Babys Augen sind eines der wichtigsten Sinnesorgane. Mit den Augen erkundet das Baby seine kleine Welt. Egal ob Mobile, Stofftier, oder Mama und Papa, alles wird genau betrachtet. Kommt es beim sehen zu Problemen kann das zu Entwicklungsverzögerungen führen. Daher ist es wichtig dies früh genug zu erkennen und zu behandeln. 

Die Entwicklung des Sehvermögens

Wird ein Baby geboren, besitzt es bereits die Fähigkeit zu sehen. Dabei sieht es die Dinge noch lange nicht, wie ein Erwachsener, denn diese Sehkraft muss sich noch entwickeln. Das Sehvermögen muss sich in den ersten Wochen und Monaten noch weiterentwickeln und ausreifen. Ganz wie in vielen anderen Bereichen der Entwicklung im Babyalter, geht das Stück für Stück.

Nach der Geburt 

Direkt nach der Geburt können Neugeborene nur in Schwarz-Weiß-Grau-Schattierungen sehen. Die Nervenzellen im Gehirn sind noch nicht ausreichend ausgereift und müssen sich mit der Zeit entwickeln. Trotzdem schauen sich Neugeborene gerne Mobiles an. Sie können jedoch den Objekten noch nicht folgen und nicht bewusst entscheiden, welches sie sich anschauen wollen.

1. Monat 

Im ersten Lebensmonat entwickelt sich das Sehvermögen sehr schnell. Bereits eine Woche nach der Geburt können Babys bereits Rot, Gelb, Grün und Orange erkennen. Sie schauen nun vermehrt nach Gegenständen in diesen Farben und betrachten sie gerne. Das Mobile ist auch weiterhin sehr interessant. Das Baby starrt das bunte Mobile intensiv an, kann die einzelnen Objekte jedoch noch nicht richtig erkennen.

2. – 4. Monat 

Im zweiten Lebensmonat arbeiten die Augen des Babys noch nicht zusammen. Das bedeutet, dass es vorkommen kann, dass ein Auge nach rechts und eines nach links schaut, oder aber das Baby schielt. Das ist völlig normal, sofern es nicht permanent auffällt. Das Baby ist auch noch nicht in der Lage die Augen gezielt auf ein Objekt zu richten.

Etwa mit drei Monaten beginnen dann die Augen zusammen zu arbeiten, und ermöglichen dem Baby, Objekten zu folgen, die sich langsam an ihm vorbei bewegen. So kann das Baby nun dem Bärchen und den Schmetterlingen am Mobile folgen, wenn sie sich bewegen.

5. – 8. Monat 

Mit fünf Monaten verbessert sich die Zusammenarbeit der Augen zunehmends. Das Baby kann jetzt dreidimensional Sehen. Es kann auch visuell zwischen nahen und fernen Spielzeugen unterscheiden, und wird versuchen, mit aktiver Bewegung (drehen und robben) an die Spielzeuge heran zu gelangen. 

Auch das Farbsehen hat sich nun nochmals verbessert. Das Baby kann Blau- und Lilatöne erkennen. Es beginnt nach Dingen zu greifen und diese gezielt anzusehen. 

9. – 12. Monat

Das Baby hat seine Sehfähigkeit nahezu perfektioniert. Es kann Farben erkennen, und Objekten folgen, und sogar Spielsachen werfen. Die Augen-Hand-Koordination ist jetzt so gut entwickelt, dass es bereits kleinste Dinge (z.b eine Rosine) greifen kann.

Nun steht der erste Augenarzt-Besuch an. Dabei wird das Sehvermögen des Kindes kontrolliert und eventuelle Sehschwächen erkannt.

Die Augenfarbe verändert sich 

In Deutschland werden die meisten Babys mit blauen Augen geboren. Das liegt an den Farbpigmenten (Melanin) der Iris, welche bei der Geburt noch nicht vollständig vorhanden sind. Im Laufe des ersten Lebensjahres kommen potentiell immer mehr dunkle Pigmente hinzu, und können die Augenfarbe des Babys nachhaltig verändern. Blaue Augen besitzen am wenigsten Melanin. Kommt jedoch mehr Melanin hinzu, ergeben sich grüne, graue, oder braune Augen.

Die größte Veränderung der Augenfarbe findet zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat statt. Jedoch kann sich die Augenfarbe noch bis zum 3. Geburtstag verdunkeln. Auch können sich bis dahin noch Veränderungen der Schattierung ergeben. Welche Augenfarbe ein Kind bekommt, hängt von den Genen ab. Die Augenfarbe der Eltern und auch Großeltern entscheiden, welche Augenfarbe das Kind erhält.

Probleme mit dem Sehvermögen

Haben Eltern das Gefühl, dass ihr Kind nicht richtig sehen kann, ist ein Besuch beim Augenarzt ratsam. Anzeichen für eventuelle Probleme beim Sehen können sein:

  • Das Kind stößt sich beim krabbeln oder robben immer wieder an Möbeln
  • Das Kind schielt über den 3. Lebensmonat hinaus
  • Ständiges Augenrollen
  • Das Kind betrachtet das Mobile oder Spielsachen nicht
  • Das Kind folgt mit 6 Monaten keinem Objekt, das langsam an ihn vorbei geführt wird
  • Das Kind ist stark lichtempfindlich

Über den Autor

Jacqueline Esser

Erzieherin, Mutter, Autorin

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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