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Beikost einmal anders: Baby-Led-Weaning und Fingerfood

von Jacqueline Esser
Veröffentlicht: Letztes Update
Baby Finger-Led-Weaning

Muss es unbedingt Brei sein? Diese Frage stellen sich immer mehr Mütter, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht. Wir stellen euch hier das Baby-Led-Weaning vor. Dabei bekommen Kinder ab der Beikosteinführung keinen Brei, sondern das Essen in handgerechten Stücken serviert.

Neben der Entwicklung eines Kindes, ist die Ernährung das zweitwichtigste Thema zwischen Müttern. Zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat wird den Babies das erste Mal eine andere Nahrung als Milch angeboten. Doch wie soll diese Nahrung aussehen? Die gängigste Methode ist, das Essen in Breiform zu servieren. Dabei werden die Lebensmittel zu Beginn fein püriert und dem Alter entsprechend immer grobstückiger. Seit ein paar Jahren setzt sich jedoch auch eine neue Methode durch, das Baby-Led-Weaning oder auch Fingerfood genannt.

Was ist Baby-Led-Weaning?

Baby-Led-Weaning ( BLW) kann mit „Babygesteuertem Abstillen“ übersetzt werden. Bei dieser Art der Beikosteinführung werden dem Baby Lebensmittel in handgerechten Stücken angeboten. Ob gekochtes Fleisch, Gedünstetes Obst und Gemüse oder Kartoffeln, alles ist erlaubt. Im Vordergrund steht hierbei euer Kind. Denn dieses soll und kann selbst entscheiden, was und wie viel es essen möchte. Auf einem Teller drapiert lädt das Mittagessen aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch das Kind zum ausprobieren, erkunden und entdecken ein.

Ziel ist hierbei nicht, das Kind schnell an feste Kost zu gewöhnen, sondern es zwanglos an die verschiedenen Lebensmittel heran zu führen und die Freude am Essen zu wecken.

Wie und wann beginnt man?

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mit der Beikosteinführung zu starten, entscheidet euer Kind selbst. Ihr werdet merken, wenn euer Baby anfängt sich für euer Essen zu interessieren. Es schaut euch intensiv beim Essen zu, ahmt Kaubewegungen nach, oder greift gezielt nach eurem Essen.

Für die Kinder ist es am schönsten, wenn sie gemeinsam mit euch am Tisch sitzen können und möglichst das gleiche essen wie ihr. Das Baby sollte dabei auf eurem Schoss oder in seinem Hochstuhl sitzen. Wichtig beim BLW ist, dass euer Kind aufrecht sitzt, denn nur so kann es vernünftig essen, ohne sich zu verschlucken.

Die Auswahl der Lebensmittel die euer Kind isst, kann sich an eurem Essen orientieren. Esst ihr zum Mittag z.B. Hähnchenbrust mit Kartoffeln und Brokkoli kann auch euer Kind all diese Lebensmittel ( natürlich in kleinen Stücken) essen. Weiches Obst, wie Banane, Birne, Pfirsich ohne Schale oder gedünsteter Apfel, ist ein leckerer Snack für zwischendurch. Und auch beim Abendbrot ist ein klein geschnittenes Brot mit etwas Butter und dazu Gurke, ein gelungenes Mahl.

Grundsätzlich gilt beim BLW: Das Kind isst nur das, was es sich selbst in den Mund stecken kann, die Eltern sind dabei (fast) unbeteiligt.


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Worauf sollte man achten?

Wichtig ist, auf runde oder rund geschnittene Lebensmittel zu verzichten. Gerade kleine Weintrauben, Johannisbeeren, Blaubeeren, oder Erbsen, können leicht in die Luftröhre gelangen, und es droht Erstickungsgefahr. Deshalb sollte man diese zerdrücken oder klein schneiden. Gemüse sollte nicht zu klein geschnitten werden, damit die Kinder es gut greifen können. Als Maß sollte die Kinderfaust dienen. Dort sollte das Gemüse hinein passen und noch genug Platz zum Abbeißen bieten.

Zucker, Salz oder andere Gewürze gehören noch nicht auf den Speiseplan eines Babys. Ziel ist es, dass das Kind den unverfälschten Geschmack der Lebensmittel kennen lernt und seine Geschmacksnerven ausreifen.

Wie viel „muss“ ein Baby essen?

Zu Beginn der Beikosteinführung wird das Kind begeistert mit den angebotenen Lebensmitteln spielen, matschen und erst einmal erkunden, was da so auf dem Teller liegt. Das ist vollkommen normal. Wenn euer Kind seine Neugierde befriedigt hat,  und die neue Nahrung ausreichend erforscht hat, wird es Interesse für den Geschmack entwickeln. Eventuell wird bei den ersten Mahlzeiten nichts, oder nur wenig,  im Mund landen. Über kurz oder lang wird jedoch das ein oder andere Stück seinen Weg in den Magen finden.

Ihr solltet immer daran denken: Baby-Led-Weaning dient nicht dazu, euer Kind zu sättigen. Es soll ein Übergang von reiner Milchnahrung zur Familienkost bilden, ohne Stress und Druck. Es ist erstaunlich, wie langsam Babies diesen Weg gehen, wenn man ihnen die Zeit dazu lässt. Am Ende sind BLW-Babies jedoch genauso schnell familientischreif, wie breigefütterte Babies. Im ersten Lebensjahr ist und bleibt die Milchnahrung weiterhin Hauptnahrung. Die Beikost ist lediglich – wie das Wort schon sagt – Beiwerk.


 

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