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Schimmelpilz in der Wohnung – wie bekämpft man ihn richtig und nachhaltig?

von Torsten Esser
Veröffentlicht: Letztes Update
Schimmel in der Wohnung - Ratgeber

Dunkle unansehnliche Flecken in der Zimmerecke hinter dem Bett, stumpf-modriger Geruch, kein Zweifel, dass sich hier ein Schimmelpilz breit macht. Und ist er einmal da, kommt es auch ein wenig auf die Substanz des Gebäudes an, wie weit sich die Sporen in die Wände gefressen haben. Befindet sich die gefundene Stelle dann noch im Kinderzimmer, ist besondere Eile gefragt. Denn Schimmelpilze begünstigen Asthma, Neurodermitis und Allergien. 

Ursachenforschung ist wichtig!

Die beiden häufigsten Ursachen für Schimmelbefall, sind Mängel an der Bausubstanz, und/oder eine durchgehend zu hohe Luftfeuchtigkeit der Räume durch falsches Lüften. Klar ist, dass Schimmel sich tief in Fugen, Ritze, und sandigen Mörtel setzen kann. Bei älteren Gebäuden, in denen die eine oder andere Kältebrücke bereits bekannt ist, kann und sollte man davon ausgehen, dass es nicht reichen wird, die befallene Stelle oberflächlich zu behandeln.

Grundsätzlich ist ein hohes Maß an Feuchtigkeit ein willkommenes Zuhause für Schimmelpilze. Ob es nun an sanierungsbedürftiger Baumasse liegt, oder an falschem Heiz- und Lüftverhalten, es gilt einen dauerhaften Plan gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit zu schmieden.

Kampf dem Schimmel – aber wie?

An kleine Stellen kann man sich selber trauen. Grundsätzlich sind alle organisch befallenen Materialien von der Wand zu holen. Tapete, Holzleisten oder Holzpaneele, sind organischen Ursprungs. Aber auch Putz und Fugen können durch Schimmelpilze vollkommen aufgeweicht worden sein. Sollte sich die Wand mit einem Schraubenzieher leicht eindrücken lassen, dann ist es wichtig, alles weiche Material aus der Wand zu holen und später zu erneuern. Auch Silikondichtungen an Fenstern (oder im Badezimmer) sollten vollständig ersetzt werden.

Der nun freigelegte Untergrund wird gründlich behandelt, bevor er neu verfüllt und tapeziert wird. Von chemischen Mitteln kann man im Hausgebrauch deutlich abraten. Eine verträgliche Möglichkeit ist Essigessenz. Mehrmaliges Einreiben der betroffenen Stellen und anschließendes Lüften können den Schimmel beseitigen.

Eine Alternative ist eine Lösung aus 3 Prozent Salicylsäure und 97 Prozent Alkohol (70-prozentig). Diese Lösung kann man sich ganz leicht in der Apotheke herstellen lassen. Im Abstand von mindestens 30 Minuten werden die Stellen damit eingerieben oder getränkt.

Bei großflächigem Befall unbedingt einen Fachmann einschalten. Je größer eine Schimmelstelle ist, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass sich der Schädling tief ins Mauerwerk gefressen hat. Spätestens dann sollte auch dem ambitioniertesten Hobbyhandwerker klar sein, dass er schon alleine (auch) aus versicherungs-technischen Gründen, einen Sanierungsfachmann an die Wände lässt.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmelpilz

  1. Räume dürfen niemals vollständig auskühlen. Dazu gehören übrigens auch die Zimmerwände. Durch gleichmäßiges heizen ist hier einiges erreicht.
  2. Mindestens zweimal am Tag für fünf Minuten Stoßlüften. Ständig gekippte Fenster können, besonders in den kalten Monaten, dafür sogen, dass sich feuchte Flächen bilden. Man kennt das zum Beispiel auf Fensterscheiben. Aber auch auf allen anderen Flächen, oder auch im Polster des Sofas, setzt sich Wasser ab. Der perfekte Nährboden für Schimmel. Also Stoßlüften!
  3. Ein Hygrometer kann behilflich sein, die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu messen.  Auf lange Sicht darf sie 60 Prozent nicht überschreiten.
  4. Ein Luftentfeuchter kann, auch gerade in Mietwohnungen, eine sehr gute zusätzliche Maßnahme sein, um den Feuchtigkeitsgrad im Griff zu halten. Oft müssen sich Vermieter mehrmals bitten lassen, bevor unangenehme Kältebrücken fachmännisch beseitigt werden. Gute Luftentfeuchtungsgeräte sollten jedoch eine eingebaute Automatik besitzen. Damit stellt man den optimalen Luftfeuchtigkeitsgrad ein, und das Gerät erledigt den Rest.
  5. Sollte es Baumängel geben, oder Ritze, Schlitze, undichte Fugen, undefinierbare Flecken, undichte Abwasser- oder Zuwasserleitungen, defekte Dämmungen, etc … Alles das sollte schleunigst beseitigt werden. Es ist geradezu eine Einladung an einen Schimmelpilz. Hierbei sollte man auch im Mietfall niemals zögern, sich mit dem Vermieter auseinander zu setzen.
  6. Kleinste Schimmelstellen schnell und unkompliziert selber beheben.
  7. Und noch ein Tipp: Luft muss zirkulieren können! Überall wo sie zum „stehen“ kommt, kann sich der Feuchtigkeitsanteil wieder auf Oberflächen absetzen. Gerade bei den Außenwänden achtet man darauf, dass Möbelstücke nicht direkt von innen dagegen gestellt werden. Eine Couch oder das Bett kann man ganz leicht ein paar Zentimeter von der Wand weg rücken. Aber speziell hinter großflächigen Schränken sammelt sich gerne Feuchtigkeit. Also auch hier bitte auf genügend Abstand zur Wand achten, wenn der Schrank an einer Außenfassade steht.

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