Ratgeber: Haushalt mit Baby und Kleinkind meistern!

Ratgeber Haushalt mit Baby und Kleinkind meistern!
Bild: © nelen.ru / Fotolia

Sobald Kinder mit im Haushalt leben, ist das ehrlicherweise kaum zu übersehen. Das Aufräumen und Putzen geht nicht mehr so locker von der Hand, da man sich im Laufe des Tages natürlich auch um die Bedürfnisse der Kleinen kümmert. Wie man seinen Haushalt trotzdem in den Griff bekommt, haben wir in diesem Ratgeber für euch zusammengefasst. 

Mama unter Hochdruck

Selbst wenn Mama den ganzen Tag aufräumt und putzt – je nach Alter der Kinder – fühlt man sich in einer grausamen Dauerschleife gefangen. Doch wie wird man wieder Herr der Lage? Wir verraten euch, wie ihr euren Haushalt organisieren könnt und mit welchen Tipps und Tricks ihr auch mit Baby und/oder Kleinkind zum Putzen und Aufräumen kommt.

«Ich renne den ganzen Tag durch die Wohnung und räume auf – sehen tut man das nicht. Ich verzweifel langsam an meinem Haushalt!»

Das schrieb mir vor ein paar Tagen eine Freundin, die gerade ihr zweites Kind bekommen hat. Sie berichtet weiter von einem mir sehr bekanntem Phänomen. Immer wenn sie sich etwas vornimmt, z.B. die Küche aufzuräumen, sieht sie etwas, was auch unbedingt erledigt werden muss. Also rotiert sie den ganzen Tag hin und her, und kann das eigentliche Vorhaben nur halb erledigen.

Haushalt Chaos
Nein ehrlich: bei uns ALLEN sah es schon einmal so aus! (Bild: © Zarya Maxim / Fotolia)

In der Folge sieht das Haus dann am Abend so aus, als hätte man den ganzen Tag keinen Finger gerührt. Das schafft langfristig enormen Frust. Das eigene Heim ist nicht mehr die Wohlfühloase, sondern eine echte Last.

Chaos-Ecken durch Ordnungssysteme besser organisieren

DIY Ordnungssystem
Spontane Lösungen sind oft die besten. Hier ein DIY Ordnungssystem (Bild: © Photographee.eu / Fotolia)

Bevor ihr in Panik verfallt: es ist kein großes Organisationstalent gefragt, um etwas Struktur in den Haushalt zu bekommen. Überlegt euch zuerst, welche Orte in eurer Wohnung oder dem Haus wahre Magnete für Unordnung sind. Oft ist das der Küchentisch, die Ecke neben dem Sofa oder vielleicht das Bad?

Ein Ordnungssystem kann langfristige Abhilfe schaffen. Im Bad kann man sehr gut kleine Körbe aufstellen, in denen Schminke, Haarbürsten oder das Rasierzeug einen festen Platz bekommen. Alles thematisch sortiert. Auch die Sofaecke, die mit Büchern, Zeitschriften oder dem Spielzeug zur Chaos-Ecke wird, kann mit Kisten oder einem Zeitschriftenständer hübsch aussehen. Auch ein zusätzliches Regal in der Küche, oder der Wäschekorb direkt im Bad, lässt das Chaos schnell schwinden.

Überlegt gemeinsam als Familie, welche Orte ihr strukturierter haben möchtet, und welche Möglichkeiten es dazu gibt. So fällt es allen leichter sich an die Ordnung zu halten. Sind diese Chaos-Ecken schon einmal gebannt, wird euer Haushalt direkt ordentlicher wirken und der Wohlfühlfaktor steigt enorm.

Unordnung vermeiden

Um nicht jeden Tag stundenlang beim Haushalt zu verschwenden, könnt ihr beginnen, genutzte Gegenstände sofort wieder an ihren Platz zu stellen. So landet das Geschirr nach dem Essen direkt in der Spülmaschine – und die leere Flasche in der Tüte für den Pfand.

