Die Wickelkommode. Der im Alltag mit Baby am häufigsten besuchte Platz in der Wohnung / dem Haus, ist der Wickelplatz. Mal muss es schnell gehen – doch ab und an – solltet ihr euch die Zeit nehmen und das Wickeln zum intensiven Körperkontakt und für eine extra Portion Streicheleinheiten nutzen. 

Windeln wechseln – die Zeit zu zweit

Beim Wickeln gehört eure volle Aufmerksamkeit dem Baby. Zeit, die genutzt werden kann, um zu streicheln, spielen, oder einfach still einander anzuschauen und die Zweisamkeit zu genießen. Die zärtlichen Berührungen beim Wickeln stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind. Selten hat man am Tag die Zeit, seinem Kind so viel Aufmerksamkeit und intensive Nähe zu bieten, wie beim Windeln wechseln. Seht diese Aufgabe also nicht als lästige Pflicht, sondern als Möglichkeit, 10 bis 15 Minuten nur mit eurem Baby zu verbringen.

Der Wickelplatz: praktisch, heimisch und kunterbunt

Damit ihr und euer Kind diese kostbare Zeit auch wirklich stressfrei genießen könnt, solltet ihr euch am Wickelplatz wohlfühlen. Dazu gehört eine Wickelkommode oder ein Wickeltisch, an dem ihr bequem stehen könnt, und euch nicht zu sehr bücken müsst, um euren Liebling zu wickeln.

Angenehm ist, wenn man eine variable und höhenverstellbare besitzt. Wichtig ist auch, dass die Wickelkommode oder der Wickeltisch, genügend Stauraum für alle Wickelutensilien bietet. Die meisten Wickelkommoden sind mit breiten und tiefen Schubladen und Regalen versehen.

Praktisch sind auch Körbe oder Schachteln. Die können dazu dienen, einzelne Dinge zu sortieren und direkt griffbereit zu haben. An welchem Platz die Kommode steht, ist euch überlassen. Manche stellen sie ins Bad, weil sie dort die Kinder sofort waschen können, andere haben sie im Kinderzimmer platziert, und wieder andere haben sie aus Platzgründen im Schlafzimmer stehen. Sollte sich nirgends ein Platz für die relativ große Wickelkommode finden, ist ein Wickelbrett, welches auf das Babybett gelegt wird, eine gute Alternative.

Oder aber ihr wickelt wie die früheren Generationen auf dem Boden, dem Ehebett oder auf dem Sofa. Sucht euch einen Platz, an dem ihr euch wohlfühlt. Richtet ihn gemütlich ein. Dazu gehört eine weiche Wickelunterlage, eventuell ein Heizstrahler – damit die Kleinen beim Wickeln nicht frieren, und eine gedämpfte Lampe, damit eure Kinder gerade nachts, beim Pampers wechseln, nicht allzu wach werden.


So geht Ordnung im Wickelschrank


Ein Ort für Spiel und Spaß

Damit eure Zwerge beim Wickeln etwas Ablenkung haben, eignet sich ein Mobile direkt über dem Wickelplatz. Schön bunt sollte es sein, denn gerade die Kleinsten können Pastelltöne schlechter erkennen.

Welches das Richtige ist, ist reine Geschmackssache. Beobachtet euer Kind vielleicht einige Zeit, um herauszufinden welche Dinge und Farben es gerne anschaut und orientiert euch daran. Natürlich soll das Mobile auch schön aussehen, aber in erster Linie dient es als Spielzeug für euer Kind. Besonders beliebt bei Kindern sind Mobiles mit Wind-, oder Glockenspielen. Gemeint sind damit Mobiles, die in der Mitte Klangstäbe oder Glocken haben, die bei Berührung oder einem Windstoß, Geräusche erzeugen.

Wenn die Zeit es zulässt, sind auch gemeinsame Spiele oder Lieder ein schönes Ritual beim Wickeln. So könnt ihr Fingerspiele machen, Lieder singen, kitzeln und das beliebte Versteckspiel mit einer Mullwindel machen. Schön sind auch kleine Massagen mit etwas Öl, z.B. Mandelöl oder auch herkömmlichem Olivenöl. Viele Kinder genießen es auch einfach, etwas Zeit ohne Windel und Kleidung zu verbringen – und nackig zu strampeln. Auf welche Spiele und Streicheleinheiten euer Kind besonders begeistert reagiert, könnt ihr im lustigen „Praxistest“ herausfinden.

Die Gefahren am Wickeltisch

Leider sind Wickelkommode und Wickeltisch nicht nur ein Platz für intensive Nähe und Spielmöglichkeiten. Sie sind auch eine potenzielle Gefahrenstelle. Statistisch gesehen, fällt jedes dritte Kind (!) mindestens einmal vom Wickelplatz herunter. Heftiges Strampeln oder eine überraschende Drehung, führen schnell zu einem Sturz, den Mama und Papa kaum vorhersehen können. Deshalb: Lasst eure Kinder nie unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch liegen! Am Besten ist es, immer eine Hand am Kind zu haben, egal ob ihr nur kurz eine Windel heraussucht, oder gerade noch schnell einen frischen Body holen müsst.

