Feste Zeiten und Tagesabläufe erleichtern die tägliche Hausarbeit

Wer regelmäßig feste Termine hat, egal ob täglich oder wöchentlich, plant diese ganz selbstverständlich ein. Genauso könnt ihr es mit dem Haushalt machen. Plant eure „Putztermine“ fest ein. Wenn ihr euch täglich einen gewissen und festen Zeitraum setzt, in dem ihr euren Haushalt erledigt, wird es euch leichter fallen, eine Grundordnung und Sauberkeit beizubehalten. Bei uns ist dieser zum Beispiel morgens nach dem Frühstück, meistens von 10-12 Uhr. An Tagen, an denen morgens Termine liegen, nehmen wir uns fest die Zeit zwischen 14 und 16 Uhr. Diese tägliche Routine lässt das Erledigen des Haushalts bald zur Selbstverständlichkeit werden.

Bei der Hausarbeit zur Musik tanzen
Bild: © DragonImages / Fotolia

Tipp: Ihr mögt Musik? Das ist gut. Musik hebt auch beim Putzen und Aufräumen die Stimmung! Selbst grausige Pflichten gehen leichter von der Hand, wenn man dabei fröhlich durch die Wohnung tanzt.

Kinder beim Putzen und Aufräumen einbeziehen

Kinder wollen selten alleine spielen. Sie möchten oft von Mama oder Papa beschäftigt werden. «Jedes mal wenn ich mit der Hausarbeit anfangen möchte, steht spontan meine Tochter vor mir und will spielen. Ich komme Zuhause einfach zu nichts mehr!». Das erzählte mir eine Arbeitskollegin, deren Tochter gerade 2 Jahre geworden war. Dieses „Leid“ kennen wohl irgendwie alle Eltern. Wie soll man aber so seine „Pflichten“ im Haushalt erledigt bekommen?

Ganz einfach: Lasst eure Kleinen mitmachen. Macht aus den lästigen Aufgaben kleine Spiele. Wer kann z.B. am besten die Wäsche in den Korb werfen – oder wer bringt die leeren Pfandflaschen am schnellsten in die Küche?

Kind hilft im Haushalt
Bild: © Pixel-Shot / Adobe Stock

So wird das Aufräumen in vielen Fällen zu einem erstaunlichen Spaß. Auch beim Putzen können schon die Kleinsten helfen. Sie werden mit Freude das Regal abwischen, oder den Boden saugen. Natürlich sollten eure Kinder nicht mit Putzmitteln in Verbindung kommen. Ein feuchter Lappen reicht da völlig aus. Aber auf diese Weise habt ihr sichergestellt, dass die Kleinen hinter euch keine neue Schneise der Verwüstung in Angriff nehmen. Außerdem lieben Kinder das Gefühl, Mama oder Papa eine echte Hilfe sein zu können. Sie fühlen sich dadurch enorm wertgeschätzt.

Denkt bitte daran, dass die schönen bunten Farben der Putzmittel bzw. der Flaschen, regelrecht magnetisch auf eure Kinder wirken. Lagert diese immer außer Reichweite. Der Schrank unter dem Waschbecken oder unter der Küchenspüle ist kein geeigneter Ort. Auch vom Abfüllen verschiedener Mittel in Pfandflaschen solltet ihr Abstand nehmen. Kinder halten die Flüssigkeiten schnell für Getränke, was du schweren Vergiftungen, oder noch weitaus schlimmeren führen kann!

Aufgaben verteilen und abgeben

Das wichtigste kommt aber nun: Der Haushalt kann und darf keine Soloaktion sein. Für viele Mütter ist das (dennoch) auch heute noch der eigene Anspruch. In den meisten Partnerschaften laufen diese Dinge aber mit ein wenig gegenseitiger Motivation sehr gut.

Gibt es ältere Kinder, dann können auch sie schon sehr gut regelmäßige und selbstverantwortlich Dinge im Haushalt übernehmen. Den Müll rauszubringen und das benutzte Geschirr zu spülen (bzw. die Spülmaschine zu befüllen und auszuräumen), sollte absolut machbar sein.

Kinder und Papa spülen
Auch kleinere Kinder können schon mit ein wenig Unterstützung spielerisch beim Abwasch helfen. (Bild: © Halfpoint / Adobe Stock)

Grundsätzlich ist jede Hilfe sicher willkommen. Dabei kann man Aufgaben entweder fest verteilen, oder man rotiert geschmeidig nach Plan.

Auch wenn jede/r seine festen Aufgaben hat, kommt man meist besser voran, wenn man die Chance hat, gemeinsam zur gleichen Zeit im Haushalt zu arbeiten. Was alleine nervt, kann gemeinsam zum motivierenden Wettbewerb werden. Klingt vielleicht komisch, aber wir lachen hier sehr oft und viel, während wir Abstauben und die Küche wieder fit machen.

Reinigungskraft oder Haushaltshilfe

Ist der Aufwand für den Haushalt trotz aller gemeinsamer Mühe nicht abdeckbar (das passiert oft dann, wenn nach der Elternzeit der eigene Job wieder fest zum Alltag gehört), solltet ihr überlegen, ob eine Reinigungskraft oder Haushaltshilfe eine Lösung wäre. Natürlich spielt hier der finanzielle Rahmen eine große Rolle. Je nach Aufwand sind diese Dienstleistungen nicht gerade günstig. Allerdings kann man eine legale Haushaltshilfe zum Teil von der Steuer absetzen. Der Nutzen ist in einigen Fällen jeden Cent wert, und eine große Entlastung für die ganze Familie. Vielleicht vereinbart ihr einen Probemonat und schaut, ob es sich wirklich lohnt, und wie ihr euch dabei fühlt.

Viele Menschen berichten, dass sie Probleme damit haben, wenn jemand Fremdes „ihren Dreck wegmacht„, oder aber in ihre Privatsphäre eintritt. So kann man zum Beispiel bestimmte Räume, wie das Schlafzimmer, selber reinigen und die Reinigungskraft übernimmt lediglich die offenen Wohnräume. Eine Haushaltshilfe übernimmt übrigens meist nicht nur das Reinigen und Aufräumen der Wohnung, sondern macht auf Wunsch auch die Wäsche, bügelt, kocht, oder erledigt den Einkauf.

Oma und Opa als helfende Hand

Wenn die Großeltern, oder andere Teile der Familie in der Nähe wohnen, hat man ggf. die Chance, die Kinder für einen Haushaltstag in Obhut zu geben. So kann man sich beispielsweise einmal im Monat um all die Dinge kümmern, für die im Normalfall im Haushalt kaum Zeit bleibt. Aussortieren, Grundreinigung, Dinge die in Anwesenheit kleinerer Kinder zu gefährlich oder aufwendig wären.

Tipp: Besonders nervig ist das ständige aufräumen von Dingen, die man eigentlich schon lange nicht mehr benötigt, einem aber immer wieder in die Hände fallen. Macht alle drei Monate einen „Inventur-Tag“! An diesem Tag kann man in aller Ruhe unliebsame Sachen aussortieren. Weiterer Vorteil – man schafft einmal im Quartal eine noch tiefere Grundordnung.

Wer hat's geschrieben?

Jacqueline Esser

Erzieherin, Mutter, Autorin

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

Alle Autoren-Beiträge durchstöbern