Klingt Logisch? Natürlich, doch der Alltag sieht oft anders aus. Da wird noch schnell gegessen, bevor man zum nächsten Termin muss und das Geschirr bleibt stehen. Kommt ihr dann nach Hause zurück, ist das erste was ihr seht, genau dieses dreckige Geschirr. Die Motivation nun Ordnung zu schaffen ist an diesem Punkt meist weit unter dem Gefrierpunkt.

Der Berg an noch anstehender Arbeit scheint für den Rest des Tages kaum überwindbar. Um das zu vermeiden, solltet ihr immer 10 Minuten mehr einplanen, als ihr tatsächlich benötigt, um euch der nächsten Aufgabe zu widmen. So bleibt genügend Zeit, um die benutzten Gegenstände, in diesem Fall das Geschirr, wegzuräumen.

Feste Zeiten und Tagesabläufe erleichtern die tägliche Hausarbeit

Wer regelmäßig feste Termine hat, egal ob täglich oder wöchentlich, plant diese ganz selbstverständlich ein. Genauso könnt ihr es mit dem Haushalt machen. Plant eure „Putztermine“ fest ein. Wenn ihr euch täglich einen gewissen und festen Zeitraum setzt, in dem ihr euren Haushalt erledigt, wird es euch leichter Fallen, eine Grundordnung und Sauberkeit beizubehalten. Bei uns ist dieser zum Beispiel morgens nach dem Frühstück, meistens von 10-12 Uhr, oder an Tagen an denen morgens andere Termine liegen, die Zeit zwischen 14 und 16 Uhr. Diese tägliche Routine lässt das Erledigen des Haushalts bald zur Selbstverständlichkeit werden.

Bei der Hausarbeit zur Musik tanzen
Bild: © DragonImages / Fotolia

Tipp: Ihr mögt Musik? Das ist gut. Musik hebt auch beim Putzen und Aufräumen die Stimmung! Selbst grausige Pflichten gehen leichter von der Hand, wenn man dabei fröhlich durch die Wohnung tänzelt .

Kinder beim Putzen und Aufräumen einbeziehen

Kinder wollen selten alleine spielen. Sie möchten oft von Mama oder Papa beschäftigt werden. «Jedes mal wenn ich mit der Hausarbeit anfangen möchte, steht spontan meine Tochter vor mir und will spielen. Ich komme Zuhause einfach zu nichts mehr…». Das erzählte mir eine Arbeitskollegin, deren Tochter gerade 2 Jahre geworden ist. Dieses „Leid“ kennt wohl jede Hausfrau und Mutter. Wie soll man aber so seine „Pflichten“ im Haushalt erledigt bekommen?

Ganz einfach: lasst eure Kleinen mitmachen. Macht aus den lästigen Aufgaben kleine Spiele. Wer kann z.B. am besten die Wäsche in den Korb werfen – oder wer bringt die leeren Pfandflaschen am schnellsten in die Küche?

So wird das Aufräumen in den meisten Fällen zu einem großen gemeinsamen Spaß. Auch beim Putzen können schon die Kleinsten helfen. Sie werden mit Freude das Regal abwischen oder den Boden saugen. Natürlich sollten eure Kinder nicht mit Putzmitteln in Verbindung kommen. Ein feuchter Lappen reicht da völlig aus. Aber auf diese Weise habt ihr sichergestellt, dass die Kleinen hinter euch keine neue Schneise der Zerstörung eröffnen. Außerdem lieben Kinder das Gefühl, Mama oder Papa eine echte Hilfe sein zu können.

Denkt bitte daran, dass die schönen bunten Farben der Putzmittel bzw. der Flaschen, regelrecht magnetisch auf eure Kinder wirken. Lagert diese immer außer Reichweite. Der Schrank unter dem Waschbecken oder unter der Küchenspüle ist kein geeigneter Ort. Auch vom Abfüllen verschiedener Mittel in Pfandflaschen solltet ihr Abstand nehmen. Kinder halten die Flüssigkeiten schnell für Getränke, was du schweren Vergiftungen, oder noch weitaus schlimmeren führen kann!

