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Bela: Bedeutung, Herkunft und Beliebtheit des Vornamens

Bela: Bedeutung, Herkunft und Beliebtheit des Vornamens

Béla Bartók zog mit einem frühen Aufnahmegerät los und sammelte Lieder, die er unterwegs hörte. Vier ungarische Könige trugen denselben Vornamen. Bei uns schreiben viele Familien ihn Bela ohne Akzent – und auch in der Bibel gibt es einen Bela.

Der kurze Jungenname steckt voller Geschichten. In unserer Babynamenliste von A bis Z findet ihr ihn unter Bela. Der Akzent in Béla verrät die ungarische Schreibweise; Bella mit zwei l ist dagegen ein anderer Name.

Bela auf einen Blick

Bela wird bei uns häufig als Form des ungarischen Béla gewählt. Woher dieser Name ursprünglich kommt, ist nicht sicher geklärt.

HerkunftHäufig ungarisch Béla; daneben biblischer Bela als eigenständiger Beleg
BedeutungFür das ungarische Béla nicht sicher geklärt
AusspracheUngarisch erste Silbe betont, langer e-Laut; deutsch meist Be-la
SchreibweisenBela ohne Akzent und ungarisch Béla; Bella mit zwei l ist ein anderer Name
NamenstagIn ungarischen Kalendern unter anderem 23. April

Was bedeutet Bela?

Eine eindeutige Übersetzung gibt es für das ungarische Béla bisher nicht.

Eine Erklärung verbindet den Namen mit dem alten slawischen Wort für „weiß“. Eine andere führt zum ungarischen bél. Das heißt allerdings „Innerei“ oder „Darm“. Die oft genannte Bedeutung „Herz“ oder „Seele“ klingt zwar schöner, ist als direkte Übersetzung aber nicht gesichert.

Wenn ihr Bela mögt, müsst ihr euch also nicht auf eine dieser Bedeutungen festlegen. Seine ungarische Geschichte ist auch ohne eindeutige Übersetzung lang: Vier Könige hießen Béla. Besonders deutliche Spuren hat Béla IV. hinterlassen.

Ein König baut wieder auf

Nach dem Mongolenangriff von 1241 und 1242 ließ Béla IV. gegenüber dem zerstörten Pest eine befestigte Stadt anlegen.

Sie entstand auf einem Hügel am anderen Donauufer, dem heutigen Budapester Burgberg. Steinerne Mauern umgaben die Siedlung. Reste einer Mauer und eines Turms aus seiner Zeit wurden später im Hof des ungarischen Militärhistorischen Museums ausgegraben. Wer den Namen mit der ungarischen Geschichte verbindet, kann dort noch etwas davon sehen.

Mit Aufnahmegerät und Schlagzeug

Auch in der Musik ist Béla bekannt: durch den Komponisten Bartók und bei uns durch Bela B von Die Ärzte.

Béla Bartók hörte Menschen beim Singen zu, schrieb ihre Melodien auf und nahm einen Teil davon auf Walzen auf. Diese Walzen waren die Tonträger seines Aufnahmegeräts. Seine Reisen führten ihn 1913 nach Algerien und 1936 in die Türkei. Rund 10.000 Melodien gehörten schließlich zu seiner Sammlung. Er komponierte also selbst und bewahrte zugleich Lieder, die andere Menschen sangen.

Bei Bela B führt der Name zum Kino: Der Musiker wählte ihn nach dem Dracula-Darsteller Bela Lugosi, den er schon als Kind verehrte. Bela ist bei ihm ein Künstlername.

Bela, Béla und der Name aus der Bibel

Im Ungarischen trägt Béla einen Akzent auf dem e. Er kennzeichnet einen langen e-Laut; betont wird die erste Silbe.

In Deutschland ist die Schreibweise ohne Akzent häufiger. Knud Bielefeld schätzt für Bela ungefähr 5.500 Vergaben als ersten Vornamen in den Geburtsjahrgängen 2010 bis 2025. Für Béla nennt seine Übersicht seit 2010 rund 500 Vergaben. Den ungarischen Namenstag könnt ihr am 23. April feiern.

Bela und Béla werden in der Auswertung getrennt gezählt. Die Zahlen stammen aus Knud Bielefelds Namenssammlung und sind keine vollständige amtliche Zählung.

Ein Bela steht auch in Genesis 46: Er ist ein Sohn Benjamins und damit ein Enkel Jakobs. Diese biblische Geschichte gehört zum hebräischen Namen. Sie erklärt nicht die Herkunft des ungarischen Béla, auch wenn beide heute ohne Akzent gleich aussehen.

Quellen und Datenstand


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