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Figur nach der Geburt: Was sich verändert

Figur nach der Geburt: Was sich verändert

Du möchtest nach der Geburt wieder in deine Kleidung passen und dich mit deiner Figur wohlfühlen? Dabei hilft es zu wissen, was sich von selbst zurückbildet und was du mit Bewegung und Ernährung beeinflussen kannst. Bauch, Brust und Muskulatur verändern sich in unterschiedlichem Tempo. Hier findest du Orientierung und praktische Schritte, die zu deiner Erholung nach der Schwangerschaft passen.

Mit einem Baby sind Zeit und Kraft oft knapp, erst recht nach unterbrochenen Nächten. Ein langer Trainingsplan geht dann schnell am Alltag vorbei. Kurze Übungen und kleine Veränderungen lassen sich häufig leichter unterbringen. Im Wochenbett haben zunächst Heilung, regelmäßiges Essen und Erholung Vorrang.

Warum ist der Bauch noch rund?

Der Bauch nach der Geburt besteht nicht einfach aus „übrigen Kilos“. Die noch vergrößerte Gebärmutter, gedehnte Haut und geschwächte Bauchmuskeln tragen ebenfalls zu seiner Form bei.

Die Gebärmutter erreicht nach etwa sechs bis acht Wochen annähernd wieder ihre frühere Größe. Haut, Bindegewebe und Muskulatur brauchen länger. Deshalb kann der Bauch auch dann noch weich oder vorgewölbt sein, wenn dein Gewicht bereits gesunken ist. Bauchübungen können Muskeln kräftigen; sie machen gedehnte Haut aber nicht automatisch wieder straff.

In der Schwangerschaft weichen außerdem die beiden geraden Bauchmuskeln auseinander. Bleibt zwischen ihnen ein größerer Abstand, heißt das Rektusdiastase. Zeigt sich nach den ersten Wochen weiterhin eine deutliche Vorwölbung in der Bauchmitte, fühlt sich dein Bauch instabil an oder hast du Schmerzen, lass das ärztlich oder physiotherapeutisch anschauen. Dann können die Übungen gezielt zu deinem Bauch passen.

Ein flacher Bauch hängt von mehreren Dingen ab. Weniger Gewicht, kräftigere Muskeln und die Rückbildung gedehnten Gewebes sind unterschiedliche Vorgänge – und laufen nicht gleichzeitig ab.

Wie lange braucht die Erholung?

Die ersten sechs bis acht Wochen sind eine wichtige Heilungsphase. Sie sind keine Frist, bis zu der deine frühere Figur zurück sein sollte.

Diese Zeiträume helfen bei der Orientierung:

  • In den ersten Tagen und Wochen: Ruhe und Entlastung stehen im Vordergrund. Nach einer unkomplizierten Geburt sind kurze Wege und erste sanfte Übungen möglich, sobald du dich dazu bereit fühlst.
  • Etwa nach sechs bis acht Wochen: Häufig beginnt jetzt ein Rückbildungskurs. Dort lernst du, Beckenboden, Bauch und Rücken wieder gezielt einzusetzen. Nach Kaiserschnitt, Geburtsverletzungen oder Komplikationen kann ein späterer Beginn sinnvoll sein; besprich den Zeitpunkt mit deiner Hebamme oder Arztpraxis.
  • In den folgenden Monaten: Kraft und Ausdauer lassen sich allmählich aufbauen. Der Beckenboden braucht länger als das Wochenbett, um wieder belastbar zu werden. Auch nach einem Rückbildungskurs lohnt sich regelmäßiges Üben.

Joggen, Sprünge und intensives Training gehören erst in eine spätere Phase. Für die ersten zwölf Wochen empfiehlt der irische Gesundheitsdienst HSE, auf solche Belastungen zu verzichten. Danach zählt, wie gut du dich erholt hast: Ein Datum allein zeigt nicht, ob dein Beckenboden die Belastung schon tragen kann.

Welche Übungen helfen beim Einstieg?

Am Anfang geht es um Atmung, sanfte Muskelspannung und vollständiges Loslassen. Dafür brauchst du keine Geräte und kein langes Training.

Der Beckenboden ist eine Muskelschicht, die unter anderem Blase und Gebärmutter stützt. Schwangerschaft und Geburt beanspruchen ihn stark. Lass dir möglichst von deiner Hebamme zeigen, welche der Übungen jetzt zu dir passen. Das ist besonders nach Kaiserschnitt, stärkeren Geburtsverletzungen oder einer Geburt mit Saugglocke oder Zange wichtig.