Wem es doch einmal passieren sollte: Ganz wichtig – Ruhe bewahren!

Zum Glück ist meistens der Schreck größer als die Blessur. Aber: Gerade Säuglinge fallen meist mit dem proportional schweren Kopf voran! Wenn Benommenheit, Beulen, starke Müdigkeit oder Erbrechen auftreten, solltet ihr euer Baby auf jeden Fall einem Arzt vorstellen. Diese Symptome weisen auf eine Gehirnerschütterung oder sogar einen Schädelbruch hin. Eigentlich möchten wir aber dazu raten, bei jedem noch so kleinen Stürzchen zum Kinderarzt oder in die nächstgelegene Kinderambulanz zu fahren.

Was gehört an den Wickelplatz?

Welche Dinge sind wirklich praktisch und gehören unbedingt an jeden Wickelplatz? Die Frage stellen sich gerade Erstlings-Eltern, wenn es ans Babyshoppen für die Erstausstattung geht. Dabei verliert man leicht den Überblick und kauft Dinge, die irgendwann ungenutzt auf der Müllhalde landen. Um das zu vermeiden, haben wir euch eine Liste zusammengestellt, die euch helfen soll, euren Wickelplatz mit den wichtigsten Dingen einzurichten.

Wickelkommode im Babyzimmer
Hier findet alles Wichtige seinen Platz in der Wickelkommode. (Bild: © New Africa / Adobe Stock)

Wickelauflagen für Zuhause und Unterwegs

Praktisch für zu Hause, sind abwaschbare Wickelauflagen oder solche mit einem Frottee-Bezug. Man kann sie leicht reinigen und waschen, wenn das „Geschäft“ daneben geht. Außerdem sollten sie weich gepolstert sein, damit eure Kleinen bequem darauf liegen können. Die Breite müsst ihr dabei an die Wickelkommode anpassen.

Für Unterwegs gibt es Mehrweg-Wickelunterlagen, die bei den meisten Wickeltaschen als Zubehör enthalten sind. Diese sind abwaschbar und ganz klein zusammenfaltbar. Darüber hinaus gibt es sogenannte Einmal-Wickelunterlagen. Diese sind in Drogeriemärkten und Kaufhäusern erhältlich. Sie haben eine Flies-Oberfläche, die alles auffängt, was beim Wickeln „daneben“ geht. Danach werden sie einfach entsorgt.

Windeln

Die wohl bekannteste Windelmarke ist Pampers. Doch mittlerweile bieten fast alle Drogerie-, und Supermärkte Windeln von der Hausmarke an. Außerdem gibt es in vielen Städten den sogenannten Windel-LKW. Dieser vertreibt B-Ware. Also Windeln, die kleine Makel haben und deshalb nicht in die Märkte geliefert werden können. Meist handelt es sich lediglich um kleine Druckfehler vorne an der Windel oder am Karton. Welche Windel ihr bevorzugt, werdet ihr wahrscheinlich ganz schnell an den Vorlieben eures Kindes festmachen. Denn neben allen wichtigen technischen Eigenschaften, muss die wärmende Puschelhose auch bequem sitzen. Und da bekommt ihr ein ganz klares Feedback von eurem Baby. Windeln gibt es in verschiedenen Größen. Diese richten sich an bestimmte Gewichtsklassen.

  • Gr1 :  2-5 Kilo
  • Gr 2 :  3-6 Kilo
  • Gr 3 :  4 -9 Kilo
  • Gr4 :   7 -18 Kilo
  • Gr5 :  12 -25 Kilo 

Für Kinder, die gerade auf dem Weg sind sauber zu werden, gibt es darüber hinaus praktische Windelslips, die wie eine Unterhose an-, und ausgezogen werden können.

Feuchttücher und Einmalwaschlappen

Um den Po eures Kindes zu reinigen gibt es Feuchttücher. Diese sind in Öl getränkt und lösen leicht und verträglich die Hinterlassenschaften eurer Kleinen. Einige Babys reagieren auf Feuchttücher jedoch mit einem wunden Po, oder mit Ausschlag. Eine Alternative ist das Säubern mit Wasser oder ÖL (z.B. mit Mandelöl oder Olivenöl) auf einem Einmalwaschlappen. Für Unterwegs kann man diese auch vorher in Öl tränken und in einer Dose aufbewahren.

Windeln wechseln an der Wickelkommode
(Bild: © New Africa / Adobe Stock)

Hautcreme und Wundcreme

Im Sommer wie Winter, braucht die Haut eures Babys eine spezielle Pflege. Im Sommer schwitzen Kinder natürlich häufig. Das Salz im Schweiss kann die Haut austrocknen. Deshalb solltet ihr, wenn ihr beobachtet, dass die Haut trocken ist, eine Gesichtscreme benutzten. Achtet darauf, dass die Creme keine Duftstoffe enthält. Das führt in vielen Fällen zu Hautirritationen. Im Winter trocknet die Haut durch die Kälte und durch Heizungslust extrem aus. Hier sollte man eine „Wind und Wetter-Salbe“ nutzten.

