebräischen. Der Name bedeutet „Sohn der rechten Hand“ oder „Sohn des Südens“.
| Herkunft | Hebräisch; über den biblischen Namen Binyamin verbreitet |
| Bedeutung | „Sohn der rechten Hand“ oder „Sohn des Südens“; „Glückssohn“ als sinngemäße Lesart |
| Aussprache | Im Deutschen meist Ben-ja-min, drei Silben |
| Formen | Binyamin, Beniamino, Benjamim; Ben als mögliche Kurzform |
| Namenstag | Zum Beispiel 19. Dezember nach dem biblischen Benjamin |
Was hat die rechte Hand mit dem Süden zu tun?
In Benjamin stecken die hebräischen Wörter ben für „Sohn“ und jamin für „rechte Hand“ oder „Süden“.
Der Zusammenhang ist leicht vorstellbar: Wenn ihr nach Osten schaut, liegt der Süden auf eurer rechten Seite. Deshalb passen die beiden Bedeutungen zusammen. „Glückssohn“ ist eine freiere Deutung des Namens.
Auch „jüngster Sohn“ wird häufig genannt. Das kommt aus der biblischen Geschichte: Benjamin ist der jüngste von Jakobs zwölf Söhnen. Die Wörter im Namen bedeuten es nicht wörtlich.
Rahel nennt ihn Ben-Oni, Jakob nennt ihn Benjamin
Die Geschichte steht im 35. Kapitel der Genesis. Rahel bringt ihren Sohn auf dem Weg nach Efrata zur Welt, dem späteren Betlehem.
Die Geburt ist schwer, und Rahel stirbt. Vor ihrem Tod nennt sie das Kind Ben-Oni. Die BasisBibel erklärt diesen Namen als „Schmerzenskind“. Jakob gibt dem Jungen stattdessen den Namen Benjamin.
Josef ist sein älterer Bruder; beide haben Rahel zur Mutter. Später wird Benjamin auch zum Namen eines israelitischen Stammes. In Genesis 46 werden schließlich Benjamins eigene Söhne aufgezählt. Der erste heißt Bela.
Ben, Benni oder Benjamin
Benjamin hat im Deutschen drei Silben. Daraus lassen sich mehrere kurze Anreden machen.
Ben, Benni, Benny und Benji gehören zu den vertrauten Formen. In Italien heißt der Name Beniamino, in Portugal Benjamim. Binyamin steht der hebräischen Schreibweise näher. Im Englischen hört ihr bei Benjamin ungefähr „Ben-dscha-min“, im Französischen „Bän-scha-mäng“.
Bekannte Namensträger sind der amerikanische Gründervater Benjamin Franklin und der englische Komponist Benjamin Britten. Für viele Familien gehört aber auch ein Elefant dazu: Benjamin Blümchen und sein Freund Otto machen den Namen auch im Kinderzimmer vertraut.
Ein Name für mehrere Generationen
Benjamin war in Deutschland schon im 17. und 18. Jahrhundert verbreitet. Ab den 1970er-Jahren wurde er erneut häufiger gewählt.
Knud Bielefeld schätzt für die Geburtsjahrgänge 2010 bis 2025 ungefähr 24.000 Vergaben als ersten Vornamen. Die eigenständige Kurzform Ben war in diesen Jahren deutlich häufiger. Ein Benjamin, der im Alltag Ben gerufen wird, bleibt in der Statistik trotzdem ein Benjamin.
Die Zahl stammt aus Knud Bielefelds Namenssammlung und ist keine vollständige amtliche Zählung. Gezählt wird der eingetragene erste Vorname.
Wenn ihr einen Namenstag feiern möchtet, ist der 19. Dezember ein möglicher Termin. Er erinnert an den biblischen Benjamin, mit dessen Familiengeschichte der Name begann.
Quellen und Datenstand
- Deutsche Bibelgesellschaft: Genesis 35, Rahel, Ben-Oni und Benjamin
- Deutsche Bibelgesellschaft: Bela als Sohn Benjamins
- Gesellschaft für deutsche Sprache: Bedeutung und deutsche Geschichte
- Behind the Name: Formen und Aussprache in anderen Sprachen
- Knud Bielefeld: Benjamin als erster Vorname 2010–2025, Stand September 2026
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