Wenn Anspannen oder Loslassen schmerzt oder kaum gelingt, lass dir von deiner Hebamme oder einer spezialisierten Physiotherapie helfen. Gemeinsam könnt ihr herausfinden, woran es liegt und welche Übung dir weiterhilft.

1. Ruhig atmen und den Bauch entspannen

Setz dich bequem mit gestütztem Rücken hin oder leg dich in eine angenehme Position. Lege eine Hand locker auf den Bauch. Atme ruhig ein und spüre, wie sich die Bauchdecke leicht hebt. Lass die Luft langsam wieder ausströmen, zum Beispiel auf ein leises „Pfff“. Der Bauch darf dabei von selbst sinken. Einige ruhige Atemzüge reichen für den Anfang; ziehe den Bauch nicht mit Kraft ein.

2. Den Beckenboden sanft anspannen und lösen

Besprich den Beginn mit deiner Hebamme und übe zunächst im Liegen oder bequemen Sitzen. Stell dir vor, du möchtest gleichzeitig einen Wind und Urin zurückhalten: Schließe sanft um After und Scheide und ziehe die Muskulatur leicht nach innen oben. Atme dabei weiter. Halte die Spannung nur so lange, wie das mühelos gelingt, und lass anschließend vollständig locker.

Wiederhole das zunächst wenige Male mit einer Pause dazwischen. Mit zunehmender Kraft kannst du die Haltezeit nach und nach bis auf zehn Sekunden verlängern. Gesäß und Oberschenkel bleiben möglichst entspannt. Die Vorstellung vom Zurückhalten hilft beim Finden der Muskeln – übe aber nicht, indem du beim Wasserlassen den Strahl unterbrichst.

3. Später die tiefe Bauchmuskulatur aktivieren

Diese Übung ist für den weiteren Aufbau gedacht. Besprich bei der Nachuntersuchung um die sechste bis achte Woche, ob du damit beginnen kannst.

Setz dich aufrecht und bequem hin. Ziehe den unteren Bauch unterhalb des Nabels sanft nach innen, als würdest du ein enges Hosenbündchen schließen. Atme ruhig weiter und halte die Spannung zunächst kurz. Löse sie wieder vollständig. Wiederhole die Bewegung einige Male, ohne zu pressen oder die Luft anzuhalten. Bei einer Vorwölbung in der Bauchmitte lass die Ausführung prüfen.

Eine Übung sollte weder Schmerzen noch Druck nach unten auslösen. Verlierst du dabei Urin, wölbt sich der Bauch deutlich auf oder nehmen Beschwerden zu, unterbrich sie. Eine Hebamme, Frauenarztpraxis oder Physiotherapie mit Schwerpunkt Beckenboden kann dir helfen, Belastung und Technik anzupassen.

Was hilft im Alltag mit Baby?

Auch kurze Wege und ein schonender Umgang mit deinem Körper unterstützen den Wiedereinstieg. Der Alltag bietet dafür Möglichkeiten, ohne jede freie Minute zum Training zu machen.

Diese Schritte lassen sich nach und nach ausprobieren:

  • Mit wenigen Gehminuten beginnen: Wähle anfangs eine kurze, ebene Strecke in der Nähe. Wenn sie sich auch danach gut anfühlt, kannst du die nächste Runde etwas verlängern. Ein langer Spaziergang ist kein notwendiger Startpunkt.
  • Über die Seite aufstehen: Drehe dich im Bett zunächst auf die Seite, führe die Beine über die Bettkante und drücke dich mit den Armen hoch. So vermeidest du, dich wie bei einem Sit-up aufzurichten.
  • Lasten nah am Körper halten: Nimm dein Baby zum Hochheben dicht an dich heran. Lass Einkaufstaschen, Wäschekörbe oder die schwere Babyschale möglichst von jemand anderem tragen, solange du dich erholst.
  • Beim Füttern abstützen: Stütze Rücken und Arme mit Kissen und bring dein Baby zu dir, statt dich lange zu ihm hinunterzubeugen. Ein passender Sitzplatz entlastet Rücken und Schultern.

Nach einer unruhigen Nacht kann eine kleinere Runde besser passen als die geplante Steigerung. Wenn es dein Alltag zulässt, verknüpfe eine kurze Übung mit einem festen Moment, etwa nach dem Zähneputzen. So bleibt sie leichter im Gedächtnis, ohne dass du auf eine lange freie Stunde warten musst.

Wie verändert sich die Brust?

