Wenn man an einen Urlaub in Deutschland denkt, kommt einem leider sehr häufig das Wetter in den Sinn. Wetterunsicherheit und mangelnde Kinderfreundlichkeit sind oft die Gründe, warum sich Deutsche für einen Auslandsurlaub entscheiden. Viele versuchen ihr Glück dann mit relativ nahe gelegenen Reisezielen in Europa. Da wären die Niederlande, Österreich und Italien. Aber auch dort kann das Wetter noch die Reiselaune verderben. Jedoch die Wahrscheinlichkeit, in einer kinderfreundlichen Umgebung anzukommen, ist relativ groß – und das ist schon viel wert.

Fernreisen mit Kindern kann spannend sein

Spannend kann es auch sein, den Urlaub mit Kindern als Fernreise zu planen. Wobei man hier ganz speziell darauf achten sollte, dass ein Reiseziel auch zur Altersgruppe der Kinder passt. Es gibt schlicht Ferienparadiese, welche für Erwachsene geradezu geschaffen sind, für Kinder jedoch die pure Langeweile versprechen. Auch sind allzu abenteuerliche Reisen, auf denen man mitunter auf grundlegendste Dinge verzichten muss, eher noch nicht für kleinere Kinder geeignet.

Reisen in die USA

So können die USA ein Paradies für Kinder sein, aber auch dort sollte man berücksichtigen, welche Art von Urlaub zu welchem Alter der Kinder passt. Während es für Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren normalerweise eine Qual ist, eine Großstadt wie New York City mit allen Facetten anzuschauen, könnten sich 17-Jährige möglicherweise in den Nationalparks zu Tode langweilen. Dort wiederum wären kleinere Kinder kaum noch zu bremsen. Die großen Vergnügungsparks in den Staaten, wie Disneyworld und Sea-World bieten dann schon eher für alle Alterskategorien Unterhaltung und (Ent-)Spannung. 

Bild von Faaike auf Pixabay

Überhaupt sind die USA ein sehr kinderfreundliches Land, wenn auch ein Urlaub dort verhältnismäßig teuer ist. Die Anreise mit dem Flugzeug, die Wartezeiten beim Einchecken (usw.), können zugegebenermaßen stressig sein. Vor Ort ist dann jedoch alles ganz einfach. In den Restaurants gibt es Kinderstühle und Kindermenüs, und in den Motels und Hotels gibt es oft ein extra Kinderbett ganz ohne Aufpreis. In den Vereinigten Staaten sind es tatsächlich die vielen Kleinigkeiten, die insgesamt ein echtes Wohlfühl-Klima für reisende Familien aufkommen lassen.

Darf es etwas exotischer sein?

Das Schöne an Fernreisen mit (kleinen) Kindern ist, dass gerade auch wirklich schon die Kleinsten in exotischen Gefilden aus dem Staunen kaum mehr rauskommen. Plötzlich gibt es Affen, Elefanten und andere exotische Tiere nicht mehr nur im Bilderbuch (oder im Zoo), sondern sie laufen einem in freier Wildbahn einfach mal über den Weg. Komisches Essen, lustige Sprachen. Alles ist plötzlich ganz anders – und spannend. Natürlich ist aber bei der Vorbereitung auch wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, wo es sicher genug ist, um mit Kindern hinzureisen. Wo könnte man zum Beispiel auf giftige Tiere (Skorpione, Schlangen, Spinnen) treffen? Wo zieht man die Grenzen?

Reisen nach Südostasien

Sri Lanka z.B. ist ein einfaches Reiseland – viel aufgeräumter als Indien, wenn auch etwas teurer – und die Menschen sind sehr (kinder-) freundlich. Das macht das Reisen mit Kindern in Sri Lanka im Allgemeinen sicher und problemlos. Allerdings zeigen die Sri-Lanker kulturell bedingt wenig Abstand und Zurückhaltung, wenn es um Kinder geht. Es ist nicht so, dass Kinder auf der Straße einfach angefasst werden, aber im Hotel kann es schon passieren, dass die Angestellten nach ein paar Tagen mit den Kindern „kuscheln“ wollen, wovor man die Kinder im Voraus warnen sollte. An manchen Orten auf der Welt verschwimmen schlicht auch kulturelle Unterschiede zu vollkommen unvorhersehbaren Situationen. Man sollte sich auf solche Dinge bestmöglich vorbereiten. Auch die Kinder müssen wissen, wie sie sich zu verhalten haben, um dankend (aber deutlich) abzulehnen. Man wird es ihnen nicht übel nehmen.

