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Millie Bobby Brown als Mutter: „Man nimmt es Tag für Tag“

Millie Bobby Brown als Mutter: „Man nimmt es Tag für Tag“

Als „Elf“ in der Netflix-Serie „Stranger Things“ wurde Millie Bobby Brown weltweit bekannt. Inzwischen steht die 22-Jährige nicht mehr nur als Schauspielerin und Produzentin vor neuen Herausforderungen: Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jake Bongiovi ist sie im Sommer 2025 durch die Adoption einer Tochter Mutter geworden. Über ihr Familienleben spricht Brown nur selten. Für UNICEF macht sie nun eine Ausnahme – und erzählt überraschend ehrlich von großer Liebe, kleinen Zweifeln und einem Alltag, in dem gemeinsames Essen eine wichtige Rolle spielt.

In einem Video der UNICEF-Reihe „My Parenting Journey“ blickt Millie Bobby Brown auf ihre erste Zeit als Mutter zurück. Dabei beschreibt sie ein Gefühl, das vermutlich viele Eltern kennen: Neben der unbeschreiblichen Liebe zu ihrem Kind ist da plötzlich auch eine enorme Verantwortung.

Video: © UNICEF · Deutsche Untertitel: 1-2-family.de

„Heute war heute – und morgen wird morgen sein“

Gerade frischgebackene Eltern setzen sich häufig selbst unter Druck. Jede Entscheidung soll richtig sein, jeder Tag möglichst reibungslos verlaufen. Millie Bobby Brown und ihr Mann versuchen dagegen, sich auf das zu konzentrieren, was unmittelbar vor ihnen liegt.

„Mein Mann und ich sagen immer: Heute war heute, und morgen wird morgen sein. Lass uns einfach schlafen. Man nimmt es Tag für Tag“, erzählt die Schauspielerin.

Das klingt einfach, ist mit einem kleinen Kind aber manchmal genau die Erinnerung, die Eltern brauchen: Nicht jede schwierige Nacht muss sofort gelöst und nicht jede Unsicherheit innerhalb weniger Stunden beseitigt werden. Manches sieht nach ein wenig Schlaf am nächsten Morgen schon ganz anders aus.

Wenn Brown selbst an ihren Entscheidungen zweifelt, sucht sie den Austausch mit ihrer Mutter und ihrer Schwiegermutter. Sie empfinde es als großes Glück, Menschen um sich zu haben, die zuhören, Erfahrungen weitergeben und ihr das Gefühl vermitteln, nicht alles falsch zu machen. Gerade die Bestätigung durch andere Mütter helfe ihr dabei, mehr Sicherheit in ihrer neuen Rolle zu gewinnen.

Gemeinsames Essen als kleine Liebessprache

Neben schlaflosen Nächten, Verantwortung und Unsicherheit gibt es natürlich auch die vielen unspektakulären Momente, die das Familienleben besonders machen. Bei Millie Bobby Brown und ihrer Tochter entstehen diese häufig am Esstisch.

Ihre Tochter liebe Essen genauso sehr wie sie selbst, erzählt Brown. Beide würden gerne zusammensitzen und voneinander probieren. „Unsere gemeinsame Liebessprache ist Essen“, bringt die Schauspielerin diese kleinen Familienmomente auf den Punkt.

Bereits in einem Interview mit der britischen „Vogue“ hatte Brown einige Monate nach der Adoption davon gesprochen, wie sehr sich ihre Sicht auf das Leben durch ihre Tochter verändert habe. Kleine Dinge seien für sie kostbarer geworden. Ihren Familienalltag beschrieb sie damals als Mischung aus Kuscheln, Lachen und ganz viel Liebe. Die anfallenden Aufgaben würden sie und ihr Mann nach eigener Aussage gleichberechtigt untereinander aufteilen.

Ihre Tochter soll mit starken Vorbildern aufwachsen

Besonders wichtig ist Brown, welches Bild von Mädchen und Frauen ihre Tochter vermittelt bekommt. Sie möchte ihr zeigen, dass Frauen einander unterstützen, erfolgreich sein und ihre eigenen Träume verwirklichen können.

„Eine Tochter großzuziehen ist eine echte Verantwortung“, sagt Brown. Sie versuche deshalb, selbst möglichst viel zu lernen und dieses Wissen an ihre Tochter weiterzugeben. Das Mädchen solle in einer Umgebung aufwachsen, in der weiblicher Erfolg und gegenseitige Unterstützung ganz selbstverständlich seien. Es gehe ihr nicht darum, eine unrealistische Welt zu entwerfen, sondern einen Maßstab zu setzen: Ihre Tochter soll später wissen, dass sie sich nicht mit weniger zufriedengeben muss.

Diese Haltung passt zu Browns bisherigem Engagement. Bereits 2018 wurde sie im Alter von 14 Jahren zur damals jüngsten UNICEF-Botschafterin ernannt. Seitdem setzt sie sich unter anderem für Kinderrechte, Bildung, den Schutz vor Mobbing und bessere Chancen für Mädchen ein. Im Jahr 2025 besuchte sie beispielsweise ein UNICEF-Projekt in Brasilien und sprach dort mit Schülerinnen über deren Wünsche, Sorgen und Zukunftsperspektiven.

Die Privatsphäre ihrer Tochter bleibt geschützt

So offen Brown inzwischen über ihre Gefühle als Mutter spricht, so konsequent schützt sie die Identität ihres Kindes. Die Schauspielerin und Jake Bongiovi haben bislang weder den Namen ihrer Tochter noch deutlich erkennbare Bilder von ihr veröffentlicht.

Auch über die Hintergründe der Adoption hält sich die Familie zurück. Brown hatte allerdings schon vor der Familiengründung öffentlich erzählt, dass eine Adoption für sie eine ebenso selbstverständliche Form des Elternwerdens sei wie die Geburt eines Kindes. Sie selbst und ihr Mann stammen jeweils aus Familien mit vier Kindern und haben mehrfach davon gesprochen, sich auch für das eigene Leben eine größere Familie vorstellen zu können.

Warum Eltern Unterstützung brauchen

Veröffentlicht wurde Browns Video zum internationalen „Parenting Month“, der jedes Jahr im Juni die Arbeit von Eltern und anderen Betreuungspersonen in den Mittelpunkt rückt. Das Motto 2026 lautet „Together for Parents“ – auf Deutsch etwa „Gemeinsam für Eltern“.

Damit verbindet UNICEF eine klare Forderung: Wer Kinder großzieht, braucht nicht nur Liebe und gute Ratschläge, sondern auch Zeit, verlässliche Betreuung und gesellschaftliche Unterstützung. Die Organisation setzt sich deshalb unter anderem für bezahlte Elternzeiten, erreichbare Kinderbetreuungsangebote, flexible Arbeitsmodelle und sichere Orte zum Spielen ein.

Nach Angaben von UNICEF zeigen Untersuchungen, dass gut gestaltete Unterstützungsangebote nicht allein Kindern zugutekommen. Sie können auch das psychische Wohlbefinden von Eltern stärken, Stress reduzieren und Eltern mehr Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind geben.

Millie Bobby Browns persönliche Erfahrungen stehen damit stellvertretend für etwas, das unabhängig von Bekanntheit und Einkommen gilt: Niemand muss Elternschaft vollkommen allein bewältigen. Manchmal hilft praktisches Wissen, manchmal eine verlässliche Betreuung – und manchmal schlicht ein Mensch, der sagt: Du machst das gut. Morgen ist schließlich ein neuer Tag.

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