Die Brust kann nach einer Schwangerschaft größer, kleiner oder weicher sein als vorher. Das liegt nicht allein am Stillen: Ihre Veränderung beginnt schon während der Schwangerschaft.

Unter dem Einfluss der Hormone wächst das Gewebe, das später die Milch bildet. Dadurch wird die Brust häufig voller. Auch Brustwarzen und Warzenhöfe können größer und dunkler werden. Diese Entwicklung findet unabhängig davon statt, ob du nach der Geburt stillen möchtest.

Nach dem Abstillen bildet sich das milchbildende Gewebe wieder zurück. Die Brust kann dadurch an Fülle verlieren und sich weicher anfühlen. Wie ihre Form danach aussieht, hängt auch von Gewichtsveränderungen und der Beschaffenheit von Haut und Bindegewebe ab. Das Gewebe verändert sich nach dem Abstillen noch eine Zeit lang weiter. Der erste Blick in den Spiegel zeigt deshalb nicht unbedingt, wie deine Brust auf Dauer aussehen wird.

Was hilft bei gedehnter Haut?

Schwangerschaftsstreifen verblassen meist mit der Zeit, verschwinden aber oft nicht vollständig. Cremes und Öle können die Haut pflegen, die Streifen jedoch nicht zuverlässig entfernen.

Auch lockere Haut am Bauch lässt sich mit Training nicht gezielt „wegtrainieren“. Bewegung kräftigt die Muskeln darunter und kann dein Körpergefühl verbessern. Wie weit sich die Haut zurückzieht, ist individuell. Die Versprechen einer schnellen Straffung durch ein bestimmtes Produkt gehen deshalb oft weiter, als die Belege tragen. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag über Schwangerschaftsstreifen.

Wie kannst du wieder abnehmen?

Wenn du nach der Geburt Gewicht verlieren möchtest, helfen auf Dauer vor allem passende Essgewohnheiten und allmählich mehr Bewegung. Direkt nach der Geburt braucht dein Körper zunächst ausreichend Energie und Nährstoffe für die Erholung.

Im Babyalltag ist regelmäßiges Essen manchmal die erste Hürde. Halte einfache Mahlzeiten bereit, die satt machen: zum Beispiel Haferflocken mit Joghurt und Obst, Vollkornbrot mit Ei oder eine Portion vorgekochte Suppe. Tiefkühlgemüse und eingefrorene Portionen sparen Arbeit. Wer Unterstützung anbietet, kann auch einmal für dich mitkochen oder einkaufen.

Stillen erhöht den Energiebedarf, führt aber nicht bei jeder Frau automatisch zum Abnehmen. Eine strenge Diät oder ausgelassene Mahlzeiten sind deshalb kein guter Ausgleich, wenn sich auf der Waage wenig tut. Sobald du dich erholt hast, kannst du Ernährung und Bewegung schrittweise verändern. Unser Beitrag zum Abnehmen in der Stillzeit erklärt das ausführlicher.

Auch beim früheren Gewicht kann deine Figur anders aussehen als vor der Schwangerschaft. Wenn dir die alte Jeans noch nicht passt, zeigt das allein nicht, dass du mehr abnehmen müsstest.

Wenn du nach der Geburt wieder zu deiner Wunschfigur finden möchtest, ist das ein verständlicher Wunsch. Gib dir und deinem Körper dafür Zeit und gehe Veränderungen Schritt für Schritt an – in einem Tempo, das zu deiner Erholung und deinem Alltag mit Baby passt.

Eine persönliche Erfahrung im Video

Im folgenden Video berichtet Masha 2023 über ihren Körper nach der Geburt. Ihre Erfahrung ist persönlich und gibt keinen Zeitplan dafür vor, wie sich dein Körper entwickeln sollte.

So lernst du, deinen After Baby Body zu lieben

Video wird nach deiner Zustimmung geladen.

Influencerin Masha nahm in ihrer Schwangerschaft 30 Kilogramm zu. Fünf Monate nach der Geburt berichtete sie 2023 darüber, wie sie die Veränderungen ihres Körpers erlebt und welche Rolle ihr Mann David dabei spielt.

Häufige Fragen


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Jacqueline Esser
Wer hat’s geschrieben?

Jacqueline Esser

Mutter, Erzieherin, Autorin

Jacqueline ist Fachwirtin für Kita- und Hortmanagement, Inklusions- und Integrations-Pädagogin, Fachkraft für U3 Betreuung und staatlich anerkannte Erzieherin. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihr Wissen und ihre Erfahrung schöpft sie also aus beruflichen und privaten Herausforderungen. Das macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.
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