Foto von Greg Montani, frei verfügbar auf Pixabay 

Im Sommer, wenn unsere Kinder Ferien haben, ist Indien als Reiseziel nicht wirklich anziehend, da es dort zu dieser Zeit brütend heiß ist – und auch viel zu chaotisch. Sri Lanka funktioniert da mit seinen durchschnittlichen 30 – 32 Grad Tageshöchstwerten viel besser. Bali, Thailand und Malaysia sind im Sommer, so wie Sri Lanka, interessante Reiseziele. Wobei im Fall von Thailand und auch Malaysia wichtig ist, den Teil des Landes auszuwählen, der nicht gerade vom Monsun heimgesucht wird. 

Reisen nach Mittelamerika

Mittelamerikanische Länder, wie Costa Rica (der Drehplatz von „Jurassic Park“), Panama oder Kuba sind auch prächtige Reiseziele für einen Urlaub mit Kindern. In allen drei Ländern betragen die Tageshöchstwerte – so wie in Sri Lanka – ungefähr zwischen 30 und 32 Grad Celsius. Die Temperatur ist oft gut verträglich, da vom Meer eine kühle Brise ins Land weht.

Beachten muss man jedoch, dass es in allen ärmeren Ländern, wie eben Costa Rica, Panama, Kuba oder Sri Lanka, an gewissen Sicherheitsstandards der öffentlichen Infrastruktur fehlt. Damit ist jedoch nicht die Kriminalitätsrate gemeint. Sondern schlicht fehlende Straßenmarkierungen an Fußgängerüberwegen, oder nicht vorhandene Geländer an Treppen. Für diese Dinge fehlt leider häufig das Geld. Man muss also generell etwas aufmerksamer sein, als man es in Europa wäre. Das gilt natürlich ganz besonders mit Blick auf Kinder. 

Foto von Norbert Höldin, feri verfügbar auf Pixabay 

Vergessen sollte man bei Reisen ins Nicht-EU-Ausland auch nicht, für sich selbst und für seine Kinder die nötigen Einreisepapiere zu beantragen. Manchmal brauchen Kinder (bis zu einem bestimmten Alter) keine extra Visa, wo Erwachsene jedoch welche benötigen, wie z.B. bei der Einreise in Kenia. Manchmal aber – und das ist eine Falle in die man oft tappt – ist der deutsche Kinderreisepass nicht ausreichend – wie bei der Beantragung des ESTA für die USA.

Wenn man mit seinen Kindern in die USA reist, sollte man zuerst einen regulären (also Erwachsenen-) Reisepass für die Kinder beantragen und dann erst das ESTA USA. Mit einem österreichischen oder Schweizer Kinderreisepass kann das ESTA schon beantragt werden. Mit dem deutschen Kinderreisepass leider aktuell noch nicht, da dieser keinen biometrischen Chip enthält. Dass auf dem Chip vom österreichischen Kinderreisepass generell keine Daten gespeichert sind, ist eine ganz lustige Anekdote, wenn man bedenkt, dass alleine der Umstand des vorhandenen Chips einen ESTA Antrag möglich macht.

Wichtiger Tipp: Der ESTA-Antrag ist übrigens auch erforderlich, wenn man mit seinen Kindern lediglich eine Zwischenlandung oder einen Transit in den USA vollzieht. Also wenn man über die USA in ein anderes Land (z.B. Panama, Costa Rica oder Kuba) weiterfliegt, um dort seinen Urlaub zu verbringen.


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