Sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel während einer Schwangerschaft?

Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft
Bild: © Ольга Тернавская / Fotolia

Während der Schwangerschaft hat der Körper einen erhöhten Energiebedarf und braucht vermehrt verschiedene Nährstoffe. Aus diesem Grund werden aus allen Richtungen Zusatz- und Vitaminpräparate angeboten. Es sind entweder Einzel- oder Kombipräparate erhältlich.

Doch welche Nahrungsergänzungsmittel sind tatsächlich in der Schwangerschaft notwendig und wirklich förderlich? Und welche Präparate sind umstritten oder sogar überflüssig? Welche Folgen treten außerdem auf, wenn man notwendige Ergänzungen nicht einnimmt? Im Folgenden klären wir diese Fragen für euch, und geben Hinweise, worauf Schwangere bei der Einnahme solcher Zusatzpräparate achten sollten.

Welche Nahrungsergänzungsmittel sind notwendig?

In der Schwangerschaft benötigt der Körper mehr Folsäure. Besonders in der Frühschwangerschaft ist Folsäure unverzichtbar. Wer einen Kinderwunsch hat, sollte die Ergänzung schon vor der Schwangerschaft einnehmen. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 400 Mikrogramm Folsäure. Des Weiteren brauchen Schwangere 20 Prozent mehr Jod als nicht schwangere Frauen. Deswegen ist jodiertes Salz in der Ernährung von Bedeutung. Zusätzlich deckt man mit 100-150 Mikrogramm Jod seinen täglichen Bedarf ab.

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Folsäure und Jod stellen die wichtigsten und notwendigen Nahrungsergänzungsmittel dar. Als Einzelpräparat oder Kombipräparat (Jod und Folsäure) sind diese Substanzen erhältlich und können auch bequem online bestellt werden. Andere Ergänzungen sind bei ausgewogener Ernährung für Schwangere normalerweise optional einzunehmen oder sind sogar überflüssig.

Umstrittene Ergänzungen

Zu den umstrittenen Ergänzungen zählen Fischöl (Omega-3-Fettsäuren) und Vitamin D. In mehreren Studien wurde bewiesen, dass Fischöl das Risiko von Frühgeburten minimieren soll. Außerdem zeigten mehrere Untersuchungen, dass dank Fischöl das Risiko für Allergien beim Kind gesenkt und die kindliche Entwicklung verbessert wird. Die Vorteile von Fischöl sind aber trotzdem nicht vollständig nachgewiesen. Deswegen sollten Schwangere stattdessen lieber 2 Mal in der Woche Fisch zu sich nehmen. Nur wer keinen Fisch mag, kann sich mit Fischöl-Kapseln behelfen – wobei diese niedrig dosiert eingenommen werden.

Wenn sich Schwangere genügend dem Sonnenlicht aussetzen, dann brauchen sie keine Ergänzungen mit Vitamin-D. In den Wintermonaten hingegen ist eine Vitamin-D Zufuhr empfehlenswert. Vitamin-D ist in Tropfenform erhältlich.

Überflüssige Ergänzungen

Neben den notwendigen und optionalen Nahrungsmittelergänzungen gibt es auch Vitaminpräparate, die eigentlich vollkommen überflüssig sind. Gesunde Frauen brauchen in der Schwangerschaft zusätzlich Jod, Folsäure – und sowie je nach Bedarf – Omega-3-Fettsäuren und Vitamin-D. Alle anderen Ergänzungen sind im Normalfall nicht notwendig.

Eisen, Magnesium, Vitamin B und andere Vitaminpräparate, brauchen gesunde Schwangere nicht. Zwar benötigt eine schwangere Frau 50 Prozent mehr Eisen, aber der Körper passt sich der Situation an. Das heißt, dass das Eisen besser aus der Nahrung aufgenommen wird. Somit sind Eisentabletten normalerweise nicht notwendig.

Nur bei bekannten Erkrankungen oder einem Mangel ist die Einnahme notwendig. Oft nehmen schwangere Frauen Vitaminpräparate in einer hohen Dosierung ein. Welche negativen Auswirkungen daraus entstehen können, ist nicht genügend erforscht. Vitamin-A ist aber beispielsweise in hohen Dosen bedenklich, weil es letztlich zu Fehlbildungen des Nachwuchses führen kann.

Die richtige Einnahme

Schwangere müssen bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln darauf achten, dass sie möglichst exakt die empfohlene Tagesdosis zu sich nehmen. Eine zu geringe oder zu hohe Dosierung sollte tunlichst vermieden werden.

Vitaminpräparate wie Multivitaminpräparate enthalten zahlreiche Vitamine, die bei einer Überdosierung eher schaden als helfen können.

Bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wird Schwangeren Blut abgenommen, sodass der Arzt bei vorhandenem Vitaminmangel Präparate verschreibt. Deswegen sollte man nicht wahllos Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sondern den Arzt konsultieren.

Folgen bei Nichteinnahme

Wenn es schwangeren Frauen an wichtigen Nährstoffen und Vitaminen fehlt, dann kann sich das schlimmstenfalls negativ auf die gesamte Schwangerschaft – und somit auf das Baby – auswirken. Werden notwendige Nahrungsergänzungsmittel nicht eingenommen, sind unterschiedliche Folgen für das Kind möglich.

Wenn in der Schwangerschaft nicht genügend Folsäure dem Körper zugeführt wird, so kann ein Neuralrohrdefekt beim Kind auftreten. Dabei ist das Zentralnervensystem fehlgebildet, sodass das Neuralrohr mangelhaft verschlossen ist. Die Folgen sind Fehlbildungen. Möglich wären ein offener Rücken, ein nicht vollständig ausgebildeter Schädel oder Schäden am Gehirn. Im schlimmsten Fall bedeutet ein Neuralrohrdefekt den Tot des Babys.

Darüber hinaus ist eine ausreichende Zufuhr an Jod sehr wichtig. Bei akutem Jodmangel besteht ebenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Abort (Fehlgeburt) oder zu Fehlbildungen kommen kann.

Keine Präparate ohne ärztlichen Rat

Damit eine schwangere Frau mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen ausreichend versorgt ist, sie sehr auf eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung achten.

Notwendige Nahrungsergänzungsmittel sind Jod und Folsäure, die für eine gesunde Entwicklung des Kindes absolut förderlich und notwendig sind. Optional können auch Omega-3-Fettsäuren und Vitamin-D eingenommen werden. Andere Vitaminpräparate sind im Normalfall nicht notwendig. Nur wenn bestimmte Mängel oder Erkrankungen bekannt sind, ist eine Einnahme mit Absprache des Frauenarztes zu empfehlen. Somit ist gewährleistet, dass eine Schwangerschaft gut und entspannt verläuft.


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