Aufgaben verteilen und abgeben

Aber wer sagt denn eigentlich grundsätzlich, dass der gesamte Haushalt nur von einer Person gestemmt werden muss? Oft ist das euer eigener Anspruch, aber nicht die Erwartung von Ehemann oder älteren Kindern. Die ruhen sich lediglich darauf aus, dass ihr doch sowieso alles macht. OK manche denken vielleicht, derjenige der mit den Kindern zu Hause bleibt, wird in der „vielen“ Zeit doch den Haushalt schaffen. Da ist aber nicht bedacht, dass ein Kind anstrengende Phasen hat, auch mal krank wird, oder eben auch andere Termine zu erledigen sind. Setzt eure Ansprüche und Erwartungen an euch selbst nicht so hoch an – und fordert aktiv Hilfe ein.

Gibt es ältere Kinder, können diese auch mal das Geschirr spülen oder den Müll raus bringen. Und der Partner darf am Wochenende auch gerne mal den Einkauf übernehmen. Sprecht in eurer Familie offen darüber, wenn die vielen Aufgaben in der Wohnung/dem Haus – und gleichzeitig der Alltag mit den kleinen Kindern – alleine nicht zu bewältigen ist. Gemeinsam kann man die anfallenden Aufgaben neu verteilen.

Reinigungskraft oder Haushaltshilfe

Ist der Aufwand für euren Haushalt weiterhin nicht aufwendbar (das passiert oft dann, wenn nach der Elternzeit der eigene Job wieder fest zum Alltag gehört), solltet ihr überlegen, ob eine Reinigungskraft oder Haushaltshilfe eine Lösung für euch wäre. Natürlich spielt hierbei der finanzielle Rahmen eine große Rolle. Mit 8-10 Euro pro Stunde, sind diese Dienstleistungen nicht gerade günstig. Allerdings kann man eine legale Haushaltshilfe zum Teil von der Steuer absetzen. Der Nutzen ist in einigen Fällen jeden Cent wert, und eine große Entlastung für die ganze Familie. Vielleicht vereinbart ihr erst einmal einen Probemonat und schaut, ob es sich wirklich lohnt und wie ihr euch dabei fühlt.

Viele Frauen berichten, dass sie Probleme damit haben, wenn jemand Fremdes „ihren Dreck wegmacht„, oder aber in ihre Privatsphäre eintritt. So kann man zum Beispiel bestimmte Räume – wie das Schlafzimmer – selber reinigen und die Reinigungskraft übernimmt lediglich die offenen Wohnräume. Eine Haushaltshilfe übernimmt übrigens meistens nicht nur das Reinigen und Aufräumen der Wohnung, sondern wäscht auf Wunsch auch die Wäsche, bügelt, kocht, oder erledigt den Einkauf. Die Kosten für diese zusätzlichen Dienstleistung liegen dann insgesamt um die 10 Euro pro Stunde.

Oma und Opa als helfende Hand

Wenn die Großeltern oder Tante, Onkel, Paten in der Nähe wohnen, kann man auch diese mit einspannen. Sie können Beispielsweise das Kind/die Kinder immer am ersten Samstag des Monats für ein paar Stunden in Obhut nehmen. An diesem Tag könnt ihr eine Grundreinigung in eurem Domizil absolvieren. All die Dinge erledigen, die in Anwesenheit der Kinder beinahe unmöglich wären.

Tipp: Besonders nervig ist das ständige aufräumen von Dingen, die man eigentlich schon lange nicht mehr benötigt, einem aber immer wieder in die Hände fallen. Macht alle drei Monate einen „Inventur-Tag“! An diesem Tag kann man in aller Ruhe unliebsame Sachen aussortieren. Weiterer Vorteil – man schafft einmal im Quartal eine noch tiefere Grundordnung.


Nun ist das Theoretische geklärt: aber wie könnt ihr die täglichen Aufgaben im Haushalt praktisch organisieren und durchführen? Auch dazu haben wir ein paar Anregungen für euch. 