LESETIPP: Das sind die Besonderheiten bei Winterbabys.

Achtet bei der Wind und Wettersalbe darauf, dass sie kein Wasser enthält. Ansonsten könnte sie leicht auf der Haut des Babys gefrieren.

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass eure Kinder am Po, oder in den „Speck“-Falten an den Beinen, wund werden. Eine Creme mit Zink kann hier Abhilfe schaffen. Euer Kinderarzt kann euch ein Rezept schreiben, mit dem in der Apotheke eine spezielle Wundcreme angerührt wird, oder aber ihr kauft im Drogeriemarkt eine Wundcreme. Empfehlen kann ich euch die Multilind-Salbe aus der Apotheke.

Waschschüssel

Wenn eure Wickelkommode nicht im Bad steht, ist es praktisch, eine Schüssel mit warmem Wasser am Wickelplatz zu haben, um eure Babys dort zu waschen. Im Handel gibt es spezielle Baby-Waschschüsseln. Die sind meistens in 2-3 einzelne Fächer unterteilt, so das man Wasser, Waschlappen und eventuell Waschlotion unterbringen kann. Eine normale Schüssel reicht jedoch eigentlich auch vollkommen aus.

Nagelschere, Kinder-Ohrenstäbchen und Bürste

Um euren Babys die Fingernägel zu schneiden, solltet ihr euch eine Kindernagelschere zulegen. Diese sind an der Spitze abgerundet und vermindern so die Verletzungsgefahr. Die Nägel solltet ihr übrigens erst schneiden, wenn sie hart geworden sind. Am Anfang lösen sich die überstehenden Nägel noch selbst. Zum Schutz vor Kratzern im Gesicht helfen z.B. auch Söckchen über den Händen.

Auch die Ohren müssen ab und an gesäubert werden. Der Wickeltisch ist dafür der ideale Arbeitsplatz. Benutzt bitte unbedingt Kinder-Ohrenstäbchen. Sie sind vorne sehr schmal und werden nach hinten breiter. Das dient dazu, dass ihr mit den Stäbchen nicht zu tief ins Ohr gelangen könnt, im schlimmsten Fall könntet ihr nämlich das Trommelfell schädigen. Generell haben Ohrenstäbchen für Babys und Kinder keinen guten Ruf. Denn eigentlich sollte man sie gar nicht nutzen. Mit der gebotenen Vorsicht, kann man das jedoch mal machen.

Nach dem Waschen oder Baden stehen die Haare der Kleinen oft wild durcheinander. Um die Haare, gerade von Kindern mit dichtem Haar, zu bändigen, eignet sich eine weiche Babybürste.

Der Windeleimer

Eine volle Windel kann schnell das Kinderzimmer in eine „No-Go-Area“ verwandeln. Der Geruch verbreitet sich rasend schnell. Um das zu vermeiden, solltet ihr einen Mülleimer nur für die Windeln anschaffen. Die Auswahl an Windeleimern ist groß. Es gibt Systeme, in denen man die Windeln in eine Art Müllsack eindreht, welche dann geruchsarm verschlossen werden. Die Mülleimer sind in ihrer Anschaffung von günstig bis enorm teuer, im Handel erhältlich. Monatliche Kosten für die Müllbeutel kommen hinzu. Eine andere Variante sind kleine Eimer mit Deckel.  Diese schließen meist nicht so gut ab, dass der Windelgestank nicht mehr wahrgenommen wird. Vorteil der Windeleimer ist, dass eigentlich alle handelsüblichen Müllbeutel hinein passen.

In Drogeriemärkten gibt es für unterwegs Windelbeutel. Diese sind oft mit einem wohlriechendem Duft versehen, so dass der Geruch der Windel überdeckt wird. Unser Tipp: Auch für den Windeleimer zu Hause sind sie gut nutzbar!

Spucktücher

Gerade wenn ihr eure Babys nach dem Füttern wickelt, spucken sie gerne noch etwas Milch aus. Daher ist es sinnvoll ein paar Spucktücher, z.B. Mullwindeln zur Hand zu haben. Super eignen sie sich auch für Versteckspiele/ Guck-Guck-Spiele oder als Unterlage auf der Wickelauflage.

Nun habt ihr einen Überblick über den Treffpunkt Wickelkommode von uns bekommen. Eurer Kreativität und eurem Einfallsreichtum steht nun nichts mehr im Wege. Richtet euren Wickelplatz nach euren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen ein. Und verbringt eine schöne Zeit beim Wickeln, Waschen und Anziehen mit eurem Baby. Man wird es euch mit einem wohligen Lächeln danken.


Wer hat's geschrieben?

Jacqueline Esser

Erzieherin, Mutter, Autorin

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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