5 Minuten pro Raum – Grundordnung

Bevor ihr mit dem eigentlichen Saubermachen beginnt, solltet ihr eine Grundordnung schaffen. Geht dazu durch alle vorhandenen Räume. Nehmt euch pro Raum 5 Minuten. Bad und Küche bekommen 10-15 Minuten. Folgende Aufgaben solltet ihr erledigen:

5 Minuten pro Raum

Schlafzimmer / Kinderzimmer

  • lüften
  • Schmutzwäsche sammeln und in den Wäschekorb 
  • Müll und herumliegendes Zeug wegräumen
  • Betten machen

Büro

  • lüften
  • Geschirr rausbringen
  • Müll wegwerfen
  • Unterlagen auf dem Schreibtisch auf einen Stapel 

Flur

  • Jacken aufhängen
  • Schuhe aufräumen
  • herumliegendes aufräumen

Wohnzimmer

  • lüften
  • Geschirr wegräumen
  • Kissen und Decken richten
  • herumliegendes aufräumen

10-15 Minuten pro Raum

Küche

  • lüften
  • Geschirr in die Spülmaschine stellen und starten
  • Geschirr spülen 
  • herumliegendes wegräumen
  • Arbeitsfläche abwaschen
  • Müll rausbringen
  • Lappen und Spültücher wechseln

Badezimmer

  • lüften
  • herumliegendes wegräumen
  • Über Waschbecken und Spiegel putzen
  • Toilette kontrollieren ggf. putzen
  • Handtücher ggf. wechseln

Je nach Anzahl eurer Zimmer, müsst ihr für diese Aufgaben 45-60 Minuten einplanen. Wenn ihr das täglich zur Routine werden lasst, wird euer Haushalt schnell und merklich ordentlicher. Das anhäufen von Chaos-Ecken wird minimiert und ihr werdet euch direkt wohler fühlen. Denn augenscheinliche Ordnung ist Balsam für die Seele. Außerdem ist das eigentliche Putzen nun leichter und schneller erledigt. Die Zeitersparnis kann bis zu (unglaublichen) zwei Stunden am Tag betragen.

Der tägliche Putzplan

Um etwas mehr Struktur in das Saubermachen zu bringen, kann auch ein Putzplan sehr hilfreich sein. Überlegt euch, welche Dinge ihr wöchentlich erledigen möchtet, und was nur einmal im Monat fällig ist. Wenn ihr eine Liste mit den wöchentlichen Aufgaben im Kopf oder auf Papier zusammen gestellt habt, sortiert sie den jeweiligen Räumen zu. Zum Beispiel:

Kinderzimmer wöchentlich

  • Spielzeug in die Kisten/Schränke räumen
  • Pflanzen gießen
  • Staub wischen
  • Boden saugen und wischen

Wenn ihr dann einmal in der Routine dieses Plans seid, ist es auf Dauer nicht mehr nötig, alle Räume jeden Tag zu säubern. Denn wenn ihr euch darüber hinaus an die (weiter oben beschriebene) morgendliche „Fünf Minuten Routine“ haltet, sind alle Zimmer schon mehr als grob aufgeräumt.

Gründliches putzen reicht übrigens einmal wöchentlich völlig aus. Nun könnt ihr euch dafür einen Putzplan erstellen. Auf die einzelnen Wochentage solltet ihr nicht mehr als ein bis zwei Räume setzten. Diese werden nun gründlich geputzt und aufgeräumt. Durch die wöchentliche Wiederholung habt ihr euren Putzplan schnell verinnerlicht und der Haushalt läuft fast wie von selbst. Durch das regelmäßige säubern in jedem Raum werdet ihr insgesamt weniger Zeit zum Putzen benötigen. Das Gefühl nicht mehr zu wissen, wo man vor lauter „Baustellen“ anfangen soll, bleibt aus.

Ein möglicher Putzplan könnte so aussehen:

Vorlage wöchentlicher Putzplan Haushalt


Video: Verzweifelt Mutter robbt auf dem Rücken aus dem Baby-Schlafzimmer

 


 

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